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Zukunft des Kiesabbaus weiter ungewiss

Zukunft des Kiesabbaus weiter ungewiss

Dillingen. Zu einer Anhörung des Oberbergamts über den Kiesabbau in Diefflen hat nur rund ein Dutzend Betroffene, die Einwendungen dagegen vorgebracht hatten, den Weg in die Dillinger Stadthalle gefunden - darunter allerdings drei Delegierte vom "Aktionsbündnis gegen Kiesabbau", die die Interessen vieler Dieffler vertraten

Dillingen. Zu einer Anhörung des Oberbergamts über den Kiesabbau in Diefflen hat nur rund ein Dutzend Betroffene, die Einwendungen dagegen vorgebracht hatten, den Weg in die Dillinger Stadthalle gefunden - darunter allerdings drei Delegierte vom "Aktionsbündnis gegen Kiesabbau", die die Interessen vieler Dieffler vertraten. "Mit der Anhörung waren wir zufrieden, wir konnten unsere Argumente umfassend vortragen", betonte Sprecher Rudolf Laux nach der sechsstündigen geschlossenen Veranstaltung. Er monierte aber den Termin an einem Werktag um neun Uhr, und dass es keine schriftliche Einladung gegeben habe, nur eine Ankündigung im Amtsblatt: "Sie haben sich an Gesetz und Ordnung gehalten, was aber mit Bürgerfreundlichkeit nichts zu tun hat." Es gab keine Vermittlung, die Gegenüberstellung von Gutachten und Bedenken habe aber gezeigt, dass die Studien nachgebessert werden müssten, berichtete Laux. Sie seien teils nicht umfassend genug, wie bei der Staubbelastung, teils mit Mängeln behaftet, wie bei der Lärmbelastung, weil falsche Grenzwerte zugrunde gelegt worden seien. Für die Einschätzung der Wassergefährdung durch Abtragen der filternden Kiesschichten müssten zuerst Bohrungen ermitteln, welche Altlasten in den drei Deponien vor Ort existieren.Die vom Gutachter vorgestellten Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers seien bisher nicht umgesetzt worden und ohne zuverlässige Überwachung nicht akzeptabel, meinte Laux. Dazu zählen: kleinräumiger Abbau mit schneller Rekultivierung, Mindestdeckschicht über dem Grundwasser, Messstellen für die Wassergüte vor dem Brunnen, Beschränkung wassergefährdender Arbeiten auf befestigte Bodenflächen und Verfüllung nur mit unkritischen Erdmassen.Weitere Hürden für eine eventuelle Zulassung der Abbauerweiterung sieht das Aktionsbündnis in den Eigentumsverhältnissen: "Nur 26 Prozent des beantragten Areals gehört Rupp. Wegen des Vorkaufsrechts der Stadt ist es eigentlich nicht möglich, dass die Firma Gelände zukauft."Ungeklärt sei auch die Verkehrssituation: Nach den von Rupp vorgeschlagenen Varianten würde die Verbindungsstraße von Dillingen zur Pachtener Heide entweder sechs bis acht Jahre wegfallen oder permanent von Schwertransportern überquert.Dass bei einer Ablehnung der Erweiterung 30 Arbeitsplätze gefährdet seien, will Laux nicht gelten lassen. Mit der vorhandenen Genehmigung für den Abbau am Kalkofenhügel habe Rupp Sicherheit bis 2012 und genug Zeit, Alternativen zu entwickeln: "Andere Firmen haben weniger Zeit, sich an Änderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anzupassen", meinte Laux.