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Wieder tauchen nur Kleinteile auf

Mit Metallsonden und Baggern sucht die Dillinger Geschichtswerkstatt sowie der Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa, VBGO, nach Spuren eines seit 1944 vermissten US-Piloten. Foto: J. Bodwing
Mit Metallsonden und Baggern sucht die Dillinger Geschichtswerkstatt sowie der Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa, VBGO, nach Spuren eines seit 1944 vermissten US-Piloten. Foto: J. Bodwing FOTO: J. Bodwing
Pachten. Die Reste einer Thunderbolt P-47 liegen im Pachtener Boden. Doch ob es die Maschine des im November 1944 abgeschossenen US-Piloten James George Newman ist, bleibt auch nach einer erneuten Suchaktion unklar. Johannes A. Bodwing

Plötzlich donnert der Jagdbomber dicht über das Haus in der Pachtener Feldstraße hinweg und weiter in Richtung Saarwiesen. Dann ein lauter Knall. Oberleutnant Erich Zimmer stürmt die Treppe hinunter, er leitet die Flak am Pachtener Friedhof. Über Feldtelefon fragt er nach, wo diese Maschine hergekommen sei. Abgeschossen von der Flak in Diefflen oder Nalbach, erfährt er.

Es ist vielleicht eine der letzten Informationen zum Schicksal von James G. Newman. Denn wenige Tage nach seinem 20. Geburtstag ist der US-Pilot aus Dallas/Texas am 20. November 1944 abgestürzt. "Ich glaube nicht, dass wir die Leiche finden werden", meinte Armin Jost von der Dillinger Geschichtswerkstatt. 70 Jahre sind vergangen, und der später angelegte Ökosee liege über der möglichen Absturzstelle.

Zusammen mit dem Verein zur Bergung Gefallener in Osteuropa, VBGO, suchte die Geschichtswerkstatt einen Vormittag lang erneut mit Sonden nach der Maschine. Doch wieder blieb es bei Kleinteilen aus Metall und Aluminium.

Im Jahr 2000 war das "Central Identification Laboratory Hawaii" der US-Army am Ökosee, dann wieder im April 2014. "Aber die werden wohl nicht weitersuchen", sagte Jost. Denn das US-Team vermute Newmans Maschine im See, und da werde die Bergung zu aufwändig. 1979 waren am Westufer Teile eines Vergasers und eines Fußpedals gefunden worden. Sie gehören zu einer Thunderbolt P-47. Diesen Flugzeugtyp hatte Newman zuletzt geflogen. Das passt zum einzigen bekannten Absturz bei Pachten im Zweiten Weltkrieg. Größere Teile der Maschine könnten sehr tief im Boden stecken, meinte Stefan Reuter von der Geschichtswerkstatt. Und die schweren Kämpfe ab Dezember 1944 könnten vieles zerstört haben, was noch von Pilot und Flugzeug übrig war.

Am 20. November 1944 startete Newman als Pilot einer Jagdstaffel im französischen Etain bei Metz, hat Reuter herausgefunden. Auftrag war die bewaffnete Aufklärung gegen Eisenbahnziele im Raum Saarlautern (heute Saarlouis). Nach einem Flaktreffer schlug die Maschine am Saarufer auf. Für diesen Tag, 9.21 Uhr, vermerkt eine Kurzmeldung des Flak-Regimentes 27 den Absturz einer Thunderbolt. Außerdem: "Newman, James G. + Pilot tot". Die Geschichtswerkstatt vermutet, dass der Name von der Dienstmarke oder der Fliegerjacke stammte. "Vielleicht wurde die Leiche auch gleich begraben", mutmaßte Jost. Ein Jahr nach seinem Absturz war James G. Newman offiziell für tot erklärt worden. Sein Schicksal ist nicht völlig geklärt.