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TWG Dillingen ist jetzt eine „Science School“

Als zweite Schule im Saarland : TWG Dillingen ist jetzt eine „Science School“

Das TWG in Dillingen hat nicht nur einen neuen Titel. Es wird auch echte Forschung betrieben.

Das Technisch-Wissenschaftliche Gymnasium (TWG) in Dillingen trägt seit kurzem als zweite Schule im Saarland den Titel „Science School“. Ein Kooperationsvertrag mit dem NanoBioLab der Universität des Saarlandes (UdS) bringt dem Dillinger Oberstufen-Gymnasium nicht nur einen neuen Titel – die Schüler des TWG und die Studenten der UdS profitieren beide von der Zusammenarbeit.

„Es ist eine gute Möglichkeit, abseits der Schule sein Wissen anzuwenden“, findet die angehende Abiturientin Johanna Speicher. Schulleiter Herbert Jacob freut sich über die neuen Möglichkeiten für seine Schule: „Wir möchten unser Profil im naturwissenschaftlichen Bereich durch Partner schärfen.“

Jedes Jahr fahren ungefähr 100 Schüler ins Saarbrücker Labor. Manche waren schon zwei- oder dreimal da. „Die Schüler lernen den Betrieb an der Uni kennen, sehen ein Forschungslabor, führen selbst Experimente durch und betreiben echte Forschung“, berichtet Schulleiter Jacob.

Das TWG profitiert durch die Zusammenarbeit mit der Universität auch im Umgang mit den digitalen Medien. Heike Luxemburger-Becker, Lehrerin für Biologie und Chemie am TWG, hat den engen Austausch zum Schülerlabor der Hochschule hergestellt.

Sie selbst gehört als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum Team von NanoBioLab-Leiter Prof. Dr. Christopher Kay und ist jeden Donnerstag als abgeordnete Lehrkraft an der Uni vor Ort.

„Durch das Schülerlabor liefern wir eine universitäre Umgebung. Die Verknüpfung führt zu einem deutlicherem Lerneffekt. Das TWG kommt schon lange zu uns. Beide Seiten profitieren voneinander“, erzählt Doktorand Johann Seibert, stellvertretender Leiter des Schülerlabors.

Die Lehramtsstudenten helfen im NanoBioLab und betreuen dort die Schüler. „Das ist auch für die Lehrerausbildung wichtig. Die Lehreranwärter sollen nicht nur an der Uni bleiben, sondern auch an die Schule gehen. Wir wollen im Saarland ein Netzwerk aufbauen und mit Schulen zusammenarbeiten“, erklärt Kay.

Die Kooperation hat auch einen finanziellen Vorteil: Das TWG wird bei den anfallenden Reisekosten zum NanoBioLab unterstützt. Vor allem stehen aber die Schüler im Vordergrund. Sie nehmen an aktueller fachdidaktischer Forschung teil und ihnen wird bei der Einführung und Etablierung digitaler Medien im Unterricht geholfen.

Professor Kay ist wichtig: „Die Schule und die Uni sollen wegkommen von der Passivität. Es ist sehr wichtig, dass Ihr durch digitale Medien aktiv werdet.“

Diese Eigeninitiative erleben auch die Schüler, die schon im Saarbrücker Labor experimentiert haben. „Im Vergleich zur Schule ist es an der Uni viel Praxis. Bei uns war es wie in einem Escape-Room. Wir haben zum Beispiel mit Stickstoff gearbeitet. In der Schule ist das schlecht umsetzbar“, erzählt der 18-jährige Lucas Penner, Zwölftklässler am TWG.

Das Rahmenprogramm bei den Besuchen des NanoBioLab begeistert ebenso, berichtet die 16-jährige Marie Claire Eloy: „Wir waren auch in der Mensa essen und haben das Uni-Leben erlebt. Es ist anders als in der Schule, wo man nur ein bis zwei Experimente pro Monat macht.“