Die Wärme bleibt im Haus

Ensdorf. Der Gesetzgeber macht heute beim Bauen Vorschriften, welche Fenster eingesetzt werden, wie gedämmt werden soll und so weiter. Doch durch geschickte Bauweise und noch bessere Wärmeschutzmaßnahmen kann die Umweltbilanz eines Hauses weitaus besser werden

Ensdorf. Der Gesetzgeber macht heute beim Bauen Vorschriften, welche Fenster eingesetzt werden, wie gedämmt werden soll und so weiter. Doch durch geschickte Bauweise und noch bessere Wärmeschutzmaßnahmen kann die Umweltbilanz eines Hauses weitaus besser werden. Die Familie De Fazio aus Bous hat im Neubaugebiet Ensdorf Süd ein Haus gebaut, das so vorbildlich in Sachen Klimaschutz ist, dass der Umweltminister Stefan Mörsdorf dafür die Grüne Hausnummer vergab. Und der Kreistag hat dafür einstimmig sogar den Kreisumweltpreis, der in diesem Jahr unter dem Motto "Energie sparen - Klima schützen" stand, vergeben. Die Verleihung des mit 1800 Euro dotierten ersten Preises ist am 19. November um 18 Uhr im Landratsamt Saarlouis. Im Internet war Manuel De Fazio auf die Ausschreibung gestoßen. Seit Sommer 2007 wohnt die Familie in ihrem Eigenheim im Neubaugebiet. "Hier wohnen 40 Kinder, da haben unsere Kinder Spielkameraden. Die Lage ist zentral und trotzdem ruhig", erklärt Mutter Eva. Die Kinder werden umweltbewusst erzogen. Ihr Vater erläutert: "Wir machen ihnen klar, dass wir nicht unnötig Strom und Wasser verbrauchen." Finanzielle Erwägungen gaben hauptsächlich Anlass zum Energie sparenden Bauen. De Fazio: "Wir haben fast 50000 Euro in den Umweltschutz investiert." Diese Kosten würden sich jedoch bei den derzeit hohen Energiepreisen rasch amortisieren, glaubt er. Auf einen Keller wurde verzichtet. "Da rappelt sich schnell was zusammen, 40000 Euro bestimmt", erklärt De Fazio. Dieses Geld habe er in den Bau des Niedrigenergiehauses gesteckt. Als erstes erwähnt er die Solewärmepumpe. Dafür wurden im Garten drei Bohrungen mit Tiefen von 61 Meter eingebracht, um die Wärme des Erdreichs zu nutzen. Der Fußbodenheizung reicht eine Vorlauftemperatur von 31 Grad. Dazu kommt eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. "Der Clou ist, dass die verbrauchte warme Luft in einen Wärmetauscher geht und die Wärme im Haus bleibt", sagt De Fazio. "Wir haben unser Haus auch zur Sonne hin ausgerichtet." Dazu musste der Bauplan geändert werden. Durch die hohen Doppeltüren anstelle von Fenstern kommt zusätzlich Sonne in die Wohnung. Auf dem Dach wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Der produzierte Strom wird ins Netz eingespeist. Die Familie erhält pro Kilowatt 49 Cent. Und das Haus ist sehr gut gedämmt. "Acht bis zwölf Zentimeter Außendämmung sind Standard, wir haben 20 Zentimeter Styropor. Im Dachstuhl haben wir 240 Millimeter Steinwolle, Standard sind 160", sagt De Fazio. Er ergänzt: "Man soll nicht immer nur fordern, sondern selber das Heft in die Hand nehmen und in seinem Bereich etwas für die Umwelt tun." gal