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Stadtrat Dillingen diskutiert über Schließung des Krankenhauses

Stadtrat : „Ein schmerzhafter Tag für Dillingen“

Stadtratsmitglieder verärgert und besorgt über die endgültige Schließung des Krankenhauses im Juni.

Ab Mitte Juni ist Schluss im Dillinger Krankenhaus. Mit dem Umzug der beiden letzten Abteilungen, der Inneren und der Neurologie, wird die Ein-Standort-Lösung verwirklicht, die die Marienhaus Unternehmensgruppe seit der Fusion der St.-Elisabeth-Klinik Saarlouis und des Caritas-Krankenhauses Dillingen zum Marienhaus Klinikum Saarlouis im Mai 2012 verfolgt hatte. Diese Mitteilung erreichte den Dillinger Rat in seiner jüngsten Sitzung. Überbringer war Dr. Heinz-Joachim Scheidt, Vorstandvorsitzender der Marienhaus GmbH (wir berichteten). Obwohl seit 2014 bekannt war, dass der Träger den Standort Dillingen aufgeben werde, führte die aktuelle Mitteilung über das endgültige Aus zu einigen Reaktionen im Stadtrat.

„Das Sterben hatte ja schon länger angefangen. In diesem Fall war der Tod gewiss, die Stunde ungewiss. Wir haben jetzt mehr oder weniger die Stunde erfahren. Unterm Strich ist das natürlich ein schwacher Trost“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Kleber. Es sei zwar schön, „dass da noch etwas in irgendeiner Form an diesem ehemaligen Krankenhaus-Standort geschieht“. Aber alles das sei natürlich kein Ersatz für ein mehr oder weniger funktionierendes Krankenhaus. „Wir hatten schon befürchtet, das Bettenhaus würde uns als ewiges Mahnmal hier an der Stelle aus Kostengründen erhalten bleiben. Wenn das so ist, dass es tatsächlich, wie wir gehofft hatten, abgerissen wird, ist das wenigstens doch ein kleineres Übel. „Aber trotzdem, der Wermutstropfen ist sehr groß!“

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Dagmar Heib hob positiv hervor, dass es am Krankenhausstandort auch weiterhin Ärzte gebe, die Dillingen ärztliche Versorgung anböten. Auch der Fortbestand der Bereitschaftspraxis sei durchaus ein positives Zeichen. Ein Trostpflaster sei auch, dass die Dillinger gleich in Saarlouis zwei Krankenhäuser direkt vor der Tür hätten. „Dennoch ist es ein schmerzhafter Tag für Dillingen, ich denke, das ist uns hier allen klar“, sagte Heib. Und weiter: „Letzendlich muss man aber leider auch sagen, dass ganz viele Menschen mit ihren Füßen abgestimmt haben und uns alle in diese Situation hineingebracht haben. Das finde ich nicht gut. Das ist auch kein Trost für mich. Das bedauere ich nach wie vor.“ Sie verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, dass das medizinische Angebot, das sich jetzt am alten Krankenhausstandort befindet und wahrscheinlich noch ausgebaut werde, eine Zukunft habe.

Sascha Sprötge, Fraktionsvorsitzender der Linken, betonte, dass die jetzige Lösung für den alten Standort kein Ersatz für ein vollwertiges Krankenhaus sei. Die wohnortnahe Versorgung falle weg. „Dies ist ein trauriger Tag für Dillingen, vor allem für die Älteren.“ Joachim Johannes von der Fraktion Pro Dillingen wies darauf hin, dass im dort angesiedelten Medizinischen Gesundheitszentrum (MVZ) keine neuen Ärzte nach Dillingen kämen, sondern es sich lediglich um Umzüge innerhalb der Stadt handele. Bezugnehmend auf die seit 2014 tätige Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft des Krankenhausstandortes Dillingen beschäftigte, sagte er weiter: „Ich persönlich finde es sehr schade, dass dort so wenig Konkretes herumgekommen ist.“ Er sei eher unzufrieden mit der Situation. Leider sei das nicht mehr zu ändern, zumal es keine Entscheidung des Stadtrates, sondern des Trägers sei: „Wir können nur unseren Missmut darüber ausdrücken.“

Michael Fischer (SPD) fand noch klarere Worte: „Die Versorgung wird schlechter, die Patienten sind die Verlierer. Die Marienhaus GmbH ist der finanzielle Gewinner. Ich finde das eine sehr traurige Geschichte, dass hier in Dillingen die medizinische Versorgung sozusagen eingestellt ist.“ Er appellierte an den Träger, dass dieser zumindest noch das Gebäude saniere, damit die umgezogenen Ärzte dort ihre Praxen ordentlich betreiben können.

Auch Reiner Klaeß (CDU) kritisierte, dass in der Planung für die weitere Nutzung des ehemaligen Dillinger Krankenhauses „alles sehr, sehr offen“ sei. Er mache sich da keine großen Hoffnungen, sagte Klaeß. Er machte seinem Unmut über die Standortzusammenlegung Luft und verwies unter anderem auf die ausgezeichnete Parkplatzsituation am Dillinger Krankenhaus im Vergleich zum Standort Saarlouis: „Wie man so planen kann, ist mir ein Rätsel!“