Diskussionsrunde der politischen Jugendorganisationen im Juz Saarlouis

Podiumsdiskussion : Junge Politiker diskutierten über Klima und Co.

Im JUZ Saarlouis tauschten Vertreter politischer Jugendorganisationen Argumente aus. Auch Mobilität war ein wichtiges Thema.

Wie steht die Jugend zu den Themen Klima und Mobilität und welche Gedanken hegt sie bezüglich der saarländischen Wirtschaft und inneren Sicherheit in Saarlouis? Um diese Fragen drehte sich am Freitagabend die Diskussionsrunde der politischen Jugendorganisationen im Saarlouiser Jugendzentrum (JUZ). Moderiert von Georg Vogel, Geschäftsführer des Landesjugendrings Saar, beteiligten sich an der Podiumsdiskussion Andreas Hoffmann (Kreisverbandsmitglied der Julis), Frederic Becker (Kreisvorsitzender der Jungen Union), Tim Gilzendegen (Sprecher Grüne Jugend) und Johannes Sicks (Beisitzer des Kreisverbandes der Jusos).

Gilzendegen regte an, „global zu denken und lokal zu handeln“, um dem Klimawandel entgegen zu wirken. Er sprach sich für die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen, die Förderung von Windkraft und den Kauf lokaler Produkte aus. Sicks merkte an, dass „da, wo es möglich ist“, bereits Photovoltaik angebracht werde und teilte mit, dass „dem Projekt zur Errichtung von Windrädern in Saarwellingen nichts mehr im Wege stehe“. Hoffmann hielt all diese Punkte für unterstützenswert, kritisierte jedoch, dass mit Blick auf den Klimaschutz kein Respekt davor herrsche, wie andere leben. Becker forderte, dass Saarlouis mehr tun müsse, um den Fahrradverkehr zu unterstützen. Ferner setzt er auf neue Technologien, um das Klima zu schonen.

Eine solche neue Technologie kann neben der E-Mobilität auch Wasserstoff als Antrieb für Fahrzeuge sein, so beispielsweise bei Bussen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Dass einige Menschen nicht auf den ÖPNV umsteigen, hängt für Sicks damit zusammen, dass die Kosten für die Fahrten zum einen zu hoch seien und dass „das Auto die größtmögliche Mobilität und Flexibilität in Transport und Zeit“ biete. Um dem entgegenzuwirken, schlug Becker einen günstigeren ÖPNV und eine bessere Taktung der Fahrten vor. Hoffmann hielt dagegen, dass der ÖPNV nur dann günstiger werden könne, wenn mehr Menschen diesen nutzen würden. „Wenn der ÖPNV noch teurer wird, ist er tot“, konterte Becker.

Für Einigkeit sorgte dagegen der Wunsch nach einem neuen Wabensystem für die Kreisstadt. Um junge Menschen im Saarland zu halten, brauche es Arbeitsplätze und Perspektiven. Dass die saarländische Wirtschaft angeschlagen sei, „erschüttere“, wie Becker fand, nichtsdestotrotz sollten ihm zufolge Handwerksberufe mehr in die Mitte rücken. Potenzial sehe er bei Berufen in der Informationstechnik (IT) und noch nicht vom Tisch sei der Lisdorfer Berg, wenngleich der ein Streitpunkt bei den jungen Politikern blieb. „Nicht zubauen“, befürwortete Gilzendegen. Klar sei für Becker, dass dieser nicht in der Größe zugebaut werden würde, wie es möglich sei.

Beim Thema innere Sicherheit waren die Diskutanten sich darüber einig, dass sich die Sicherheitslage im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren deutlich verbessert habe. Zu verdanken sei das einer „anständigen Innenpolitik“ und der sichtbaren Präsenz der Polizei. Ein Problem bleibe jedoch bestehen: Mangelnder Respekt für die Arbeit der Polizei.

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