Jahreskonzert: Tänze, Bürgerkriegserinnerung und ein Orkan

Jahreskonzert : Tänze, Bürgerkriegserinnerung und ein Orkan

Vor rund 600 Zuschauern spielte der Musikverein Dillingen-Pachten sein Jahreskonzert „Tenorhornklänge und Posaunenzauber“.

Zum zehnten Mal dirigierte Thomas Kopp am Sonntagabend das Jahreskonzert des Musikvereins Dillingen-Pachten. Etwa zwei Stunden lang erlebten rund 600 Zuhörer „Tenorhornklänge und Posaunenzauber — Blasmusik vom Feinsten“ in der Dillinger Stadthalle. Dazu gehörte auch der Auftritt des Schülerorchesters sowie der von Gast-Solist Robert Kozánek. Schon die ersten Takte von „Sa Música“ wirkten und verbreiteten eine Atmosphäre zwischen mallorcinischen Prozessionen und spanischer Fiesta. Zu den einzelnen Titeln moderierte Franz-Josef Kopp in gewohnter Mischung aus Wortwitz und Information.

Den emotional wechselhaften, auf einer ungarischen Melodie basierenden „Csárdás“ von Vittorio Monti bereicherte Gast-Solist Robert Kozánek mit exzellentem Zungenschlag an der Posaune. Der mehrfach ausgezeichnete Profimusiker spielt an der Tschechischen Philharmonie in Prag.

Das beklemmend dramatische „Banja Luka“ von Jan de Haan bezeichnete Moderator Koop als „tonales Mahnmal gegen den Krieg“. Das Stück über den Bürgerkrieg auf dem Balkan gipfelte in einem dissonanten Inferno mit abrupter Stille und nachdenklichen Tönen. Mit friedlichen Klängen der Polka „Koz­lova“ verabschiedete sich das große Orchester aus dem ersten Programmteil. Dabei bewies Kozánek am Tenorhorn seine unaufdringliche Virtuosität. Das 27-köpfige Schülerorchester stand erstmals in neuer Besetzung auf der Bühne. Diese beruht auf einer Kooperation des Musikvereins mit der Bläserklasse der Sophie-Scholl-Schule Dillingen.

Zum Repertoire gehörten Melodien aus „Chariots of Fire“, „Der mit dem Wolf tanzt“ und „Jurassic Park“. Dirigent war Franz-Josef Kopp. Im zweiten Programmteil gestalteten die 55 Mitglieder des großen Orchesters den „Abschied der Gladiatoren“ von „Marschkönig“ Hermann Ludwig Blankenburg und erweckten den Orkan „Kyrill“ zu musikalischem Leben.

Zusammen mit Kozánek erklang die Vielfalt der Posaunen bei „Welcome to the Trombones“. Zum Träumen inspirierte „A Whole New ­World“ aus dem Trickfilm „Aladdin“, mit „Birdland“ öffneten sich die Türen zu dem ehemaligen New Yorker Jazzclub. Die Komposition „Prosit!“ des Weinliebhabers Kozánek leitete nach etwa zwei Stunden Musik zu unterhaltsamen Zugaben über.