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Standesamt-Fusion
Aus zwei wird eins: Fusion im Standesamt

Die Bürgermeister Günther Zahn und Franz-Josef Berg unterzeichnen, hinten stehen ihre Mitarbeiterinnen aus dem Standesamt (von links) Elisabeth Hettinger, Regine Collet und Stefanie Magar.
Die Bürgermeister Günther Zahn und Franz-Josef Berg unterzeichnen, hinten stehen ihre Mitarbeiterinnen aus dem Standesamt (von links) Elisabeth Hettinger, Regine Collet und Stefanie Magar. FOTO: Gertrud Schmidt/Stadt Dillingen
Dillingen/Wallerfangen. Wallerfangen und Dillingen haben ab Januar einen gemeinsamen Standesamtsbezirk. Erste Zusammenschließung im Kreis Saarlouis Von Nicole Bastong

Mit der Unterschrift der beiden Bürgermeister Franz-Josef Berg und Günther Zahn unter der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung ist es seit Freitag amtlich: Die Standesämter der Nachbarkommunen Wallerfangen und Dillingen werden ab 1. Januar 2019 ein Bezirk. Dieser trägt die Bezeichnung „Standesamtsbezirk Dillingen/Saar“, so haben es in der vergangenen Woche der Stadtrat Dillingen und der Gemeinderat Wallerfangen jeweils einstimmig beschlossen, und wird voraussichtlich noch mindestens eine weitere Kommune aufnehmen, nämlich Rehlingen-Siersburg. Es ist der erste Zusammenschluss von Standesämtern im Landkreis Saarlouis, weitere sind jedoch geplant im Zuge der landesweiten Bemühungen um eine interkommunale Zusammenarbeit. Das Ziel: Synergieeffekte nutzen und natürlich Kosten sparen.


Der neue Bezirk umfasst die drei Dillinger Stadtteile und die zehn Ortsteile der Gemeinde Wallerfangen mit insgesamt über 30 000 EInwohnern. Diese haben im Laufe ihres Lebens eher selten Kontakt mit dem Standesamt: Das Amt ist zuständig für die Beurkundung aller Personenstandsfälle, zum Beispiel Geburten, Hochzeiten, Sterbefälle sowie die Kirchenaustritte. Aber auch für Beratung: So erfordere etwa das internationale Personenstandsrecht Fachwissen und den Austausch mit etlichen anderen Ländern.

Konkret bedeutet das: Wallerfanger Bürger müssen künftig zum Dillinger Rathaus, um etwa Eheschließungen anzumelden. Die Trauung kann aber trotzdem in der Gemeinde Wallerfangen stattfinden und sie kann auch vom Bürgermeister dort vorgenommen werden. Geburten gibt es in den Kommunen ohne Krankenhäuser mit Kreißsaal selten; die Beurkundung von Sterbefällen übernimmt in der Regel der Bestatter.



Das Personal in der Wallerfanger Verwaltung wird nun entlastet; denn die Gemeinde hat die Aufgaben des Standesamtes bisher auf drei Mitarbeiter verteilt, die diese zusätzlich zu ihrer Haupttätigkeit übernommen haben, sagte Zahn. Die vier Mitarbeiter des Dillinger Standesamtes können die Aufgaben übernehmen; kommt aber noch eine weitere Kommune hinzu, muss dort personell aufgestockt werden, sagte Berg.

Wallerfangen spart durch die Kooperation rund 20 000 Euro im Jahr; das Personal muss zum Beispiel nicht mehr ständig zu Fortbildungen, die Software kann eingespart werden, erläuterte Regine Collet, Leiterin des Bereichs Ortspolizeibehörde/Standesamt. An die Stadt Dillingen zahlt die Gemeinde eine finanzielle Entschädigung, die sich nach Ausgaben und Einnahmen sowie der Einwohnerzahl berechnet. Der Anteil von Wallerfangen am Gesamtaufkommen im Standesamtbezirk beläuft sich dabei auf etwa ein Drittel. Die beiden Verwaltungschefs sehen nur Vorteile in der Kooperation: „Unser Standesamt wird künftig für mehr Bürger zuständig sein, aber die Last der Kosten wird auf mehrere Schultern verteilt“, betonte Berg. Sein Amtskollege Zahn freute sich: „Trotz der Ersparnis im Personal- und Sachbereich können wir zukünftig längere Öffnungszeiten, Trauungen an Samstagen und weiteren Örtlichkeiten anbieten.“ Bisher habe man aus personellen Gründen wenige Trautermine anbieten können, obwohl es für das Haus Saargau viele Anfragen gebe.