Die 20:100-Pleite ist Geschichte

Die 20:100-Pleite ist Geschichte

Ensdorf. Im Jahre 1885 wurde der Turnverein "Gut Heil" im Gasthaus Hollinger in Ensdorf, ganz im Sinne des Turnvaters Friedrich Ludwig Hahn, als reiner Turnverein gegründet. Das blieb er dann auch bis ins Jahr 1960. Da fand eine Gruppe Abiturienten im Schulsport Gefallen am Basketball und gründete die entsprechende Abteilung

Ensdorf. Im Jahre 1885 wurde der Turnverein "Gut Heil" im Gasthaus Hollinger in Ensdorf, ganz im Sinne des Turnvaters Friedrich Ludwig Hahn, als reiner Turnverein gegründet. Das blieb er dann auch bis ins Jahr 1960. Da fand eine Gruppe Abiturienten im Schulsport Gefallen am Basketball und gründete die entsprechende Abteilung.In dieser Mannschaft spielten auch der jetzige Vereinsvorsitzende Günter Kleemann und sein Beisitzer Heinrich Rupp. "Wir haben damals ohne Trainer und ohne Zuschauer gespielt und das erste Spiel gegen Saar 05 Saarbrücken um die 20:100 verloren", erinnert sich der Vereinsvorsitzende und lacht.

1974 wurde Günter Kleemann dann zum ersten Mal Vorsitzender des TuS Ensdorf. Bis 1999 blieb er der erste Ansprechpartner für Sport in Ensdorf. "Dann war es mal Zeit für ein neues Gesicht", fand Kleemann. Er selbst wollte sich zu diesem Zeitpunkt ganz aus dem Vorstand zurückziehen und hätte nie damit gerechnet, dass er elf Jahre später diesen Posten wieder innehaben würde. Doch der damalige Vorsitzende Hans-Joachim Mathis wurde krank. Es fand sich kein Nachfolger. Und so ließ sich Kleemann für eine zweite Amtszeit breitschlagen. Gemeinsam mit seinem jetzigen Beisitzer und Freund aus Jugendtagen, Heinrich Rupp, können die beiden Herren in der langen Geschichte des TuS auf besondere Ereignisse zurückblicken. Zusammen mit sechs weiteren saarländischen Vereinen waren sie vor zirka 40 Jahren Ausrichter des Landesturnfests, nahmen zwei Mal an den Deutschen Seniorenmeisterschaften der Ü 40 im Basketball teil. Die Jazz-Dance-Gruppe tanzte in den 90er-Jahren in der 2. Bundesliga, und in Leichtathletik heimsten sie einige Saarland- und Kreismeistertitel ein.

Im Laufe der Zeit ist der Verein immer weiter gewachsen. Zurzeit zählt er acht Abteilungen. Das vor 117 Jahren so populäre Turnen beschränkt sich mittlerweile auf Mutter-Kind- und Kleinkinderturnen. Neben Volleyball, Tanzsport und Leichtathletik spricht der Verein mit Fitness und Breitensport auch ältere Sportbegeisterte an.

Kleines Sorgenkind des Vereins ist momentan die Leichtathletik. "Uns fehlt hier leider der Nachwuchs. Mannschaftssportarten sind beliebter", klagt die verantwortliche Abteilungsleiterin Monika Schwarz. Besonders die Basketball-Abteilung erfreut sich momentan so großer Beliebtheit wie nie. Allen voran geht die erste Herrenmannschaft, die momentan in der Oberliga auf Tabellenplatz drei liegt.

Neben sportlichen Aktivitäten engagiert sich der Verein auch in der Gemeinde. "Wir waren die Ersten, die mit Essen- und Getränkeständen die Ensdorfer Kirmes zu dem gemacht haben, was sie heute ist, und wir sind immer noch jedes Jahr dabei", betont Beisitzer Rupp stolz. Für die Zukunft wünscht sich der Vorstand, "dass es so weitergeht wie bisher und wir vielleicht mal wieder 900 Mitglieder zählen", sagt der Vorsitzende. So viele waren es in der Hochzeit des Vereins in den 90er Jahren. Im Moment ist der TuS mit etwa 600 Mitgliedern immer noch der größte Verein in der Gemeinde.

Eltern und Kinder turnen gemeinsam. Fotos: Sarah München.
Die U 13-Saarland-Pokalsieger des TuS Ensdorf.
Die Basketballer des TuS Ensdorf bejubelten zu Jahresbeginn den Pokalerfolg über den Regionalligisten Baskets Völklingen. Foto: Rolf Ruppenthal.
Eltern und Kinder turnen gemeinsam. Fotos: Sarah München.
Die U 13-Saarland-Pokalsieger des TuS Ensdorf.

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