1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Ensdorf

Burg wirft sich mächtig ins Zeug

Burg wirft sich mächtig ins Zeug

Ensdorf. Es ist noch früh an diesem Morgen, als Andreas Burg (71) mit konzentriertem Blick die Wurfanlage des Rasenkraftsportvereins Ensdorf betritt. Konzentration ist auch gefragt. Geht es doch um die deutsche Meisterschaft der Senioren im Rasenkraftsport, bei der 130 Athleten um die Titel im Gewichtwurf, Hammerwurf und Steinstoßen kämpften

Ensdorf. Es ist noch früh an diesem Morgen, als Andreas Burg (71) mit konzentriertem Blick die Wurfanlage des Rasenkraftsportvereins Ensdorf betritt. Konzentration ist auch gefragt. Geht es doch um die deutsche Meisterschaft der Senioren im Rasenkraftsport, bei der 130 Athleten um die Titel im Gewichtwurf, Hammerwurf und Steinstoßen kämpften. Außerdem um den Titel in der Königsdisziplin Dreikampf, der sich aus diesen drei Wettbewerben zusammensetzt.Burg, der im Schwergewicht (plus 80 Kilo) in der Alterklassen der über 70-Jährigen für Ensdorf startet, tritt zunächst bei seiner Paradedisziplin Gewichtwurf an. Er trägt an der linken Hand einen Lederhandschuh, in der rechten hält er das fünf Kilo schwere, kugelförmige Gewicht an einer Eisenkette, das dem Hammer beim Hammerwurf ähnelt und sich nur durch die kürzere Kette unterscheidet. Burg pustet noch einmal kräftig, hebt das Gewicht über seinen Kopf, beginnt sich zu drehen. Ein, zwei Mal. Das Gewicht verlässt die Hände des Athleten und landet bei 22,98 Meter. Burg verlässt den Wurfring zufrieden und sagt: "So weit habe ich noch nie geworfen." Und weiter wirft an diesem Tag in dieser Disziplin auch nur Arno Willershäuser aus Gießen.Doch manchmal entscheidet sich Rasenkraftsport auch schon vor dem eigentlichen Wettkampf. Denn bevor die Athleten um den weitesten Wurf kämpfen, geht es zunächst auf die Waage. "Damit kein Athlet, der 46 Kilo wiegt, gegen einen antreten muss, der 86 Kilo wiegt", erklärt der Sportwart des RKV Ensdorf, Stefan Schorr. Und da Willershäuser die Wiegezeit verpasst hatte, konnte er nur noch außer Konkurrenz starten. Dies bescherte Burg in der ersten Disziplin gleich seinen ersten deutschen Titel. Eigentlich ist Burg Leichtathlet und nur für die deutsche Meisterschaft dem RKV beigetreten. "Bei den nächsten Disziplinen falle ich aber zurück", erklärt er mit Blick auf die Dreikampf-Wertung. Und in der Tat: Beim Hammerwurf läuft es nicht wie gewünscht. Am Ende steht mit 37,55 Meter Platz vier zu Buche. Ebenso im Steinstoßen, bei dem die Athleten einen fünf Kilo schweren Eisenklotz in die Sandgrube werfen. "Vieles ist Kopfsache. Man weiß zwar, wie man werfen will. Doch bis es bei den Füßen angekommen ist, ist es manchmal zu spät", sagt Burg, der erst mit 42 Jahren durch die Sportabzeichen-Aktion mit Sport begonnen hat. "Früher habe ich Fußball gespielt. Aber in der zweiten Mannschaft, weil ich zu faul war, zu laufen", lacht Burg.Seit 30 Jahren ist er in der Leichtathletik aktiv. Und das sehr erfolgreich: Zahlreiche Landesmeistertitel und Landesrekorde konnte Burg erringen. "Ich war schon immer ehrgeizig. Auch im Beruf", erklärt der pensionierte Maschinenbautechniker. Beim Rasensport war er vor zehn Jahren erstmals aktiv. "Aber in letzter Zeit nicht mehr", erzählt er. Der Diskus-Spezialist ergänzt: "Die technischen Disziplinen halten mich fit. Denn man kann immer was verbessern. Beim Laufen muss man nur darauf achten, dass kein Baum im Weg ist", sagt Burg. Übrigens: Trotz des erwarteten Abrutschens in der Dreikampf-Wertung reicht es am Ende für Platz drei.