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Vorerst kein Bedarf für AltenheimVorerst kein Seniorenheim für Diefflen

Vorerst kein Bedarf für AltenheimVorerst kein Seniorenheim für Diefflen

Diefflen. Funktioniert die häusliche Betreuung pflegebedürftiger Senioren nicht mehr, weil die Familienmitglieder räumlich oder zeitlich eingeschränkt sind, sollten die Pensionäre ihren Lebensabend dennoch im gewohnten Umfeld verbringen können, findet Ingbert Lehnert, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK Diefflen

Diefflen. Funktioniert die häusliche Betreuung pflegebedürftiger Senioren nicht mehr, weil die Familienmitglieder räumlich oder zeitlich eingeschränkt sind, sollten die Pensionäre ihren Lebensabend dennoch im gewohnten Umfeld verbringen können, findet Ingbert Lehnert, Vorsitzender des Sozialverbandes VdK Diefflen. Dass Senioren aus Diefflen diese Möglichkeit nicht haben, da ein Altenheim vor Ort fehlt, stelle einen Mangel des Dillinger Stadtteils dar, ist der 75-Jährige überzeugt."Es gibt eine hervorragende Seniorenarbeit in Diefflen", stellt Gertrud Schmidt, Sprecherin der Stadt Dillingen, fest, "aber kein Altersheim." Da Diefflen sehr dörflich geprägt sei, habe die Altenpflege dort noch bis vor ein paar Jahren innerhalb der Familien stattgefunden. Ein Heim war also nicht notwendig, zumal in Dillingen drei Alten- und Pflegeheime und jeweils eines in Beckingen, Düppenweiler und Nalbach zur Verfügung standen und stehen. "Aber die Situation der Senioren in Diefflen hat sich grundlegend geändert, als die Neubaugebiete errichtet wurden", sagt Lehnert. Seither übernehme die jüngere Generation nicht mehr das Haus der Eltern, wo sie diese bis zu deren Tod versorgt, sondern baue neue, eigene Häuser und bringe die Eltern in eines der abgelegenen Altersheime."Ich verstehe nicht, warum Dillingen immer mehr Attraktionen erhält und Diefflen dabei leer ausgeht", kritisiert Lehnert. Tatsächlich laufen derzeit im Dillinger Stadtpark die Arbeiten am Bau eines Bewegungsparcours für Senioren, der unter anderem eine Kneippanlage und Trainingsgeräte enthalten wird. "Aber was ist mit denjenigen Senioren aus Diefflen, die nicht mehr mobil sind?", fragt Lehnert, der die räumliche Trennung als Problem ansieht.Die Begründung des VdK-Vorsitzenden dafür, warum Diefflen eher ein eigenes Seniorenheim zustehe als den anderen Stadtteilen Dillingens, ist schlicht: "Pachten und Überm Berg liegen näher am Zentrum, wo es ja drei Einrichtungen gibt." In Dillingen werden Seniorenheime privat finanziert; die Stadt ist nicht verantwortlich. "Die Kommune ist nicht Träger von Altersheimen", erklärt Schmidt, "sondern erst dann betroffen, wenn es zum Bauprojekt wird." Da es ausreichend Plätze in den Heimen im Zentrum gebe, bestehe kein Handlungsbedarf. "Und die Träger handeln bedarfsorientiert", sagt Schmidt. Aber Lehnert wagt den Blick in die Zukunft: "In spätestens fünf Jahren wird es wieder Bedarf geben", lautet seine Prognose, "die Leute werden schließlich immer älter." Seine Forderung steht daher fest: "Ich verlange zumindest, dass ein Platz ausgesucht und reserviert wird, auf den ein Seniorenheim gebaut wird."

Auf einen BlickDas Alten- und Pflegeheim Sankt Franziskus im Franziskusweg 1 in Dillingen steht unter der Trägerschaft der Marienhaus Kranken- und Pflegegesellschaft mbH Waldbreitbach und ist erreichbar unter: Telefon: (06831) 70 090.Der Senioren Palais Saarpark GmbH in der Brückenstraße 74 in Dillingen wird von privaten Trägern finanziert. Telefon: (06831) 768 200.Das DRK-Gästehaus unter der Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes befindet sich in der Saarlouiser Straße 12 in Dillingen und hat die Telefonnummer (06831) 97 940. kj