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| 20:48 Uhr

Zerstörungswut
„Wir ertragen das, aber es tut uns weh.“

Dies ist das Neueste in einer traurigen Reihe von eingeworfenen Fenstern an der Pfarrkirche in Diefflen.
Dies ist das Neueste in einer traurigen Reihe von eingeworfenen Fenstern an der Pfarrkirche in Diefflen. FOTO: Thomas Seeber /
Diefflen. Die Bleiglas-Fenster der Dieffler Kirche werden immer wieder eingeworfen. Vier Anzeigen gab es allein im Mai. Von Nicole Bastong

Binnen zwei Wochen sind vier Mal die Fenster der Dieffler Kirche St. Josef eingeworfen worden. Wie die Polizei Dillingen gestern meldete, sind am Dienstag zwischen 13 und 18 Uhr wiederum die künstlerisch gestalteten Bleiglasfenster mit Steinen beworfen und zerstört worden.

Es ist der traurige Höhepunkt einer schon seit Monate andauernden Serie, wie der Dillinger Pfarrer Gerhard Jacob, der seit zwölf Jahren auch in Diefflen tätig ist, betont: „Allein seit Oktober war ich sieben Mal bei der Polizei“, berichtet er. Die Angriffe zielen immer auf die bunten Bleiglas-Fenster rund um die Kirche, ein Mal wurde auch der Glasschaukasten vor der Kirche zerstört, ein Mal die Türschlösser durch Sekundenkleber – ein immenser Sachschaden, wie der Pfarrer beklagt. Allein bei den Fenstern liegt inzwischen ein Sachschaden von über 4000 Euro vor. „Das zerrt an unseren Nerven, vor allem aber an denen der Ehrenamtlichen, die sich um ihre Kirche kümmern. Das nimmt die Lust und es schürt auch Ängste.“

Wer die Täter sind, darauf hat die Polizei nach ihren Angaben bisher keine Hinweise. Einen religionsfeindlichen Hintergrund schließt sie aus, der Pfarrer ebenso: „Ich habe keinerlei Drohungen oder Hinweise darauf erhalten.“ Jacob vermutet eher ältere Kinder oder Jugendliche als Täter. Bei einer Aktion im vergangenen Jahr hatte die Polizei einen Jungen ermittelt, der Schaden wurde dann von den Eltern beglichen, berichtet er. Die Scheiben wurden fast immer mit kleinen Steinen attackiert, ein Mal aber auch mit einem Fußball eingeschossen, ein Mal mit einer Luftdruckwaffe.

Die Bleiglas-Fenster stehen wie das Gebäude unter Denkmalschutz, sie mit einer Folie oder ähnlich zu schützen, sei nicht erlaubt, erklärt der Pfarrer. „Man kann die nicht einfach ersetzen, das sind Kunstwerke.“ Treffe der Stein etwa ein Motiv, muss ein Glasmacher dies aufwändig wiederherstellen.

Die Polizei und die Pfarrgemeinde hoffen nun auf Zeugen. Es gibt zwar an der Dieffler Kirche keine direkten Anwohner, aber Besucher auf dem Friedhof oder andere Passanten könnten etwas beobachtet haben, da die Taten fast immer am Nachmittag passiert sind.

Mit einer Aktion will der Pfarrer nun auf die Schäden aufmerksam machen und an die Vernunft der Täter appellieren: Am Samstag, 2. Juni, will die Pfarrgemeinde nach der Messe um 18.30 Uhr mit Kerzen in der Hand eine Lichterkette rund um die Kirche bilden. „Wir wollen einfach fünf Minuten stehen und schweigen, wir wollen niemand anklagen, aber zeigen: Das ist unsere Kirche, das ist der Mittelpunkt unserer Gemeinschaft, das bedeutet uns viel“, beschreibt der Pfarrer. Gerade in Diefflen sei die Pfarrgemeinschaft noch sehr lebendig, hebt Jacob hervor: „Wir ertragen das, aber es tut uns weh.“ Ihm gehe es auch nicht um ein Kopfgeld, Wiedergutmachung oder ähnliches: „Wenn die Angriffe jetzt plötzlich aufhören, ist mir das auch schon recht.“