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Neujahrsempfang
Die Wunschliste in Ensdorf ist groß

Besuch aus Berlin: Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas war am Wochenende zu Gast in der Heimat. Hier begrüßt ihn Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust.
Besuch aus Berlin: Der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas war am Wochenende zu Gast in der Heimat. Hier begrüßt ihn Ensdorfs Bürgermeister Hartwin Faust. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin
Ensdorf. Beim Neujahrsempfang in Ensdorf blickt Bürgermeister Hartwin Faust zuversichtlich in die Zukunft. Großen Beifall gibt es für die Feuerwehr. Von Carolin Merkel

Die vier Streicher des Kreissymphonieorchesters Saarlouis hatten am Freitagabend ganz schön Mühe, sich gegen das laute Gemurmel im Saal des Bergmannsheims durchzusetzen. Dorthin hatte Bürgermeister Hartwin Faust mit seiner Verwaltung eingeladen, um das neue Jahr, gerade mal ein paar Tage alt, offiziell zu begrüßen. Eingeladen war, wie schon seit vielen Jahren, die Bevölkerung von Ensdorf. Und die ließ es sich nicht nehmen, dem Bürgermeister und seiner Gattin, Sieglinde Faust, per Handschlag gute Wünsche für das Jahr 2018 zu überbringen. Wohl prominentester Gast in der langen Reihe war der geschäftsführende Bundesjustizminister Heiko Maas.



Nachdem das Defilee geschafft war, gab es überall im Saal ein fröhliches Hallo, die ausgelassene Stimmung zeigte schon am frühen Abend, dass hier viele gute Bekannte zusammengekommen waren. Und gegen diese große Wiedersehensfreude kämpften die Musiker Helmar Imschweiler, Christian Zickwolf, Vidmante Adriunaite und Cornelia Nauhauser mit ihren eher leisen Tönen. Richtig still im Saal wurde es erst, als Bürgermeister Faust die Bühne betrat und sich traditionell in seiner Ansprache an die Gäste richtete.
Lang war die Liste derer, die es zu begrüßen galt, Gäste aus Politik, Kirche, aber auch aus Wirtschaft, Verbänden und Vereinen galt es, willkommen zu heißen. Einen ganz besonderen Gruß richtete der Bürgermeister an alle Gäste, die entweder im Jahr 1950 oder im Jahr 2000 geboren wurden. Während er der „68er-Generation“ für den Kampf für ein „fortschrittliches Deutschland“ dankte, erklärte er gegenüber all denen, die in diesem Jahr die Volljährigkeit erreichen, dass sie die Zukunft des Landes seien. Bevor er einen Blick in die Zukunft seiner Gemeinde warf, schaute der Verwaltungschef noch einmal zurück auf das abgelaufene Jahr mit seinen Baumaßnahmen, aber auch den Wahlen. Deren Ausgang habe im Saarland Kontinuität gebracht, erschreckt habe ihn aber das Abschneiden einer Partei bei der Bundestagswahl. In Richtung Heiko Maas gab Faust den Verantwortlichen mit auf den Weg, „bei ihren Forderungen und Verhandlungsergebnissen auch die Auswirkungen auf die Kommunen zu bedenken.“

Für ein zweigeteiltes Echo in der Zuhörerschar sorgte selbst beim Neujahrsempfang noch das Aufstellen des ersten stationären Blitzers im vergangenen Sommer. Faust erklärte, dass an einem Sonntag mehr als 200 Autofahrer mit erhöhter Geschwindigkeit aufgefallen seien, dennoch blieb das Gelächter beim Rückblick auf die Sprengung des Geräts nicht aus, wobei die Täter bis heute nicht gefasst seien.

Den größten Beifall der Gäste erhielten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr, denen Faust seinen großen Dank zollte. Er selbst war im vergangenen Jahr bei der Bergung einer Leiche und bei der Brandbekämpfung mit einem Schwerverletzten vor Ort. „Was ihr leistet, ist enorm“, betonte er. Schließlich gab es am Ende seiner Ansprache einen Ausblick in die Zukunft der Gemeinde. Hier rechnet Faust im Jahr 2018 mit einem Defizit von rund 170 000 Euro. Das, so erklärte er, resultiere aus einer geringeren Kreisumlage, höheren Schlüsselzuweisungen, aber auch der Erhöhung der Steuern. „Die Liste der Wünsche ist groß, und viele Wünsche sind berechtigt und auch geboten“, erklärte er.

Vor allem der Gehweg zwischen Ensdorf und Schwalbach, der Ausbau der FGTS sowie dringende Kanalbauarbeiten an der Straße Im Pfarrgarten, sagte er, würden den Kreditrahmen deutlich sprengen. Trotz aller Schwierigkeiten ist sich Faust jedoch bei einem sicher: „Vorwärts, vorwärts, nie zurück“, bediente er sich zum Schluss seiner Rede einem Gedicht von Hoffmann von Fallerleben, um seinen Kurs im neuen Jahr zu beschreiben.



Überraschungsgast des Abends war die Saarländerin Filiz Arslan, die 
Halbfinalistin bei „The Voice of Germany“ gewesen ist.
Überraschungsgast des Abends war die Saarländerin Filiz Arslan, die Halbfinalistin bei „The Voice of Germany“ gewesen ist. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin