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Ein Einzelgänger auf Erfolgskurs

Trainer Chris Cummings gehört mit den Saarlouis Royals zu den Top-Mannschaften der Regionalliga. Dennoch gefällt ihm nicht alles: Cummings will professionellere Bedingungen.Foto: rup
Trainer Chris Cummings gehört mit den Saarlouis Royals zu den Top-Mannschaften der Regionalliga. Dennoch gefällt ihm nicht alles: Cummings will professionellere Bedingungen.Foto: rup
Saarlouis. Er ist das Gehirn der Saarlouis Royals: Trainer Chris Cummings. Seine taktischen Tricks, sein unglaubliches Spielverständnis - dafür ist der Amerikaner als Basketballtrainer berühmt und bei den Gegnern gefürchtet. Seit drei Jahren trainiert Cummings die Herren des TV Saarlouis. Und das mit großem Erfolg. Unter seiner Führung stieg die Mannschaft vor zwei Jahren in die 1 Von SZ-Mitarbeiterin Sarah München

Saarlouis. Er ist das Gehirn der Saarlouis Royals: Trainer Chris Cummings. Seine taktischen Tricks, sein unglaubliches Spielverständnis - dafür ist der Amerikaner als Basketballtrainer berühmt und bei den Gegnern gefürchtet. Seit drei Jahren trainiert Cummings die Herren des TV Saarlouis. Und das mit großem Erfolg. Unter seiner Führung stieg die Mannschaft vor zwei Jahren in die 1. Regionalliga auf. Mit viel Disziplin, mit Ehrlichkeit und gutem Benehmen - denn das alles fordert und fördert Cummings. Nicht zuletzt deshalb stehen seine Jungs auf Tabellenplatz vier - der Aufstieg ist ein weiteres Mal möglich. Seine weiche Trainerseite zeigt Cummings bei der Arbeit mit Kindern. Jeden Sommer fährt er in sein Heimatland USA und gibt seine Erfahrung an Nachwuchsspieler weiter. 2002 erhielt er den "Milton Kutsher Memorial Award" für 30 Jahre beispielhafte Nachwuchsarbeit. "Das war mein schönstes Erlebnis. Da habe ich vor Freude geweint ", gibt der sonst eher verschlossene Trainer zu.Kindheit in New York Erinnerungen und Andenken gibt es viele. Als Spieler und Trainer ist und war er ein Ausnahmetalent. Aus den Schubladen in seiner Wohnung kramt der Amerikaner alte Familienbilder aus und beginnt zu erzählen. Alles begann mit seinem Sprachfehler. "Ich war als Kind wegen meines Stotterns sehr schüchtern. Da habe ich den ganzen Tag allein Basketball gespielt", erinnert er sich an seine Kindheit in New York. Es war der Beginn einer großen Karriere. An der Uni studierte Cummings Sport und Journalismus. Dann spielte er eine Saison in der NBA bei den Denver Nuggets, kam schließlich nach Europa. Er war Aufbauspieler in Schweden, der Türkei, Hongkong, Italien und bei mehreren deutschen Vereinen. Mit Saturn Köln wurde er 1987 und 1988 zwei Mal deutscher Meister.Die aktive Spielzeit des 1,85 Meter großen Aufbauspielers dauerte 22 Jahre. Erst mit 44 Jahren verabschiedete sich der Ausnahmesportler als Profi. In Deutschland lebt er, um in der Nähe seines Sohns zu sein. Christopher Cummings heißt genauso wie sein Vater und spielt genau so Basketball. Der 18-Jährige lebt in Köln. Sein Sohn ist Cummings ganzer Stolz. Eine Frau an seiner Seite gibt es nicht. "Ich bin glücklich, so wie es ist", sagt der 54-Jährige. In seiner kargen Junggesellenwohnung verbringt er seine Zeit am liebsten alleine mit Lesen. Eine Biographie von Barack Obama, Bücher über Basketball und Baseball liegen verstreut auf dem Bett. "Ich bin ein Einzelgänger und habe gerne meine Ruhe". Am liebsten wäre Cummings Co-Moderator geworden. Spiele analysieren - das ist sein Ding. Doch hier machte ihm sein Sprachfehler einen Strich durch die Rechnung. "Es ist manchmal nicht einfach. Ich werde unterschätzt. Doch ich gehe meinen Weg, und der Erfolg gibt mir Recht", sagt er selbstbewusst. In Saarlouis hält ihn "das tolle Umfeld und die netten Menschen". Wird er in der nächsten Saison weiter die Royals trainieren? "Das weiß ich noch nicht", sagt er . "Darüber mache ich mir Gedanken, wenn die Saison vorbei ist." Es gibt eben auch ein paar Dinge, die ihm nicht gefallen. So fordert er professionellere Bedingungen und neue Spieler, welche die Mannschaft weiter Richtung Profi-Basketball bringen. "Im Training bekomme ich nie zehn Leute zusammen", beklagt der Trainer. "Das ist zu wenig." Erst recht, wenn der Verein in die 2. Liga aufsteigen sollte. Am Sonntag (17.30 Uhr, Kreissporthalle) treffen die Royals im Spitzenspiel auf den Tabellendritten Konstanz. Wenn Saarlouis gewinnt, überholt das Team Konstanz und hätte gute Chancen auf den Aufstieg. "Es ist manchmal nicht einfach. Doch ich gehe meinen Weg, und der Erfolg gibt mir Recht."Chris Cummings, Trainer der Saarlouis Royals