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Fußball
Trainer-Beben beim VfB Dillingen

Ein Ende mit Schrecken: Trainer Oliver Dillinger, der Sportliche Leiter Ignazio Coniglo und Co-Trainer Benjamin Heinrichs (von rechts) traten beim VfB Dillingen mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurück.
Ein Ende mit Schrecken: Trainer Oliver Dillinger, der Sportliche Leiter Ignazio Coniglo und Co-Trainer Benjamin Heinrichs (von rechts) traten beim VfB Dillingen mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurück. FOTO: rup
Dillingen. Bei Fußball-Saarlandligist VfB Dillingen sind überraschend das komplette Trainer-Team sowie der Sportliche Leiter Ignacio Coniglio mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Von Philipp Semmler

Es hätten besinnliche vorweihnachtliche Tage beim VfB Dillingen werden können. Der Club steht als Tabellen-Fünfter in der Saarlandliga gut da. Und auch die Trainerfrage für die kommende Runde schien geklärt: Benjamin Heinrichs und Daniel Kiefer (bisher Co-Trainer) sollten in der Spielzeit 2018/19 als Duo den Übungsleiter-Posten von Oliver Dillinger übernehmen. Dillinger hört aus beruflichen Gründen auf (wir berichteten).



Doch dann kam plötzlich alles ganz anders. Am Mittwochabend trat das komplette Trainer-Team mit sofortiger Wirkung zurück. Ein echter Paukenschlag! Zuvor war bereits der sportliche Leiter Ignazio Coniglio von seinem Amt zurücktreten. Trotzdem saßen Dillinger und seine Co-Trainer am Samstag noch einmal beim Heimspiel gegen den SV Hasborn (0:1) auf der Bank. „Wir wollten einen sauberen Abschluss“, erklärte VfB-Trainer Benjamin Heinrichs dazu.

Aber wie kam es zu dieser ganzen Reihe von Rücktritten? Am Samstag vor einer Woche erklärte der 2. Vorsitzende des VfB, Frank Schnubel, dem Sportlichen Leiter Coniglio, dass dessen zum Saisonende auslaufender Vertrag nicht verlängert werde. Dieses Gespräch brachte die gesamte Lawine ins Rollen. „Frank Schnubel hat zu mir gesagt, dass es in diesem Gespräch nicht um eine Entscheidung über die Vertragsverlängerung mit Ignazio geht, sondern nur um die Beseitigung persönlicher Differenzen zwischen den beiden“, berichtet Heinrichs. „Nach dem Gespräch habe ich dann gehört, das Ignazio doch mitgeteilt bekam, dass er nach der Runde gehen muss.“ Die Folge für Heinrichs: „Für mich war deshalb keine Vertrauensbasis mehr vorhanden, deshalb habe ich dem Verein mitgeteilt, dass Daniel Kiefer und ich kommende Runde nicht als Trainer zur Verfügung stehen.“

Schnubel, der in den kommenden Wochen den scheidenden Vereinsvorsitzenden Josef Schya beerben soll, bewertet dies etwas anders: „Benjamin wusste, dass ich in diesem Gespräch Coniglio mitteilen will, dass wir seinen Vertrag nicht verlängern. Er hat mich gebeten dies nicht zu tun. Ich habe es im Verlauf des Gesprächs aber doch getan.“ Der 2. Vorsitzende weiter: „Für mich ist das kein Vertrauensbruch. Ich finde es legitim für einen Verein, einem Sportlichen Leiter zu sagen, dass ein Vertragsverhältnis nach dessen Ablauf nicht mehr weitergeführt wird. Das ist ein ganz normaler Vorgang.“

Coniglio entschloss sich am Montag vor einer Woche, sein Amt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen. Wenig später folgte dem auch Trainer Oliver Dillinger, der gut mit Coniglio befreundet ist, sowie das komplette Trainer-Team. Diese Entscheidung teilten sie am Mittwoch der Mannschaft und dem Vorstand mit. „Für uns kam das sehr überraschend“, zeigt sich VfB-Boss Schya geschockt. Dillinger war weder am Sonntag noch am gestrigen Montag telefonisch für eine Stellungnahme zu erreichen.



Aber wie geht es nun weiter beim VfB? Dazu Schnubel: „Wir sind schon mit einem interessanten Kandidaten für das Traineramt in aussichtsreichen Gesprächen. Aber soweit, dass ich einen Namen nennen kann, sind wir noch nicht.“