Ensdorf : Die Hitzewelle belastet auch die Fische

Ensdorf : Die Hitzewelle belastet auch die Fische

Hitze entzieht dem Wasser Sauerstoff: Doch in den Angelweihern der Region scheinen die Fische die Dauerhitze bislang ganz gut wegzustecken.

Die aktuelle Hitzewelle soll nach einer kurzen Verschnaufpause am Mittwoch wieder weiter gehen. Für viele Menschen ist die konstante Hitze ziemlich belastend. Wenn dann noch Starkregen vom Himmel kommt, wird die Lufttemperatur schwül. Es kommt das Gefühl auf, als hätte die Luft, die man einatmet, einen so geringen Sauerstoffanteil, dass man kurz davor ist zu kollabieren. Dasselbe Problem haben auch die Fische. Sie kommen an ihre Grenzen.

Bislang aber haben die Fische die Hitze und den reduzierten Sausersoffgehalt zumindest in den Angelweihern rund um Saarlouis wegstecken können. Das ergab ein Rundgang an mehreren Weihern. Auch Peter Becka, Vorsitzender des Angelsportvereins Ensdorf, hat nach eigenem Bekunden noch von keinen Problemen gehört.

Und aus dem Stadtgebiet von Saarlouis sei ihm nichts über ein Fischsterben bekannt geworden, sagte am Freitag der Sprecher der Stadt, Sascha Schmidt.

Der Weiher in Ensdorf ist eine Ausnahme in der Region. Mit einer Maximaltiefe von über sechs Metern und einer Durchschnittstiefe von vier Metern sind die Rahmenbedingungen gegeben, unter denen Fische diese Hitzewelle gut überstehen. Denn Fische flüchten unter diesen Bedingungen in tiefere Wasserschichten.

Der etwa 1,3 Hektar große Ensdorfer Weiher ist zudem in einer ehemaligen Lehmgrube entstanden. Durch die Lehmbeschichtung bleibt das Wasser erhalten, es muss keines zugeführt werden.

Nur wenige Weiher im Kreis haben eine Tiefe von über vier Metern, was den Fischen nicht die Chance gibt, buchstäblich abzutauchen.

Ganz unberührt von der Hitzewelle bleibt der Angelsportverein Ensdorf nicht. Die Zuchtbecken mit einer Tiefe von nur 46 Zentimetern leiden stark unter der Hitzewelle. „Wenn die Fische an die Wasseroberfläche kommen und nach Luft schnappen, muss man reagieren, wir pumpen mit der Feuerwehr von unserem Weiher direkt Wasser in die Zuchtbecken, um den Sauerstoffgehalt zu normalisieren“ meinte Becka. Die Feuerwehr nutzt dies auch, um mit der Jugend den Aufbau von Wasserschläuchen zu üben.

Einige Weiher verwenden so genannte Belüftungsanlagen, die durch das Schlagen von Paddeln oder Hochpumpen von Wasser den Sauerstoffgehalt regulieren. Die Stichprobe an mehreren Weihern ergab aber auch, dass die Fische in den Zuchtbecken wohlauf waren.

Den Anglern ist es wichtig, dass es den Fischen gut geht. Wegen der Fische, aber auch, weil sie sonst keinen guten Fang machen können. Denn Fische werden inaktiver, wenn der Sauerstoffgehalt fällt. Da die Fische versuchen zu überleben, stellen sie ihren Stoffwechsel um. Damit sie Energie sparen, senken sie Ihre Aktivität. Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff als kaltes Wasser. Im Vergleich zu zehn Grad Wassertemperatur hat das Wasser bei 28 Grad nur noch ein gutes Drittel seines Sauerstoffanteils, rechnet das Leibniz-Institut für Gewässerökologie vor.

Forellen reagieren sensibel. Diese Forelle im Ensdorfer Angelweiher ist putzmunter. Foto: Alexander Avdeev

Ein oft ersehnter Platzregen ist zweischneidihg. Denn er spült oft viele Nährstoffe in die Gewässer, die organischen Materialien wie Schlamm und Laub erzeugen eine erhöhte Algenbildung. Algen verbrauchen sehr viel Sauerstoff und damit reduzieren sie zusätzlich den Sauerstoffgehalt. Damit kommen viele Fische nicht zurecht und es kann zu einem Sterben der Fischbestände kommen – wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird.