Tag der Hilfsdienste und Feuwehrübung in Diefflen

Feuerwehr und Hilfsdienste : Hilfsdienste trotzten dem Dauerregen

Am Samstag fand in Diefflen der Tag der Dillinger Hilfsdienste mit anschließender Feuerwehrhauptübung statt.

„Wasser sind wir ja gewöhnt, aber nicht von oben!“ Tobias Wagner, stellvertretender Vorsitzender der DLRG Dillingen, nimmt’s mit Humor. Tatsächlich hätte das Wetter am Tag der Hilfsdienste am Samstag in Diefflen schöner ausfallen können, was auch Bürgermeister Franz-Josef Berg anlässlich der Eröffnung am Samstagvormittag dem Aktionstag wünschte. Stattdessen schüttete es teilweise wie aus Eimern. Für die Dillinger Hilfsdienste, die anlässlich des 50-jährigen Jubiläums Diefflens als Dillinger Stadtteil den Tag der Hilfsdienste auf den Brunnenplatz in Diefflen verlegt hatten, ist schlechtes Wetter natürlich kein Problem.

Die Besucherströme beeinträchtigte das miese Wetter dann doch etwas. Dennoch konnten diejenigen, die den Regen nicht scheuten, darunter viele Familien mit Kindern, bei der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk (THW), der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) viel Interessantes entdecken. Der DRK-Ortsverein Diefflen lockte dann wohl auch den ein oder anderen Gast mehr mit seiner legendären Erbsensuppe aus dem Haus. Dazu konnte man beim Dieffler DRK einen Sehtest machen oder sich den Blutdruck messen lassen. 40 aktive Mitglieder und 25 Jugendrotkreuzler zählt der Dieffler Ortsverein unter Vorsitz von Markus Lehnert. „Darüber hinaus haben wir etwa 300 Fördermitglieder“, erzählt Lehnert.

Bei den DRK-Kollegen aus Dillingen konnten die Besucher am Rudi-Mobil, einem speziellen Demonstrationsrettungswagen, genau unter die Lupe nehmen, wie ein Rettungswagen funktioniert. „Damit wollen wir den Kindern die Angst  vor dem Krankenwagen nehmen“, erklärt Bereitschaftsleiterin Sandra Jedermann. An Erste-Hilfe-Phantomen wurden außerdem Wiederbelebungsmaßnahmen demonstriert. Der Gerätewagen mit dem mobilen Verbandsplatz blieb aufgrund des Regens leider geschlossen.

Hektisches Treiben in strömendem Regen: Bei der Feuerwehrabschlussübung galt es, in Diefflen einen „Brand“ in der Bäckerei Spurk zu löschen. Foto: Jörg Laux

Derweil zeigte die DLRG Dillingen ihre Fahrzeuge inklusive Boot und informierte über die Arbeit der DLRG, über Bade- und Eisregeln. Laut stellvertretendem Vorsitzenden Tobias Wagner zählt die DLRG in Dillingen zurzeit etwa 300 Mitglieder. Bei den Kollegen vom THW gab es große und kleine Fahrzeuge zu bestaunen. Denn neben deren Einsatzfahrzeugen gab es außerdem eine kleine Ausstellung von Playmobil-Einsatzfahrzeugen zu sehen. Die Fachgruppe Infrastruktur demonstrierte außerdem, wie eine Nottrinkwasserversorgung funktioniert. „Für Interessierte gab es frische Laugen-Brezel von der Bäckerei Welling“, sagte die stellvertretende Ortsbeauftragte, Catharina Stähly. Das THW Dillingen zählt derzeit 35 aktive Mitglieder, davon 28 im Alter von sechs bis 18 Jahren.

Heiß ging es bei der Feuerwehr Diefflen zu, die derzeit 26 Aktive zählt. Sie demonstrierten an einem alten Pkw, wie ein Auto im Ernstfall auseinander geschnitten werden kann. Dazu zeigten sie eine Demonstration, wie eine Fettexplosion aussieht und wie man sie löscht. Das passte auch ganz gut zur Abschlussübung der Feuerwehr Dillingen, die im Anschluss an den Tag der Hilfsdienste gleich um die Ecke bei der Bäckerei Spurk stattfand. Löschbezirksführer Jürgen Birk erklärte die Lage: In der Bäckerei kommt es aufgrund eines Defekts an einem Ölofen zu einer Verpuffung mit anschließendem Entstehungsbrand. Ein Mitarbeiter versucht, das Feuer mit einem Feuerlöscher zu löschen, scheitert aber. Während sich der Brand über die Holzdecke ausbreitet, verliert der Mitarbeiter aufgrund der Rauchbildung das Bewusstsein. Ein zweiter Mitarbeiter stürzt bei der Flucht und muss ebenfalls gerettet werden. Da sich der Rauch schnell im Gebäude ausbreitet, werden außerdem die Mieter im ersten Stock eingeschlossen und machen sich an den Fenstern bemerkbar. Also allerhand zu tun für die Hilfsdienste von der Feuerwehr und des DRK, die mit Blaulicht und allerhand Gerät, unter anderem einem Leiterwagen, anrücken, Schläuche bereit machen, durch die Fronttür mit Gasmasken ins Gebäude vordringen, um die beiden Mitarbeiter dort zu retten und mit dem Leiterwagen die Mieter aus dem ersten Stock retteten. Vom Leiterwagen aus werden dann schließlich auch mit dem Löschschlauch die Löscharbeiten unterstützt.

Die Übung verfolgten trotz des strömenden Regens dann aber doch viele Zuschauer, die unter Regenschirmen das hektische Treiben rund um die Bäckerei bestaunten. Dank der Rettungsdienste konnten übrigens alle „Verletzten“ gerettet und der „Brand“ gelöscht werden.

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