Tag des offenen Denkmals: Einblick in Macht und Pracht früherer Zeiten

Tag des offenen Denkmals : Einblick in Macht und Pracht früherer Zeiten

Tag des offenen Denkmals am Sonntag im Kreis: Historische Bauten öffnen in Wallerfangen, Wadgassen, Lebach und Berus für Besucher.

„Macht und Pracht“ ist das Motto des Tages des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 10. September. Vereine, Gemeinden und Institutionen zeigen dann ihre Denkmäler. Gebäude, Plätze, Anlagen und vieles mehr, was sonst oft nicht für die Allgemeinheit zugänglich ist, öffnet an diesem Tag für Besucher. Auch der Landkreis Saarlouis lädt zum Tag des offenen Denkmals an besonderen Orten im Landkreis zu kostenlosen Führungen ein.

Über den Fabrikplatz und die Adolphshöhe in Wallerfangen führt Peter Winter um 11 und um 15 Uhr. Der Treffpunkt ist der Parkplatz des Rewe-Markts in der Hospitalstraße. Die Keramikfabrik in Wallerfangen, gegründet 1791 von Nicolas Villeroy, wurde 1836 neben Mettlach einer der beiden Gründungsstandorte von Villeroy & Boch. An die 1931 geschlossene und bis 1937 fast vollständig abgerissene Fabrik erinnern heute nur noch der Fabrikplatz und ein Denkmal.

Die Adolphshöhe mit dem ehemaligen Rathaus und Friedensgericht sowie drei Schulbauten wurde durch Nicolas Adolphe de Galhau ab 1860 auf familieneigenem Grund initiiert. Die städtebauliche Erweiterung zählt zu den bedeutenden Platzensembles des Historismus im Saarland.

In Wadgassen zeigt Patrik H. Feltes an diesem Tag die ehemalige Prämonstratenserabtei und die Cristallerie. „Macht und Pracht“ spiegelt sich in Präsenz und Bedeutung des Wadgasser Raumes wider. Die 1135 gegründete Prämonstratenserabtei war über 600 Jahre ein wirtschaftliches und geistig-kulturelles Zentrum der mittleren Saar. Die 1843 von Villeroy und Boch auf dem Klostergelände gegründete Cristallerie dominierte die Wadgasser Industrie bis weit ins 20. Jahrhundert hinein und erlangte Weltruf. Der Treffpunkt für die einstündigen Führungen um 11 und 14 Uhr ist vor dem Abteihof in Wadgassen.

Durch den ehemaligen Kasernenkomplex „Hermann Göring“ in Lebach führen um 10.30 Uhr Theresia Berwanger-Jochum, Hildegard Bayer und Thomas Rückher. Die Wohngebäude, Werkstätten, Fahrzeughallen, eine Kapelle sowie der zentrale Aufmarschplatz wurden ab 1938 errichtet. Die Anlage und die Gestaltung zeugen von der neuen Militärlandschaft in der Zeit des Nationalsozialismus. Ab April 1945 Sammellager von ehemaligen Zwangsarbeitern, die hier unter katastrophalen räumlichen und hygienischen Verhältnissen lebten, werden die Bauten heute überwiegend von Bildungsinstitutionen und Behörden genutzt. Die Führung berücksichtigt besonders die 2017 wiedereröffnete Michaelskapelle sowie Block 1 (Johannes-Kepler-Gymnasium). Der Treffpunkt für die etwa eineinhalbstündige Führung ist die Michaelskapelle, Dillinger Straße 67 und 69, auf dem Lebacher Schulcampus.

In der Führung „Die Kathedrale der Wellen – La cathédrale des ondes“ in Berus geleiten Rupert Schreiber und Axel Böcker um 14, 15, 16 und 17 Uhr durch die ehemalige Sendehalle Europa 1, inzwischen im Besitz der Gemeinde Überherrn. Die für einen staatlich konzessionierten, aber privatwirtschaftlich finanzierten Sender in den Jahren 1954 bis 1956 errichtete Anlage verbindet damals modernste Radiotechnik mit einer avantgardistischer Architektur. Der konstruktiv gewagte und für den tatsächlichen Gebrauch überdimensionierte Bau, der als architektonische Leistung seiner Zeit so ungewöhnlich und wegweisend war, gilt heute als ein herausragendes technisches Denkmal von europäischem Rang. Informationen zur Sendehalle erteilt die Gemeinde Überherrn unter Telefon (0 68 36) 90 90 oder E-Mail an rathaus@ueberherrn.de.

Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals beim Amt für Schulen, Kultur und Sport des Landkreis Saarlouis unter Telefonnummer (0 68 31) 44 43 20.