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Zweite Heimat im Jugendtreff

Dillingen. Rund 500 junge Leute kommen pro Monat zum Dillinger Jugendtreff. Der offene Treff ist sehr beliebt, ebenso die drei Mädchengruppen. Auch viele Flüchtlinge haben in den Gruppen ihren Platz gefunden. Carolin Merkel

Der Besuch gut ein Jahr nach dem Umzug des Dillinger Jugendtreffs an den Lokschuppen zeigt: Die Räume werden sehr intensiv frequentiert. Selbst am Vormittag ist der große Schulungsraum mit einem Sprachkurs der KEB für junge Flüchtlinge belegt. Und auch sonst, erzählt Heidrun Sinnwell, die die Jugendpflege schon in der Hinterstraße über zwei Jahrzehnte begleitet und geprägt hat, haben die Flüchtlinge , die in Dillingen leben, in den Räumen längst ihren festen Platz gefunden. Vor allem im offenen Treff, der donnerstags von Florian Nisius geleitet wird, sind sie in der Gruppe integriert.



Der offene Jugendtreff mit bis zu 30 Teilnehmern, aber auch die drei Mädchengruppen laufen sehr gut, rund 500 Besucher zählt Sinnwell im Monat. Selbst die älteren Jugendlichen, für die viele Jahre die Hinterstraße wie eine zweite Heimat war, haben den Umzug positiv begleitet. "Da ist keiner abgesprungen, ganz im Gegenteil", sagt sie. Von dem ehemaligen mehrgeschossigen Haus ist das Angebot der Jugendpflege Dillingen in einen großen, eingeschossigen Bau mit Barrierefreiheit in allen Räumen umgezogen. Nach der gut einjährigen Nutzung zieht Sinnwell das Resümee, dass, trotz Denkmalschutz die Räume so optimal wie möglich an die Bedürfnisse der Jugendarbeit angepasst wurden.

"Sehr begehrt ist der kleinere Raum mit der Couch, hier ziehen sich kleinere Grüppchen gerne zurück. Aber auch der große Saal mit der Spiegelwand wird von den Mädchengruppen zum Tanzen genutzt, der Kicker ist eigentlich im Dauerbetrieb", sagt sie. Auch die Küche, Mittelpunkt des Jugendhauses, wird stark genutzt, die zwei Kochplatten laden zum gemeinsamen Zubereiten von Speisen ein. "Ein wenig eng wird es manchmal, weil es nur einen Backofen gibt. Aber das sind Kleinigkeiten", sagt Heidrun Sinnwell. Auch das Büro von Sinnwell und ihren Kollegen befindet sich mittendrin. "Das erleichtert die Arbeit sehr." Denn, davon ist sie überzeugt, während es in anderen Gemeinden schwierig ist, Gruppen am Laufen zu halten, so habe sich die Jugendpflege in Dillingen immer an der Nachfrage der Jugendlichen und auch an deren Veränderung orientiert. "Die Jugendpflege ist fest verankert in der Stadt, sie hat eine kontinuierliche Entwicklung erfahren", sagt sie. Daneben steht das Haus auch für Vereine, die Jugendarbeit betreiben, je nach Kapazität offen. "Dadurch erreichen wir sehr gute Synergieeffekte, holen Jugendliche ab, die wir sonst vielleicht nicht erreichen würden", sagt sie.

Einzig das Außengelände, das sehr gut von der überdachten Terrasse zu erreichen ist, machte den Mitarbeitern der Jugendpflege noch ein wenig Sorgen. Doch schon bald soll auch hier mit den Arbeiten begonnen werden.