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Fußball-Oberliga
VfB fiebert Abenteuer Oberliga entgegen

Die Neuen des VfB Dillingen (von links): Niklas Judith, Felix Nimmrichter, Phillip Gales, Jan-Phillip Greff, Niklas Müller, Jan Basenach und Meriton Mehmeti
Die Neuen des VfB Dillingen (von links): Niklas Judith, Felix Nimmrichter, Phillip Gales, Jan-Phillip Greff, Niklas Müller, Jan Basenach und Meriton Mehmeti FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Der VfB Dillingen spielt erstmals seit 1995 wieder in der Fußball-Oberliga. Der ganze Verein freut sich auf die neue Herausforderung. Allerdings wissen alle Beteiligten auch, dass es sehr schwer wird, die Klasse zu halten. Von Philipp Semmler

In 14 Tagen ist es so weit: Der VfB Dillingen bestreitet am Samstag, 28. Juli um 15.30 Uhr sein erstes Oberligaspiel seit dem 28. Mai 1995. Damals gab es für den VfB am letzten Spieltag der Saison 94/95 eine 0:6-Packung gegen den 1. FC Kaiserslautern II – und die Hüttenstädter mussten als Tabellenvorletzter nach nur einer Saison in der überregionalen Liga wieder absteigen.


Auch 23 Jahre später stellt sich der VfB auf eine schwere Spielzeit in der Oberliga ein. „Wir freuen uns riesig auf die neue Liga, aber das Ziel lautet ganz klar Klassenverbleib – und das zu erreichen, wird schwierig“, sagt Dillingens Trainer Daniel Kiefer ohne Umschweife.

Das Auftaktspiel wird für seine Mannschaft dabei gleich eine echte Standortbestimmung. Denn mit dem TSV Emmelshausen ist ein Mitaufsteiger an der Dillinger Papiermühle zu Gast. Danach geht es für die Hüttenstädter am 4. August zum 1. FC Kaiserslautern II. Eine 0:6-Niederlage wie vor 23 Jahren sollte es da nach Möglichkeit nicht geben.

Um für die „Mission Ligaverbleib“ gerüstet zu sein, bereitet der 24-jährige Kiefer sein Team seit dem 22. Juni auf den Saisonbeginn vor. „Um erfolgreich zu sein, müssen wir unser Spielsystem umstellen“, erklärt der Übungsleiter. „In der Saarlandliga haben sich viele Teams nach unserer Spielweise gerichtet, das wird in der Oberliga sicher nicht mehr der Fall sein. Deshalb ist auch einer der Schwerpunkte in der Vorbereitung das Spiel gegen den Ball.“

Auch mit Teamgeist will Kiefer mit seinen Jungs in der höheren Liga punkten. „Wir haben gute Einzelspieler. Entscheidend, ob uns der Ligaverbleib gelingt oder nicht, wird aber sein, dass wir uns vom ersten bis letzten Spieltag als Einheit präsentieren“, sagt der 24-Jährige und ergänzt: „Auch wenn es mal eine Phase mit mehreren Rückschlägen gibt.“



Um für die höhere Liga gerüstet zu sein, hat der VfB acht Neuzugänge geholt: Von der Reserve des Regionalligisten SV Elversberg kam der 19-jährige Torwart Jan Philipp Greff. Er soll den Abgang von Rick Hess kompensieren, der zur neu gegründeten zweiten Mannschaft des 1. FC Saarbrücken (Kreisliga) gewechselt ist. Hess war in der Hinrunde der letzten Saison noch die Nummer eins beim VfB, verlor dann aber seinen Stammplatz an Nikolaj Kameneev.

Wer gegen Emmelshausen im Dillinger Tor steht, ist laut Kiefer noch offen. „Alle unsere drei Torleute ziehen bislang super mit“, freut sich der Übungsleiter. Neben Greff und Kamenev gehört noch Sascha Kilper zum Kader des Aufsteigers.

Weiter hat sich Dillingen mit zwei spielstarken Mittelfeldakteuren verstärkt: Von den SF Köllerbach (Saarlandliga) ist der 22-jährige Meriton Mehmeti an die Papiermühle gewechselt, von der Spvgg. Quierschied (ebenfalls Saarlandliga) Janosch Scherer (28). Der ist laut Kiefer technisch enorm stark, hat aber, was seinen Fitnesszustand angeht, noch Nachholbedarf. „Das weiß er auch, aber wenn er fit ist, ist er eine enorme Verstärkung für uns“, sagt Kiefer.

Als echte Verstärkung sieht Kiefer auch Niclas Judith, der vom Lokalrivalen FV Diefflen nach Dillingen kam. Der 21-jährige spielte in Diefflen meist auf der Außenbahn. In Dillingen soll er aber im Sturmzentrum eingesetzt werden. Für die Außenverteidiger-Position ist der 22-jährige Felix Nimmrichter vorgesehen. Er kam, ebenso wie der zentrale Mittelfeldspieler Philipp Gales, vom Landesligisten SV Gersweiler. Nimmrichter spielte aber auch für den SC Brebach schon in der Saarlandliga.

Schließlich wollen sich noch zwei Talente beim VfB in der Oberliga beweisen. Aus der Regionalliga-A-Jugend des 1. FC Saarbrücken wurde Innenverteidiger Jan Basenach (19) geholt. Ein durchaus bekannter Namen beim VfB: Sein Vater Bertram stand beim Dillinger Oberliga-Gastspiel in der Saison 1994/95 ebenfalls auf dem Feld. Aus der eigenen Jugend kam der 19-jährige Niklas Müller. Er stellt eine Alternative für die beiden Außenbahnen im Mittelfeld dar.