| 20:43 Uhr

Kirchenjubiläum
150 Jahre Pfarrkirche St. Marien Ensdorf

Die Kirche St. Marien Ensdorf päsentiert sich mit ihrem markanten Turm, der erst im Jahr 1953 eingeweiht wurde.
Die Kirche St. Marien Ensdorf päsentiert sich mit ihrem markanten Turm, der erst im Jahr 1953 eingeweiht wurde. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Ensdorf. Heute lädt die Pfarrgemeinde zum Auftakt der Feierlichkeiten zu einem Gottesdienst, der die Gemeindemitglieder hervorhebt.

„Natürlich hoffe ich, dass heute Abend viele zur Messe kommen werden und auch anschließend mit uns den Beginn des Jubiläumsjahres feiern“, sagt Katharina Müller aus Ensdorf. Sie ist Mitglied im siebenköpfigen Pfarrgemeinderat (PGR) der Pfarrei St. Marien Ensdorf und hat zusammen mit Rosmari Debong den Festgottesdienest zum Auftakt des Jubiläumsjahrs maßgeblich vorbereitet.


Die beiden Frauen, die sich seit vielen Jahren in den verschiedenen Gremien der Kirchengemeinde ehrenamtlich engagieren, haben sich, das wird im Gespräch schnell deutlich, sehr viele Gedanken über die Inhalte des Gottesdiensts gemacht. Sie wollen das Thema der Synode aufgreifen, den hoffentlich zahlreichen Besuchern die Wichtigkeit jedes Einzelnen in der Kirche bildhaft machen. „Dazu werden wir eine Mauer vor dem Altar aufbauen. Jeder Stein ist in dieser Mauer wichtig, hat seinen Platz, wird gebraucht. So, wie jedes Mitglied in der Gemeinde gebraucht wird“, erklärt Müller.

Mit dieser Symbolik wollen sie dann auch den Bogen zur Pfarrkirche spannen — denn um die geht es im Jahr 2018 ganz besonders. Wobei, da sind sich Debong, Müller und auch Inge Spang, ebenfalls im Ensdorfer PGR aktiv, einig: das Jubiläum des Gebäudes spornte die Mitglieder des Gremiums deutlich weniger an als der eigene Glaube und die Gemeinschaft.



„Mein Glaube ist mir sehr wichtig, und die Gemeinschaft, die ich hier erfahre, tut mit gut. So etwas hängt eher weniger an einem Gebäude“, sagt Katharina Müller. Beim Gottesdienst heute Abend will das Vorbereitungsteam die Kirchenbesucher mit einigen Fragen konfrontieren. „Wir möchten gerne von den Leuten wissen, was sie sich von ihrer Gemeinde in Zukunft wünschen, aber auch kritisch fragen, was sie bereit sind beizutragen“, erklärt Katharina Müller.

Diesen Appell, sagt Rosmari Debong, schicken sie in die gesamte Pfarrei. Vielleicht, so hoffen sie, finden auch auf diese Weise wieder mehr Menschen den Weg in die Kirche. „Mir ist klar, dass das nicht in ein oder zwei Jahren zu schaffen ist, aber vielleicht bewegen wir etwas in den nächsten zehn Jahren“, sagt sie hoffnungsvoll.

Die Hoffnung, da sind sich alle drei einig, hat sie angetrieben, sich bei den Vorbereitungen zum Jubiläum zu beteiligen. „Wir waren uns von Anfang an bewusst, dass wir dabei mit unseren Kräften haushalten müssen. Wir sind sieben Leute, jeder bringt sich ehrenamtlich ein, leistet 100 Prozent“, betont Debong. So entschied sich das Gremium schließlich auch gegen ein großes Pfarrfest, in der Vorausschau, dass es überaus schwierig werden würde, Helfer für eine so große Veranstaltung zu finden.

Auch eine Festschrift wird es nicht geben, es gibt noch zahlreiche Exemplare zum 125-jährigen Jubiläum der Pfarrkirche. „Angedacht ist, das Buch durch einen Einleger mit der Aufarbeitung der letzten 25 Jahre zu ergänzen“, sagt Spang. Vor allem, erklärt sie, setzt man im Jubiläumsjahr viel lieber auf kleinere Impulse. Die kommen ganz unterschiedlich daher. „Wir wollen mit allen Ensdorfern gemeinsam wandern, feiern, Gottesdienste halten, aber auch schöne Musik in unserer Kirche genießen“, fasst Rosmari Debong die Angebote im Festjahr zusammen.

Unvorstellbar ist für alle drei, dass vor etwas mehr als 150 Jahren in Ensdorf keine Pfarrkirche stand, sich die Gläubigen mit der Fähre, später mit dem Boot über die Saar nach Lisdorf zum Kirchgang aufgemacht haben, bis sie schließlich im Jahr 1868 in Endorf ihre eigene Kirche erhielten (siehe Chronik). Auch heute noch, sagt Debong, sind die Katholikenzahlen in Ensdorf sehr hoch. „Doch die, die sich wirklich verantwortlich fühlen, werden immer weniger.“ In Ensdorf haben es die sieben Mitglieder des PGR zusammen mit den Hauptamtlichen auf sich genommen, mit ihren Möglichkeiten dem Haus des Herrn einen schönen und vor allem lebendigen Geburtstag zu gestalten. Und natürlich würden sie sich freuen, wenn diese Angebote angenommen würden.

So sah der Turm der Ensdorfer Pfarrkirche bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aus.
So sah der Turm der Ensdorfer Pfarrkirche bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg aus. FOTO: Katholisches Pfarramt Ensdorf / Carolin Merkel
Pfarrkirche St. Marien Ensdorf: Unser Foto zeigt den eingerüsteten Turm bei seinem Bau im Jahr 1953.
Pfarrkirche St. Marien Ensdorf: Unser Foto zeigt den eingerüsteten Turm bei seinem Bau im Jahr 1953. FOTO: Katholisches Pfarramt Ensdorf / Carolin Merkel
Die Klais-Orgel kam im Jahr 1961 in die Pfarrkirche St. Marien in Ensdorf und bereichert die Gottesdienste in ihrer Liturgie.
Die Klais-Orgel kam im Jahr 1961 in die Pfarrkirche St. Marien in Ensdorf und bereichert die Gottesdienste in ihrer Liturgie. FOTO: Katholisches Pfarramt Ensdorf / Carolin Merkel
Rosmari Debong, Katharina Müller und Inge Spang (von links) gehören zum Vorbereitungsteam des Kirchenjubiläums in Ensdorf.
Rosmari Debong, Katharina Müller und Inge Spang (von links) gehören zum Vorbereitungsteam des Kirchenjubiläums in Ensdorf. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
(cim)