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Verein deutscher Ingenieure zeichnet Dillinger Berufsschüler aus

Verein deutscher Ingenieure zeichnet Dillinger Berufsschüler aus

Dillingen. Mike Hoffmann, Frank Schudell, Erik Portz und Sascha Hopp konstruieren und programmieren bis zur letzten Minute vor der Präsentation. Der Probelauf geht knapp daneben. Die Spannung steigt. Noch eine Feinabstimmung

Dillingen. Mike Hoffmann, Frank Schudell, Erik Portz und Sascha Hopp konstruieren und programmieren bis zur letzten Minute vor der Präsentation. Der Probelauf geht knapp daneben. Die Spannung steigt. Noch eine Feinabstimmung. Dann flitzt das kleine Fahrzeug wie von Geisterhand gesteuert durch den Parcours, sammelt unterwegs Legosteine auf und bringt sie zielsicher auf die vorgegebenen Felder. Großer Jubel und Freude bei den vier Schülern der Klasse des TGBBZ (Technisch-gewerblichen Berufsbildungszentrums). Ihr Fahrzeug ist das einzige, dem es gelingt, die Aufgabe fehlerfrei zu bewältigen. Was aussieht wie ein Lego-Spielzeugauto, ist ein komplexes Robotersystem, das mit Tast-, Licht- und Temperatursensoren gesteuert wird. Um dieses Hightech-Gerät zu konstruieren, haben die Schüler nur wenige Stunden Zeit. Zwei weitere Aufgaben stehen auf dem Programm: Nun muss eine Rampe überfahren und ein Lichtschalter betätigt werden. Die Rampenfahrt gelingt, das Einschalten der Lampe nicht. Zuletzt schlängelt sich das Fahrzeug über eine kurvenreiche Strecke und hält erfolgreich Kurs. Am Ende der Robo-Night sichern sich die Teilnehmer aus Dillingen Platz drei in der Gesamtwertung. Darüber hinaus holen sie sich den Technik-Sonderpreis des VDI (Vereins der deutschen Ingenieure). Der verleiht den Preis für besonders innovative Konstruktionen. Um dieses Ziel zu erreichen, war jede Menge Vorarbeit zu leisten. In einer Arbeitsgemeinschaft haben Mike Hoffmann, Frank Schudell, Erik Portz und Sascha Hopp die Programmierung und den Bau der Kleinroboter kennen gelernt. AG-Leiter Werner Thiel erläutert den Einsatz des Lego-Mindstorm-Systems: "Selbst kreativ zu werden, Roboter zu bauen, um die gestellten Aufgaben zu lösen, all das bricht die Tätigkeit des Ingenieurs auf ein Niveau herunter, unter dem sich Schüler etwas vorstellen können." Ziel des Projektes sei, Schüler Einblicke in die mechanische Konstruktion und die Programmierung der Mindstorm-Roboter zu gewähren. "So werden sie spielerisch an Sensoren, Mechanik, Konstruktion und Programmierung herangeführt." Für die Schüler war die Teilnahme an der Robo-Night eine wertvolle Erfahrung. "Das war ganz schön stressig, hat aber sehr viel Spaß gemacht", sagt Mike Hoffmann nach dem Wettbewerb. Erik Portz fügt hinzu: "Bei der Veranstaltung hatten wir Gelegenheit, uns mit den anderen Gruppen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen". Frank Schudell und Sascha Hopp sehen die Präsentation vor Publikum und das Arbeiten unter realistischen Bedingungen als eine gute Vorbereitung für das spätere Berufsleben. Die Robo-Night wird seit 2003 von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) des Saarlandes veranstaltet. Bisher haben jedes Jahr Schüler des TGBBZ Dillingen teilgenommen. Die HTW gibt zum Teil sehr schwierige Aufgaben vor, die die Schüler ab zwölf Jahren präzise bewältigen müssen. Nur dann haben sie eine Chance, als Sieger aus der Robo-Night hervorzugehen. Zum Üben gibt es vor dem eigentlichen Wettkampf mehrere Workshops, in denen die Schüler die Konstruktion und die Programmierung spielerisch lernen- und so Berührungsängste vor der komplizierten Technik verlieren. Das Ziel des Wettbewerbs ist es, die eher als trocken und schwierig geltenden Ingenieur- und Informatikwissenschaften der Generation von morgen schmackhaft zu machen. Und das klappt offenbar prima: Die ersten Robo-Night-Teilnehmer haben im vergangenen Jahr ihr Informatik- oder Ingenieur-Studium begonnen. "So werden sie spielerisch an Sensoren, Mechanik, Konstruktion und Programmierung herangeführt."Werner Thiel, Leiter der Arbeitsgemeinschaft