Und plötzlich war der Strom weg

Und plötzlich war der Strom weg

Das Feuer im Umspannwerk Schlachthof war gestern schnell unter Kontrolle. Bis die Stromversorgung der Innenstadt und in Überm Berg wieder stand, dauerte es knapp zwei Stunden. Die Leute blieben gelassen.

Und dann war er plötzlich weg, der Strom. Ziemlich genau um 14 Uhr sorgte gestern ein Kurzschluss im Umspannwerk Dillingen /Schlachthof dafür, dass in der Dillinger Innenstadt und im Stadtteil Überm Berg im wahrsten Sinne des Wortes die Lichter ausgingen. Hervorgerufen durch einen technischen Defekt war es in der 10 000-Volt-Schaltanlage zu einem Brand gekommen, den die Feuerwehr schnell unter Kontrolle hatte. Um 15.45 Uhr war der Schaden dann behoben, und die Stadtwerke meldeten, dass die Stromversorgung wieder hergestellt sei.

"Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den letzten 25 Jahren mal so lange keinen Strom hatten", sagte Margot Hiry von der Fischhalle Hiry in der Dillinger Innenstadt. "Eis auf den Fisch, das Kühlhaus schließen, und die Kunden so gut bedienen, wie möglich", war die Devise der Inhaberin, die ohne Waage und Kasse auskommen musste. "Da muss man auf Erfahrungswerte setzen und zum Wohle des Kunden abwägen. Und beim Bezahlen abrunden. Das passiert halt. Da kann man niemandem etwas vorwerfen", fand Hiry.

Ähnlich gelassen sah es auch Monika Wallerich vom Sanitätshaus Stein und Bayer: "Das war ein Erlebnis. Wobei es hier in unserem lang gezogenen Laden schon etwas gruselig war, so ganz ohne Licht."

Auf der anderen Straßenseite, in der Cafébar Hussinger, konnte man dem Stromausfall sogar was Gutes abgewinnen. "Plötzlich standen alle auf der Straße vor ihren Läden und haben miteinander geredet. Das gibt's ja sonst auch nie", sagte Kira Hussinger.

Die großen Firmen wie Dillinger Hütte , Nemak und DSD Dillinger Stahlbau waren vom Stromausfall nicht betroffen. "Bei uns läuft die Produktion ganz normal weiter", erklärte eine Sprecherin der Dillinger Hütte auf Anfrage.

Anders sah es beim Marienhaus Klinikum in Dillingen aus. Rund eine Dreiviertelstunde fiel dort der Strom aus. Dank Notstromaggregat kein Problem, wie Manfred Wallrich, Technischer Leiter, erzählt: "Unser Haus kann sich damit bis zu 48 Stunden selbst versorgen. Somit ist die Versorgung der Intensivstation gewährleistet. Auch die Aufzüge, die Notbeleuchtung und bestimmte Steckdosen in den Patientenzimmern funktionieren, sodass die wichtigen Geräte weiterlaufen können."

Während die Kunden bei Möbel Müller ohne Einschränkung weitershoppen konnten, ging im Bistro des Ladens eine halbe Stunde gar nichts mehr. "Die Geräte in der Küche funktionierten nicht, sodass wir kein Mittagessen rausgeben konnten. Zum Glück waren unsere Gäste sehr geduldig, wir haben sie mit Getränken aufs Haus vertröstet", sagt Bistro-Inhaberin Annika Braun.

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