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Umweltschützer untersuchen Brunnenwasser in Dillingen am Odilienbrunnen

Wasser in Dillingen : Wie sauber ist mein Brunnenwasser?

Labormobil der Umweltorganisation VSR-Gewässerschutz bot in Dillingen Untersuchungen und Beratung an.

Wer im Garten einen Brunnen hat, um das kostbare Leitungswasser zu sparen, kann sich nicht immer sicher sein, dass das Brunnenwasser gesundheitlich ohne Bedenken genutzt werden kann. Kürzlich bestand auf dem Odilienplatz in Dillingen Gelegenheit, diese Frage von Experten klären zu lassen.

In der Nähe des Odilienbrunnens war die gemeinnützige Umweltorganisation VSR-Gewässerschutz mit ihrem Labormobil vor Ort. Nicht die Wasserqualität des Odilienbrunnens war jedoch deren Anliegen, sondern die Untersuchung des Brunnenwassers aus dem eigenen Garten. „Wichtig ist, dass geklärt wird, ob dieses Brunnenwasser ohne Gesundheitsgefahren zum Gießen von Gemüse, zum Befüllen des Planschbeckens oder sogar zum Trinken geeignet ist“, erläuterte Diplom-Physiker und VSR-Pressesprecher Harald Gülzow.

Er betreute zwei Stunden lang mit Diplom-Ingenieur Peter Brückner als ehrenamtlichem Mitarbeiter aus dem Bundesfreiwilligendienst den Informationsstand. „Wir konnten ein reges Interesse verzeichnen“, sagt Gülzow, obwohl das Angebot vorher kaum bekannt gewesen sei. Es hätten interessante Diskussionen stattgefunden, viele Bürger wollten dem VSR noch ihre Proben zusenden. Zwei Bürger, ein Mann aus Perl und eine Frau aus Eppelborn, hätten eigene Wasserproben mitgebracht. Beide wollten eine bakteriologische Analyse, die aber im Labor erfolgen müsse. Die Ergebnisse erhalten sie nach circa zwei bis drei Wochen. Im Labormobil vor Ort könnten Grunduntersuchungen auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt gegen eine Kostenbeteiligung von zwölf Euro durchgeführt werden, erläutert Gülzow. Diesmal hätte aber kein Interesse daran bestanden.

Nachträglich können noch Wasserproben an den VSR-Gewässerschutz gesendet werden, sowohl für eine Grunduntersuchung als auch bakteriologische Analysen. Die umfangreichere Untersuchung auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien werde gegen eine Kostenbeteiligung angeboten. Damit die Ergebnisse aussagefähig sind, sollen zur Probenahme und Transport Mineralwasserflaschen genutzt werden, rät Gülzow. Besonders geeignet seien bis zum Rand gefüllte 0,5 Liter Flaschen aus Kunststoff. Sobald die Proben ausgewertet sind, werden die Ergebnisse in einem zugesandten Gutachten erläutert.

„Die Brunnenbesitzer werden mit ihren Messwerten nicht allein gelassen“, sagt Gülzow. Der Experte zum Thema Brunnenwasserqualität berät mit dem Team des VSR-Gewässerschutz anhand der Messergebnisse, wozu das Brunnenwasser geeignet ist.

Leider verschmutzen Nitrate und Pestizide das Grundwasser in den landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen; zudem könnten Krankheitserreger ins Wasser geraten. Die Belastungen könne man weder sehen noch riechen. Die Umweltschützer wollen beim Thema Wasser-Qualität die breite Öffentlichkeit einbeziehen. „Brunnennutzer haben das gleiche Ziel wie wir, unbelastetes Grundwasser“. Dem VSR-Gewässerschutz sei es wichtig, dass die Menschen über Belastungen des Grundwassers informiert sind. Messergebnisse würden deshalb regelmäßig in Karten zusammengefasst, um Belastungsschwerpunkte deutlich zu machen. So kann eine interaktive Nitratkarte Rheinland-Pfalz und Saarland 2019 auf der Homepage eingesehen werden.