Workshop und Konzert im Dillinger Lokschuppen

Workshop : „Egal, ich muss da dann durch“

Zu einem weiteren Workshop für das inklusive Konzertprojekt Einklang trafen sich Sänger und Musiker im Dillinger Lokschuppen.

„Ganz ehrlich, ich bin ein großer Schisser“, erklärte die 13 Jahre alte Jasmin bei der ersten Begehung der neuen Location. Nach der gelungenen Premiere des inklusiven Konzertprojekts „Einklang“ im vergangenen Jahr, bei der auch die Dillinger Schülerin auf der Bühne gestanden hat, zieht die Veranstaltung nun in den Dillinger Lokschuppen um.

Nach einem ersten Treffen im Mai, das in der Diskothek Sound stattfand (wir haben berichtet), hatten sich die Macher des inklusiven Projektes dazu entschlossen, die Sängerinnen und Sänger rund zwei Monate vor dem großen Auftritt zum ersten Mal mit dem Lokschuppen vertraut zu machen. Allein die Größe der Halle, aber auch die geplante Dimension der Bühne ließen Jasmin, aber auch die gleichaltrige Jessica Gries von der Erich-Kästner-Schule aus Lebach staunen.

„Früher wurden hier Eisenbahnloks repariert, heute ist der Lokschuppen eine der größten Hallen im Landkreis“, erklärte Horst Friedrich den Teilnehmern des Konzerts, das am Samstag, 28. Oktober, um 20 Uhr stattfinden wird. „Hier gehen sitzend bis zu 1200 Leute rein, wir denken, bei unserem Konzert werden rund 700 Zuschauer dabei sein“, sagte Friedrich weiter.

Backstage-Bereich, eine Rampe für Rollifahrer, ein eigener Bereich für Essen und Trinken, die beiden Mädchen kamen aus dem Staunen kaum raus. „Egal, ich muss da dann durch. Wenn ich auf der Bühne stehe, mache ich einfach Party, das hilft“, nahm sich die Schülerin vor.

Noch vor zugegeben kleinem Publikum gaben einige Stimmen der Voices of Saarlouis eine kleine Kostprobe. Sie konnten vor einigen Wochen den inklusiven Musikwettbewerb im polnischen Bochnia für sich entscheiden. „Wir sind ganz stolz, dass sich eine polnische Gruppe zum Gegenbesuch entschieden hat und wir auch einen Juror aus Polen zu Gast haben werden“, erklärte Kolja Koglin vom Landkreis Saarlouis.

„Es war unglaublich, was die Jugendlichen in der Zeit geleistet haben“, verriet Landrat Patrik Lauer am Rande des Workshops. Er hatte sich am Sonntagnachmittag eine Stunde Zeit genommen, um bekannte, aber auch neue Gesichter beim Projekt Einklang begrüßen zu können. „Ganz klar im Mittelpunkt sollte für euch alles stehen, miteinander Spaß zu haben“, gab Lauer den jungen Talenten aus den verschiedensten Schulformen mit auf den Weg in Richtung Konzertabend.

„Der inklusive Gedanke, der sollte klar im Vordergrund stehen“, betonte Friedrich. Noch sind einige der Sänger, wie etwa Marlene Rübsam, auf der Suche nach einem Duett-Partner, doch Friedrich und Koglin sind guter Dinge. „Insgesamt haben wir bisher 14 Musikacts zusammen, darunter Chöre, aber auch Duette“, sagte Koglin. Ein solches Duo hat sich in Tim und Jacqueline von der Schule am Ökosee gefunden. Gemeinsam begeisterten sie mit ihrer Interpretation von „Auf uns“.

Für Gänsehaut sorgten Dalal und Linda. Die beiden 16 Jahre alten Schülerinnen vom Johannes-Keppler-Gymnasium aus Lebach hatten am Sonntag ihren eigenen Song „Black Heartet“ mitgebracht und begeisterten die Musikprofis mit leisen Tönen. Auch hier, sagte Friedrich, sei man auf der Suche nach einer Kooperation. Vielleicht finden sich die idealen Partner für Marlene und die beiden Schülerinnen ja beim dritten und letzten Workshop am Sonntag. 3. September, in der Zeit von 14 bis 17 Uhr im Dillinger Lokschuppen.