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Doppelausstellung im Städtischen Museum Saarlouis zur deutschen Wiedervereinigung

Doppelausstellung in Saarlouis zur deutschen Wiedervereinigung : „Sternstunde unserer Geschichte“

„Von der friedlichen Revolution zur Deutschen Einheit“ sowie „Umbruch Ost – Lebenswelten im Wandel“: Doppelausstellung zur Wiedervereinigung im Städtischen Museum Saarlouis.

Als „Sternstunde unserer Geschichte“ bezeichnete Landtagspräsident Stephan Toscani die deutsche Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990. Seit Donnerstagnachmittag informiert eine Doppelausstellung im Städtischen Museum Saarlouis über die Vorgeschichte sowie die Folgen.

„In der damaligen Situation war nicht absehbar, wie die Proteste ausgehen werden“, sagte Toscani als Schirmherr zum Start der Ausstellungen. Nicht hoch genug einzuschätzen sei deshalb „der Mut dieser Menschen“. Mit einem großen Fragezeichen stellte er die Überlegung in den Raum, ob so etwas unter Putin und Trump möglich gewesen sei. Doch „bei allem Positiven, es hat für viele, vor allem aus Ostdeutschland, erhebliche Veränderungen mit sich gebracht“. Dazu gehörten Arbeitslosigkeit, Verzweiflung und Unsicherheit über die weitere Entwicklung. Etwa eine Million Menschen hätten die östlichen Bundesländern durch Abwanderung verloren. Vor allem den jüngeren, mobilen und optimistischen Teil der Bevölkerung. „Heute leben dort noch so wenige Menschen wie 1905.“

„Wir leben heute in einer anderen Weltordnung als 1990“, stellte Toscani die Folgen dar. Denn dass die DDR nach rund 40 Jahren aufhörte zu existieren, führte zu politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen, vor allem in östlichen Teilen Europas. Außerdem ziehe sich die USA stärker aus Europa zurück. „Europa muss noch enger zusammenhalten“, folgerte Toscani. Eine wesentliche Frage sei inzwischen: „Welches ist die Rolle Deutschlands in Europa und der Welt?“

Einen Hintergrund für die Einordnung des historischen Umbruchs liefern nun die Ausstellungen „Von der friedlichen Revolution zur Deutschen Einheit“ sowie „Umbruch Ost – Lebenswelten im Wandel“. Sie wurden von Saarlouis’ Oberbürgermeister Peter Demmer und Stephan Toscani am Donnerstag in kleinem Rahmen eröffnet.

Den Anstoß dazu hatte Marc Speicher von der CDU-Stadtratsfraktion gegeben. Denn zur DDR hatte die Stadt Saarlouis bereits 1986 grenzüberschreitende Kontakte geknüpft, sagte Oberbürgermeister Peter Demmer. Die allererste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft mit Eisenhüttenstadt machte damals Furore und wurde Beispiel für weitere.

Die beiden Themen der Ausstellung vermitteln auf je 20 Plakaten reich bebildert wesentliche Informationen. Von der Schieflage der DDR-Wirtschaft über Wahlfälschungen bis hin zu einer immer stärker werdenden Bürgerbewegung, die mehr Freiheiten forderte. Dazu kommt die Entwicklung von unter anderem Jugendkulturen, Wirtschaft und Lebensperspektiven. Drei weitere Plakate zeigen statistische Diagramme, beispielsweise zu Lebenserwartungen in Ost- und West-Deutschland, politischen Einstellungen und Demografie.

Die Doppelausstellung zur deutschen Wiedervereinigung ist eine Kooperation von Städtischem Museum, Volkshochschule Saarlouis sowie der Stabsstelle für Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Internationale Kooperation zum 30. Jahrestag dieser historischen Ereignisse. Erstellt wurden sie von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Die Ausstellungen sind zu sehen bis 22. November, je Dienstag bis Freitag, 10 bis 13 und 14 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Schulklassen können sich für Besuchstermine anmelden unter Telefon (0 68 31) 6 98 98 22. Informationen zu den Ausstellungen finden sich auch auf der Internetseite der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de.