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5 Jahre Saarpolygon in Ensdorf auf Bergehalde: So feierte das Saarland

Großes Jubiläum in Ensdorf : So feierte das Saarland den 5. Geburtstag des Saarpolygons

Fünf Jahre Saarpolygon. Anlass genug, den Geburtstag auf der Bergehalde zu feiern. Mit vielen Gästen, Besuchern und Musik.

Wer Geburtstag hat, der lädt sich gerne Gäste ein. Und wenn man weit über die Grenzen der Gemeinde, des Landkreises und des Saarlandes hinaus bekannt ist, dann dürfen es selbst beim fünften Geburtstag schon mal ein paar mehr Gratulanten sein.

Diese kamen am Sonntagvormittag aus Nah – so wie Andrea Röhlen aus Ensdorf, aber auch aus der Ferne – so wie die Architekten und „Erfinder des Saarpolygons“, Katja Pfeiffer und Oliver Sachse aus Berlin. Sie alle eint die ungebrochene Faszination für das Saarpolygon. Andrea Röhlen wohnt ganz in der Nähe, hat von ihrem Garten aus einen wunderschönen Blick auf die Landmarke. Sie verrät, dass sie damals, als die Bodenplatte fertiggestellt wurde, über den Zaun geklettert sei und die ersten Fotos gemacht habe. Aber auch, als die Brücke montiert wurde, war sie am frühen Morgen des 7. Juni 2016, auf der Halde dabei – bewaffnet mit ihrer Kamera und einem Piccolo. Für das passende Getränk brauchte sie am vergangenen Wochenende nicht selbst zu sorgen. Eingeladen zur zweitägigen Party hatte stellvertretend für das Geburtstagskind Saarpolygon auf der Bergehalde Duhamel der Förderverein BergbauErbe Saar. Während am Samstagabend das Konzert mit der Band „Simply Unplugged“ die Gäste mit Popmusik unter dem Saarpolygon verwöhnte, stand am Sonntag ganz besonders die Traditionspflege auf dem Programm.

Musikalisch eröffnet wurde der Sonntag von den Bergmusikanten unter der Leitung von Bernhard Stopp. Als die ersten Töne des „Steigerliedes“, der saarländischen Nationalhymne, erklangen, sorgte die Musik gepaart mit der wohl einmaligen Atmosphäre auf der Halde, für Gänsehaut bei den frühen Gästen. Die Begrüßung am Sonntag lag in den Händen von Hans-Jürgen Becker, Vorsitzender des Fördervereins BergbauErbe Saar. „Fünf Jahre zu feiern, das scheint vielleicht etwas ungewöhnlich. Doch der Vorstand hatte diesen Wunsch, da der Verein es in der vergangenen Zeit nicht einfach hatte“, erklärte er und machte Werbung für eine Mitgliedschaft im Förderverein. In einem kurzen Rückblick ließ er die fünf Jahre des Polygons mit Shuttle-Tagen, besonderen Illuminationen und Konzert­events Revue passieren. Sehr intensiv hat sich Volker Hagelstein aus dem Vorstand im Vorfeld zum Jubiläum mit dem Bauwerk auseinandergesetzt und der Landmarke damit zweifelsohne das schönste Geburtstagsgeschenk beschert. Sein Buch „Das Saarpolygon – Die Realisierung einer Idee“ beleuchtet auf 225 Seiten in 180 Abbildungen die Idee dieses Denkmals für den Bergbau an der Saar. Sowohl Leser, die gerne Bilder anschauen, als auch solche, die Informationen zur Geschichte des Bergbaus suchen oder sich für die zahlreichen technischen Details rund um die Landmarke interessieren, sie alle spricht Hagelstein an. Die ersten Käufer sicherten sich ihr Exemplar bereits während der Vorstellung.

Als eine der ersten Leser durfte sich Elfriede Coutier aus Völklingen-Wehrden über eine persönliche Widmung freuen. Sie war auch bei der Eröffnungsfeier des Polygons zu Gast, ihr Mann, erzählte sie, war auf der Grube Duhamel beschäftigt. Das Buch werde zu Hause einen Ehrenplatz bekommen, ein weiteres Exemplar, sagte sie, soll ein Geburtstagsgeschenk werden. Harald Amann aus Fraulautern hingegen hatte beruflich nichts mit dem Bergbau zu tun, ist aber seit vielen Jahren Mitglied im Förderverein. „Ich sehe das Polygon jeden Tag von zu Hause aus und es hat mich von Anfang an fasziniert. Uns zieht es immer wieder hier auf die Bergehalde“, erklärte er. Natürlich sicherte sich auch Andrea Röhlen eines der ersten Exemplare. „Ich bin einfach immer noch begeistert wie am ersten Tag. Mein Respekt gilt den Männern aus dem Verein, die sich gegen den Widerstand durchgesetzt haben und das Saarpolygon verwirklicht haben. Es erinnert in würdiger Weise an den Bergbau und ich kann sagen, ich bin stolz, Ensdorferin zu sein“, erklärte sie.

Aber auch in Berlin, im Architekturbüro Pfeiffer Sachse wird das Werk „Das Saarpolygon“ einen Ehrenplatz haben. Gerne erinnern sich die beiden an diese Aufgabe, die „etwas ganz Einmaliges“ war. „Das Saarpolygon hat schon einen Bekanntheitsgrad in Berlin“, erklärt Katja Pfeiffer. Besonders freuten sich die „Erfinder“ der Landmarke darüber, dass der Zuspruch nach fünf Jahren nicht nur ungebrochen, sondern sogar noch größer geworden ist. „Für uns ist es der schönste Moment, wenn die Menschen auf uns zukommen und erklären, dass ihnen das Polygon etwas bedeutet“, sagte Oliver Sachse. Er hofft darauf, dass das Bauwerk die nächsten 50 Jahre überdauert, Volker Hagelstein wünscht sich, dass das Polygon die 100 Jahre voll machen wird. Der fünfte Geburtstag jedenfalls wurde am Sonntagnachmittag mit dem Saarknappenchor und dem Musikverein Ensdorf gefeiert.