Kostenpflichtiger Inhalt: Dreijähriges Bestehen : Eine gewichtige Plakette zum Geburtstag

Seit drei Jahren fasziniert das Saarpolygon. Jetzt gab’s die Auszeichnung für den Förderverein und die Architekten.

Ein noch junges Symbol steht weithin sichtbar in Ensdorf für die rund 270-jährige Geschichte des saarländischen Bergbaus. Dort lockte der mittlerweile dritte Geburtstag des Saarpolygons am Sonntag laut Schätzung des Veranstalters, dem Förderverein BergbauErbeSaar, um die 2500 Besucher auf die Bergehalde Duhamel.

Mit Hund und Nachwuchs kamen die Gäste über die steilen Wege zum Plateau hinauf, das rund 150 Meter über dem Saartal liegt. Andere nutzten dagegen die Busdienste, die auch Menschen mit Rollator und Rollstuhl zum Saarpolygon beförderten.

Neben Musik, Kaffee und Kuchen sowie Sonderführungen durch die Architekten war ein besonderer Programmpunkt des ganztägigen Festes die Überreichung eines Preises durch den Bund Deutscher Architekten Saar (BDA Saar). Zwar wurde der bereits im Jahr 2017 verliehen, aber „wir haben immer eine Gelegenheit gesucht“, sagte zur Mittagszeit Oliver Brünjes, Vorstandsmitglied des BDA Saar. Dieser Geburtstag sei nun ein würdiger Tag gewesen. Der Preis des BDA Saar wird alle acht Jahre verliehen.

Im Landkreis Saarlouis waren es drei Preisträger, darunter auch das Saarpolygon. Für Letzteres wurden der Förderverein als Bauherr sowie die Architekten Katja Pfeiffer und Oliver Sachse aus Berlin ausgezeichnet.

In der Begründung heißt es unter anderem: Mit einfachen Mitteln aus der Produktion der Industriekultur ist hier ein Raumfachwerk aus Profil-Stahl, eine Skulptur entstanden, die aus der lokalen Stahlherstellung hervorgegangen ist. Eine komplexe Wirkung wurde mit einfachen Mitteln erreicht. Außerdem sei es ein verständliches und gleichzeitig emotionales Projekt für alle, weit über die Region hinaus. „Ich finde“, sagte Oliver Brünjes, „ein herausragendes Projekt.“

Im Jahr 2011 hatte der Ideenwettbewerb für eine Landmarke auf der Bergehalde Duhamel stattgefunden. Im selben Jahr gründeten Pfeiffer und Sachse ihr Büro in Berlin. „Das war unser erster Wettbewerb“, sagte Pfeiffer. „Und erst mal war es von der Aufgabenstellung her schwierig. Denn es war nicht näher ausformuliert.“

Aber die beiden setzten sich schließlich gegen rund 140 weitere Entwürfe durch. Bei Berlin denkt kaum jemand groß an Bergbau. Jedoch: „Ich bin aus Dortmund“, gab Katja Pfeifer zu Protokoll. „Da hat man schon einen entsprechenden Hintergrund mit Bergbau.“

Für ihren Entwurf des Saarpolygons erhielten Pfeiffer und Sachse außerdem noch den „Iconic Award 2017“ für ein visionäres Gebäude sowie den „Deutschen Verzinkerpreis 2017“ für herausragende Architekturen und Objekte der Metallgestaltung.

Der BDA Saar übergab dem Hausherrn und den Architekten nun eine gewichtige Plakette aus Edelstahl. Die werde auf der Brücke des Saarpolygons befestigt, sagte Volker Hagelstein vom Vorstand des Fördervereins. Das ist in rund 25 Metern Höhe über dem Haldenplateau, von wo eine fantastische Aussicht möglich ist.

„Das Saarpolygon hat in rasanter Weise die Herzen der Menschen erobert“, hatte zuvor Hans-Jürgen Becker gesagt, Vorsitzender des Fördervereins BergbauErbeSaar. Mittlerweile sei es eines der besonderen Wahrzeichen im Land. Es symbolisiere Fördertürme und mit dem Toreffekt auch den weiteren Gang in die Zukunft.

Die einen erklommen zu Fuß das Plateau, andere nutzen die Busdienste: Viele Menschen kamen und feierten auf der Halde mit, hier: Besucher beim offiziellen Teil des Festes. Foto: Johannes Bodwing

Das Saarpolygon ist auf Dauer ausgelegt, erläuterte weiterhin Volker Hagelstein. Dazu gehöre es, Rücklagen zu bilden, um in 25 bis 30 Jahren den weiteren Erhalt der Landmarke zu sichern.