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Ensdorf: Bürgermeister Jörg Wilhelmy stellt Pläne der Gemeinde vor

Kostenpflichtiger Inhalt: Ensdorfs Pläne : Steigende Kinderzahl bereitet Probleme

Die Gemeinde Ensdorf muss Schule und Kita weiter ausbauen. Schwerpunkte 2020 sind der Marktplatz und Duhamel.

Noch rund 300 Tage hat das Jahr 2020. Über die großen Pläne für Ensdorf in diesem Zeitraum sprach die SZ mit Bürgermeister Jörg Wilhelmy. Klar ist, „dass die Zahlen schlecht sind“, sagt Wilhelmy zur Ausgangslage. „Wir verlieren 1,5 Millionen Euro an Gewerbesteuer und zahlen rund 400 000 Euro mehr an Kreisumlage. Dazu kommen 200 000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen.“ Dadurch sei die Gemeinde „sehr sehr beschränkt“, bei dem, was sie machen kann.

Als wichtiges Projekt nennt Wilhelmy die Ensdorfer Grundschule. In die Sanierung des Altgebäudes hat die Gemeinde über zwei Jahre hinweg rund 1,2 Millionen Euro investiert. „Das wird in diesem Jahr abgeschlossen.“ Aber das genügt nicht. Denn derzeit sind um die 186 Schülerinnen und Schüler im Grundschulbereich zum Teil untergebracht in der ehemaligen ERS Bous-Ensdorf, deren baulicher Zustand verbessert werden muss. Dort will die Gemeinde 250 000 Euro aufwenden, um die Einrichtung für vier bis fünf Jahre weiter zu nutzen. Denn für das Schuljahr 2024/25 erwartet sie sogar um die 240 Schülerinnen und Schüler.

Im Krippenbereich bleibt zwar noch etwas Luft, aber auch da wird bald mehr Platz nötig sein. „Wir brauchen zwei neue Gruppen“, sagt Wilhelmy. 2020 erfolgt die Planung dafür, im nächsten Jahr die Fertigstellung. Außerdem geht er vor dem Hintergrund der Beitragsfreiheit von einer stärkeren Nutzung der Kinderbetreuungseinrichtungen aus.

„Das Thema Mehrgenerationenhaus würde ich gerne angehen wollen.“ Die Notwendigkeit dafür ist erkannt, es gibt auch erste Gespräche. „Aber aufgrund der finanziellen Möglichkeiten ist das nicht final.“

Als markanter Bereich des Ortszentrums gilt der Marktplatz. Was dort entstehen könne, „das steht und fällt in seiner Entwicklung mit der Verlegung des Bahnhofhaltepunktes“, betont Wilhelmy. Hierzu führe er noch Gespräche mit der Bahn. Ein Ansatz für die Realisierung könnte sein, dass die Bahn Haltepunkte bis 2024 barrierefrei machen will. Ein weiterer ist die Attraktivität von Bergehalde und Polygon. Dazu gehört für Wilhelmy auch ein „attraktiver Haltepunkt mit entsprechender Buslinie“.

Noch in diesem Jahr wird unter dem Rathaus gearbeitet. Der Kanal, der den Weiherbach vom Ensdorfer Park zur Saar leitet, muss saniert werden. Etwa 500 000 Euro für 2020 sind für den ersten Teilabschnitt eingeplant. „Ich denke, dort wird noch Ende des ersten Halbjahres begonnen.“

Der Einlauf des Weiherbachs in die Kanalisation unter dem Ensdorfer Rathaus und weiter zur Saar; er muss ebenfalls saniert werden. Foto: az
Der Ensdorfer Bürgermeister Jörg Wilhelmy Foto: az

Als Zukunftsprojekt für Ensdorf gilt der Standort Duhamel. Dazu wurde 2013 ein Masterplan für die Entwicklung der ehemaligen Bergwerksanlage vorgestellt. Für die Umsetzung arbeitet die Gemeinde mit der RAG zusammen. Zum Stichtag 21. Januar 2020 stellte die Gemeinde nun einen Antrag im Rahmen der Städtebauförderung. Bis Ende April soll die Entscheidung durch eine Jury im Bundes-Bauministerium fallen. Letztlich könnte das drei Millionen Euro für die Umsetzung des Projektes Duhamel bringen. Zur Entwicklung einer Fläche für „hochattraktives Gewerbe und städtebaulichen Anschluss“, sagt Wilhelmy zum beabsichtigten Konzept. Darin eingebunden ist auch die bessere touristische Nutzung des Komplexes. All diese Maßnahmen stehen jedoch unter dem Vorbehalt der Haushaltssitzung, verweist Bürgermeister Wilhelmy auf die Kompetenz des Rates. Der entscheidet vermutlich gegen Ende März über den Finanzrahmen für Ensdorf.