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Vielseitigkeit beim Völklinger Hüttenjazz

Völklingen. Gut besucht sind in diesem Jahr die Hüttenjazz-Konzerte auf dem Gelände des Weltkulturerbes. Auch an diesem Freitagabend kamen wieder rund 350 Besucher. Für sie spielten Dirik Schilgen und die JazzGrooves. al

Der Bandleader eröffnete am Freitagabend höchstpersönlich das Konzert mit Dirik Schilgen und den JazzGrooves beim Hüttenjazz auf dem Zimmerplatz des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Ein paar flotte Schläge auf das Doppelbecken, differenzierte Wirbel über die Trommeln von Schlagzeuger Dirik Schilgen, erst dann stiegen die Kollegen ein. Martin Debus mit dem Kontrabass, Mathias Dörsam mit dem Tenor-Saxofon, Olaf Schönborn mit dem Alto-Sax und Ricardo Fluza am Piano.

Vielseitigkeit hatte Anführer Schilgen als Komponist der neuen Stücke angekündigt, und er sollte Wort halten. Los ging es mit klassischem Jazz. Eine scheinbar wirre Abfolge von Takten mit krummen Notenwerten, welche die Interpreten aber so genau einhielten, als wäre es das Logischste der Welt. Die Themen in allen Stücken zeichneten sich dadurch aus, dass sie schnurstracks ins Ohr gingen. Selbstverständlich hatte zwischendurch jeder einzelne der Musiker ausreichend Gelegenheit, sich mit tollen Soli Szenenapplaus zu verdienen.

Dann wurde es plötzlich lateinamerikanisch. "Wir spielen jetzt einen brasilianischen Block ohne Unterbrechungen", kündigte Schilgen vorher an, und die krummen Takte wichen einem Samba-Takt. "Eigentlich bin ich ja ein Fan der Blues-Musik", sagte der Gastronomiebetreiber im Café Umwalzer und auf dem Zimmerplatz, Jürgen Rein.

"Aber der Jazz, den wir dieses Jahr hier spielen, ist sehr gut hörbar, und das honorieren auch die Leute", fügte Rein hinzu. Mit geschulten Blick sagte er zufrieden: "Heute sind auch wieder gut 350 Besucher hier." Durchweg seien alle Veranstaltungen gut besucht, der Spitzenwert liege bei mehr als 500 Gästen auf dem Zimmerplatz, berichtete er.

Das freut auch Jazz-Fan Meinrad Maria Grewenig, den Geschäftsführer des Weltkulturerbes. Er hatte die Besucher persönlich zum Konzert begrüßt und den Gästen die neue CD zum Hüttenjazz ans Herz gelegt. Den eigenen Tonträger bewarb dann auch Schlagzeuger Schilgen: "Im Zeitalter von I-Tunes und Co. muss ich Ihnen sagen, dass sie die Künstler nur mit dem Kauf von CDs tatsächlich unterstützen können."

Nächsten Freitag spielt Pianist Daniel Prandl mit seiner Band Fables and Fictions beim Hüttenjazz. Los geht es auf dem Zimmerplatz des Industriedenkmals um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.