| 18:45 Uhr

Großbrand
Tonnen von Müll stehen in Flammen

Feuerwehren aus fünf Kommunen sowie Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und weiterer Organisationen waren stundenlang im Einsatz.
Feuerwehren aus fünf Kommunen sowie Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks und weiterer Organisationen waren stundenlang im Einsatz. FOTO: Ruppenthal
Dillingen. Zu einem Großbrand ist es am Freitag auf dem Gelände der Remondis in Dillingen gekommen. Die Löscharbeiten dauern an. Verletzt wurde niemand. Von Barbara Scherer

Meterhohe Flammen und eine dichte schwarze Rauchsäule: Ein Großbrand im Dillinger Gewerbegebiet Nord hat am Freitag Feuerwehrleute und weitere Einsatzkräfte bis in die Nacht in Atem gehalten. Kurz vor Mittag lodern die ersten Flammen auf dem Gelände der Entsorgungsfirma Remondis. Rund 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr sind vor Ort, nicht nur aus Dillingen und Saarlouis, sondern auch aus Beckingen, Nalbach und Saarwellingen. Dazu kommen Helfer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), dem Technischen Hilfswerk (THW) und der Polizei sowie Vertreter vom Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA), vom EVS und der Deutschen Bahn. Insgesamt sind über 200 Menschen im Einsatz. Zwei Stunden dauert es, bis die Feuerwehrleute „das eigentliche Feuer“, wie Landesbrandinspekteur Timo Meyer es nennt, unter Kontrolle haben – doch die Nachlöscharbeiten gehen noch weiter. Meyer sagt, diese könnten bis zum darauffolgenden Vormittag laufen.


Zunächst ist von 800 Tonnen brennendem Müll die Rede. Später wird die betroffene Fläche etwas klarer: Mehr als 3000 Quadratmeter auf der Sortierungsanlage Sperrmüll sind in Brand geraten. Die genaue Zusammensetzung des brennenden Material sei noch unbekannt, sagt Meyer. Allerdings habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden.

Die dichte schwarze Rauchsäule war weithin sichtbar.
Die dichte schwarze Rauchsäule war weithin sichtbar. FOTO: Ruppenthal


Gelagert werde das Material in Boxen, die nach oben und vorne offen seien. An das Feuer heranzukommen, sei nicht schwierig gewesen, sagt Meyer. Teilweise wurde das Gelände einer Nachbarfirma befahren, außerdem waren Drehleitern im Einsatz. Doch aufgrund der Größe dieser Boxen zögen sich die Nachlöscharbeiten hin. „Es lodert in den Tiefen des Materials weiter“, schildert Meyer die Situation, und ans Ende der Boxen kämen die Einsatzkräfte nicht direkt heran. Mithilfe von Baggern werde das Material nun nach und nach abgetragen und neu auflodernde Flammen würden gelöscht. Das THW unterstützt die Feuerwehr dabei mit schwerem Gerät.

Neben den Löscharbeiten laufen Messungen, um herauszufinden, ob durch den Brand eine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Messfahrzeuge aus den ABC-Zügen sowie der Katastrophenschutz sind im Einsatz. An insgesamt 14 Punkten – nicht nur in Dillingen, sondern auch in der Umgebung bis nach Merzig – werden Messungen durchgeführt. Meyer beruhigt: Der schwarze Rauch, der auch am späten Nachmittag noch sichtbar aufsteigt, stelle keine Gefahr für die Bevölkerung dar. Wegen der Geruchsbelästigung sei jedoch empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Verletzt wurde bei dem Brand bislang niemand, 20 Einsatzkräfte des DRK kümmern sich um die Versorgung der Feuerwehrleute.

Während der Arbeiten bleibt die Zufahrt zum Gewerbegebiet ab dem Kreisel an den Supermärkten gesperrt. Erst am späten Nachmittag wird der vordere Bereich freigegeben. Der hintere Teil der Straße bleibt bis zum Abschluss der Arbeiten gesperrt, auch die Straße Richtung Beckingen ist vorerst voll gesperrt. Der Bahnverkehr wird eingestellt, ab 14.30 Uhr kommen Busse als Ersatz zum Einsatz, erst nach 17 Uhr fahren wieder Züge.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern nach Angaben der Polizei noch an. Die Höhe des Schadens ist noch unbekannt.