Waldkindergarten macht Schule

Das Modell des Waldkindergartens in Besseringen wird mit Interesse aufgenommen: Kindergärtnerinnen aus Südkorea und Studenten aus Tokio informierten sich vor Ort in Besseringen über das Konzept und den Kindergartenalltag.

Bereits während der Sommerferien besuchte eine Delegation aus Südkorea den Waldkindergarten in Besseringen. Die 25-köpfige Gruppe setzte sich aus Erzieherinnen, Kita-Leiterinnen und Professoren zusammen. Angeführt wurde die Gruppe von Dr. Hee-Jung Chang. Sie hat das Konzept des Waldkindergartens im vergangenen Jahr in Südkorea eingeführt. Im hiesigen Waldkindergarten der Sozialwerk Saar-Mosel gGmbH wollte die Gruppe die praktische Arbeit, die in der Einrichtung geleistet wird, kennen lernen. Bei einem ausführlichen Rundgang wurde die Arbeitsweise der Erzieher erklärt und beobachtet. Die koreanischen Kindergartenleiterinnen waren beeindruckt und gaben ihrerseits Anregungen aus ihrem pädagogischen Handeln weiter. Der Tag fand seinen Ausklang mit einem gemeinsamen Essen.

Anregung für Projekt in Tokio

Kurz nach den Sommerferien hatte der Waldkindergarten dann Besuch von japanischen Studenten der Kasai-Universität aus Tokio. Angeführt von Professor Osaki findet dieser Besuch, fast schon traditionell, seit mehreren Jahren statt. Hintergrund ist ein Projekt in Tokio, wo man dabei ist, in einem großen Park ein ähnliches Betreuungskonzept mit Kindern umzusetzen. Der Besuch dauerte zwei Tage. Am ersten Tag wurden den Studentinnen und ihren Dozenten zunächst die Waldplätze des Kindergartens gezeigt. Die Waldplätze liegen fußläufig erreichbar an verschiedenen Stellen in der Nähe des Hauptplatzes und weisen jeweils eine Besonderheit auf. Diese werden täglich abwechselnd mit den Waldkindern besucht. Hier erläuterte man an Beispielen das Konzept des Kindergartens. Sichtlich begeistert wurden die Informationen mit Hilfe von Dolmetschern ausgetauscht. Am zweiten Tag führten die japanischen Studenten ein vorbereitetes Angebot mit den Kindern durch. Dieses Mal wurden zusammen mit den Kindern Fächer gebastelt, die dann mit Naturfarben eingefärbt wurden. Hier lernten auch die deutschen Erzieher neue Techniken kennen, und alle hatten viel Spaß beim Basteln.

Zum Abschluss wurde zusammen gegessen: Rostwürste vom Schwenker, dazu Baguette und Salate, die von den Eltern der Waldkinder zubereitet wurden. Dies ist jedes Mal ein Höhepunkt für den weit gereisten Besuch.