Ein Unbekannter hat in Steinbach Geschenke für die Jugendwehr gestohlen

Sauerei : Unbekannter klaut vom Tannenbaum Geschenke für die Jugendwehr

Gier kennt offenbar keine Grenzen mehr. Jetzt hat ein noch Unbekannter kleine Umschläge mit Geld von Tannenbäumen gestohlen, die von der örtlichen Jugendfeuerwehr abgefahren werden sollten. Die kleinen Geldbeträge waren ein Dankeschön für die Jugendlichen. Die Feuerwehr Steinbach lässt sich das nicht gefallen.

Ein Facebook-Beitrag der Feuerwehr Lebach-Steinbach sorgt derzeit für große Aufmerksamkeit. Darin richtet sich die Feuerwehr Steinbach an einen bislang Unbekannten, der am Samstag, 11. Januar, Geschenke gestohlen hat, die für die Jugendfeuerwehr gedacht waren. Die Feuerwehr sammelt jedes Jahr nach den Feiertagen im Januar die Tannenbäume ein, die die Bevölkerung am Straßenrand zur Abholung bereitlegt. An einigen Bäumen sind kleine Tüten und Briefumschläge mit Geld oder Schokolade angebracht – als Anerkennung der Baumbesitzer für das fleißige Einsammeln der Bäume.

Durch einen Steinbacher Bürger war es den Jugendlichen aufgefallen, dass eben diese Anerkennungen entwendet worden waren. Ein Anwohner war dabei, als die Jugendlichen seinen Baum gerade abtransportieren wollten, als er sie fragte: „Habt Ihr denn den Umschlag mit dem Geld schon geholt?“ Daraufhin fragte Dominik Lauck, einer der Stellvertreter des Löschbezirksführers: „Welchen Umschlag?“ So wurde man erst auf die Tatsache aufmerksam, dass jemand die Geschenke abgegriffen hatte.

In dem Facebook-Beitrag von Sonntag, 12. Januar, der auch direkt an den vermeintlichen Dieb gerichtet ist, heißt es unter anderem: „Wir gehen natürlich davon aus, dass du den versehentlich mitgenommenen Inhalt der Tütchen gerne bei der Feuerwehr Steinbach abgibst. Sollte dir der Weg zu unserem Gerätehaus zu weit sein, schicken wir natürlich gerne unsere Kollegen der Polizei zur Abholung vorbei. Du solltest nämlich wissen, dass in Steinbach die Ortsgemeinschaft sehr gut funktioniert und wir einige sehr aufmerksame Mitbürger/innen haben. Diese haben sowohl dich persönlich als auch dein Gefährt bei deinem kleinen Fauxpas nämlich ganz genau beobachtet und können sich sehr gut daran erinnern. Über zusätzliche Berichte von Beobachtungen unserer scharfsinnigen ortsansässigen Privatdetektive freuen wir uns natürlich weiterhin sehr.“

Die Feuerwehr Steinbach gibt sich in dem Beitrag großzügig, denn weiter heißt es: „Solltest du die Geldspenden bis Sonntag, 19. Januar 2020, zurückbringen, sind wir aber gar nicht nachtragend und die Sache ist vergessen.“

Auf Nachfrage bei Löschbezirksführer Markus Lambert, ob es schon Hinweise zum Täter gebe, sagt er: „Es gibt konkrete Hinweise, die wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht preisgeben möchten.“

Und wie geht es weiter, wenn am Sonntag die Frist verstrichen ist? Lambert: „Dann werden wir bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten.“ Er hofft, dass sich sowohl durch den Facebook-Beitrag als auch durch den SZ-Artikel noch weitere Hinweise ergeben. Große Hoffnungen setzt er dabei auf die Bevölkerung. In Kusel hat es laut Lambert einen ähnlichen Vorfall gegeben, bei dem tatsächlich die Täter gefasst werden konnten. Dort habe es sich um mehrere Personen gehandelt, die die Geschenke an den Tannenbäumen „abgepflückt“ hatten. Was den Schaden in Steinbach betrifft, kann Lambert nur so viel sagen: „Konkret wissen wir von vier Tannenbäumen, an denen ein Geschenk angebracht war, aber tatsächlich waren es wesentlich mehr, da wir an einigen die Überreste der Tüten oder Briefumschläge gefunden haben.“ Den Wert könne er leider nicht beziffern, „da wir nicht wissen, ob und wie viel Geld an den Tannenbäumen war“.

Und welche Konsequenz zieht die Feuerwehr für die Zukunft? Lambert: „Trotz des traurigen Vorfalls wird die Aktion (Abholung der Tannenbäume) auch im nächsten Jahr fortgesetzt. Wir haben so viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung. Und die Jugendlichen, die alle zwischen acht und 14 Jahren sind, sind mit großem Eifer dabei. Das soll auch so bleiben.“

Ob die Spenden in dieser Form allerdings wieder an den Tannenbäumen befestigt werden, weiß er noch nicht. Nach dieser Erfahrung geht der Löschbezirksführer aber davon aus, dass es künftig eine andere Lösung brauchen wird.

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