Warum der Madrigalchor Dillingen sich auflöst

Ende : Warum sich der Madrigalchor Dillingen auflöst

„Es ist traurig und wahr: Der Madrigalchor Dillingen hat in seiner Mitgliederversammlung im März beschlossen, seine Aktivitäten auf der kulturellen Bühne einzustellen und den Chor zum 1. Juli dieses Jahres aufzulösen“, schreibt Christa Klein, die Vorsitzende des Chores.

Schon seit geraumer Zeit stoße der Chor bei sinkender Mitgliederzahl – vor allem alters- und gesundheitsbedingt – an die Grenzen. „Die Besetzung in den Männerstimmen ist so dezimiert, dass wir in einem kleiner werdenden Chor bei gleichbleibenden Aufgaben dem qualitativen Anspruch des Publikums und dem eigenen nicht mehr gerecht werden können. Um die musikalische Identität zu wahren und ein wohlklingendes Ganzes zu sichern, sind wir auf Gastsängerinnen und Gastsänger angewiesen, die uns unterstützen“, erläutert Klein. Hinzu komme, dass die Arbeit im Vorstand mit Managementaufgaben vergleichbar geworden sei, für die es ständiger Weiterentwicklung und Fortbildung auf breiter Basis bedürfe.

„Obwohl Singen selbst wieder im Trend ist, scheint die vereinsmäßig verortete Form des Singens, der Wille zur Kontinuität und die Bereitschaft, selber etwas in die Gesellschaft einzubringen und sich ehrenamtlich zu engagieren, abzunehmen“, meint Klein. Vereinskultur als Kombination aus Singen, Vereinspflichten und Geselligkeit scheine für neue Mitglieder nicht mehr attraktiv zu sein, freie Singformate dagegen beliebter. „Für uns stand von Anfang an fest, nicht um jeden Preis das Repertoire ändern zu wollen, nur um junge Stimmen zu werben. Wir wollten auch nicht mit der Struktur eines Projektchors experimentieren. So sind es vielerlei Dinge, die den Entschluss zur Auflösung ganz bewusst herbeigeführt haben.“

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