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Pétanque: Der große Wurf bleibt beim Heimspiel aus

Pétanque : Der große Wurf bleibt beim Heimspiel aus

Die Sonne brennt am Samstag erbarmungslos auf das großzügige Terrain gegenüber des Ensdorfer Freibads herab. Eileen Jenal darf sich davon nicht beirren lassen. Die 18-Jährige vom BC Niedersalbach muss jetzt kühlen Kopf bewahren, um in ihrem dritten Vorrundenspiel bei der Deutschen Pétanque-Meisterschaft im Tête-à-tête das frühe Aus vor Heimkulisse zu vermeiden. Nach dem 13:6-Auftaktsieg über Lasse Stentenbach aus Aachen hatte sie es ausgerechnet mit Daniel Orth (Schwetzingen) zu tun bekommen, der nach dem Vorjahrestriumph in Neunkirchen-Seelscheid als Titelverteidiger in Ensdorf angereist war. Sie unterlag 9:13, wobei aus ihrer Sicht mehr drin gewesen wäre: „Der Gegner war gut, aber ich hätte besser spielen können“, sagte Jenal, die 2010 mit zehn Jahren ihre erste Jugend-DM im Dreierteam bestritten hatte und sofort den Titel bei den Jüngsten, den „Minimes“ gewann.

Nun muss sie in der „Barrage“ erneut gegen Stentenbach ran. Nachdem Jenal eine ihrer drei Kugeln zum 8:5 näher an das „Schweinchen“, wie die Zielkugel im Boule liebevoll genannt wird, herangebracht hat, kontert ihr Gegner mit zwei Kugeln zum 7:8 – es wird wieder eng. Doch dann scheint das Daumendrücken der vielen Zuschauer am Rand zu wirken: Jenal zieht auf 11:7 davon und macht in den nächsten Aufnahmen die zwei fehlenden Punkte zum 13:7. „Ich war eigentlich die ganze Zeit sehr locker. Ich bin ja schon zehn Jahre dabei, da ist die Nervosität nicht mehr so groß“, sagt sie nach dem Alles-oder-nichts-Spiel. Gerade bei der Heim-DM wäre ein Szenario wie 2016, als sie die K.o.-Runde nach zwei Schlappen verpasst hatte, schon bitter gewesen.

Genau so kam es aber für gleich fünf der neun gestarteten Saarländer bei den Titelkämpfen vor der Haustür, womit künftig ein DM-Startplatz wegfällt. Unter anderem erwischte es Jenals Clubkollege Sascha Löh. Der Deutsche Meister im Tête-à-tête von 2013 und 2000 verlor die ersten zwei Spiele. Patrice Wolff, im Vorjahr noch Halbfinalist, scheiterte in der Barrage. Am Ende war es Andreas Ludwig vom BC Saarlouis, der auf dem neu hergerichteten Platz von Gastgeber RKV Ensdorf am weitesten kam: Für ihn war im Viertelfinale mit 6:13 gegen Leon Gotha-Jecle (Edingen-Neckarhausen) Endstation. Jenal erreichte dank des 13:8 über Niclas Zimmer aus Freiburg zumindest ihr Minimalziel, eine weitere Partie zu gewinnen. In der Runde der letzten 32 unterlag sie dem Regensburger Alexander Bauer mit 7:13. Das Achtelfinale 2015 bleibt so ihr größter Erfolg, aber immerhin war sie neben Sylvia Bauer (Tromm) die beste der zwölf Frauen unter den 128 Startern in Ensdorf. Der Titel bei der 37. Einzel-DM ging an Robin Stentenbach (Bad Godesberg), der David Monti vom BC Wittlich 13:3 bezwang.