Eine wahre Fundgrube für Geschichtsbewusste

Eine wahre Fundgrube für Geschichtsbewusste

Schmelz. Die Zeichnung einer Olivenöl-Amphore aus Andalusien ziert den Titel der 20. Schmelzer Heimathefte. Aber was hat ein Gefäß aus Spanien mit der Primsgemeinde zu tun? Eine Menge, wie die Autoren Edith und Eric Glansdorp herausgefunden haben

Schmelz. Die Zeichnung einer Olivenöl-Amphore aus Andalusien ziert den Titel der 20. Schmelzer Heimathefte. Aber was hat ein Gefäß aus Spanien mit der Primsgemeinde zu tun? Eine Menge, wie die Autoren Edith und Eric Glansdorp herausgefunden haben. Ihr Ausflug in eine fünf Meter lange Aschengrube aus dem zweiten Jahrhundert in Limbach brachte im Jahre 2000 einige interessante Schätze aus römischer Zeit zu Tage. Zu den herausragenden Stücken unter den rund 70 Gegenständen gehörte diese nahezu vollständig erhaltene Amphore. Über den noch lesbaren Herstellerstempel war als Produktionsort ein Städtchen nordöstlich von Sevilla zu ermitteln.Die Reise 1800 Jahre zurück in die Schmelzer Vergangenheit ist aber nicht die einzige spannende Geschichte im Jubiläumsheft des Historischen Vereins Schmelz. "Auch die 20. Ausgabe der Schmelzer Heimathefte bietet wieder Heimatforschung en gros und en detail", lobte Klaus Brill, Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und Heimatforscher aus Alsweiler, die Arbeit der vier beteiligten Autoren. Brill stellte das 119 Seiten starke Büchlein gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Historischen Vereins, Johannes Schmitt, in der Schmelzer Filiale der Volksbank vor. Der Journalist fand für die Themenwahl, den Stil und das wissenschaftliche Niveau des Heftes ausschließlich lobende Worte.So auch über den Beitrag von Schmitt selbst, der über Herrschaftskonflikte in Dagstuhl, Hüttersdorf, Illingen und Saarwellingen im frühen 18. Jahrhundert schreibt. Unter anderem lässt Schmitt hier eine Auseinandersetzung der Untertanen gegen die Herren von Hüttersdorf Revue passieren, die vor dem Reichskammergericht landete - das damals höchste Gericht auf deutschem Boden. So viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten: Es ging dabei um das Recht auf die Jagd, das Fischen und die Nutzung von Wald auf herrschaftlichem Gebiet. Elmar Schmitt beschäftigt sich in seinem ersten Beitrag für die Heimathefte zum zweiten Mal mit alten Hüttersdorfer Hausnamen. "Hausnamen, die oft schon seit mehreren Generationen mit Familien und ihren Häusern verbunden sind, stellen für den Verfasser ein Stück Heimat dar", schreibt Schmitt. "Sie wirken wie Zeugen aus einer Welt, die zu schwinden droht." Damit sie wenigstens nicht vergessen wird, hat er sich diesmal intensiv mit der Geschichte des Kutscher-Hauses befasst. Deren erste Bewohner waren tatsächlich einmal die Kutscher ihrer Herren.Seinen zweiten Beitrag im Heimatheft widmet Elmar Schmitt dem jüdischen Leben in der Gemeinde Schmelz. Dabei stellte er laut Klaus Brill fest: "Die jüdischen Mitbürger waren in die Dorfgemeinschaft voll integriert." Bis die Juden-Verfolgung in den 30er Jahren auch Schmelz erreichte. Geschlossen wird das Heimatheft mit einem Register der Schmelzer Heimathefte Nummer eins bis 20, zusammengestellt von Eric Glansdorp.Das 20. Schmelzer Heimatheft ist in einer Auflage von 450 Exemplaren erschienen und für zehn Euro bei der Volksbank Schmelz oder im Schmelzer Buchhandel zu erwerben.