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Friedhöfe
Rat ändert Friedhofsgebühren-Satzung

Die Urnenwände sind eine der Bestattungsmöglichkeiten auf dem Dillinger Friedhof. Neue Bestattungsformen, zum Beispiel Baumgrabstätten sind, angedacht.
Die Urnenwände sind eine der Bestattungsmöglichkeiten auf dem Dillinger Friedhof. Neue Bestattungsformen, zum Beispiel Baumgrabstätten sind, angedacht. FOTO: Axel Künkeler
Dillingen. Der Dillinger Stadtrat reagiert auf die Nachfrage nach neuen Bestattungsmöglichkeiten und legt die Gebühren dafür fest. Von Nicole Bastong

Neue Bestattungsmöglichkeiten und zugleich eine neue Satzung für die Friedhofsgebühren, die der aktuellen Entwicklung angepasst ist, hat der Stadtrat Dillingen beschlossen. Über die Aufnahme neuer Bestattungsformen für Urnen, zum Beispiel eine Baumgrabstätte mit Gedenktafel, ein anonymes Reihengrab oder Rasenfamiliengrabstätten, waren sich die Fraktionen einig. Doch die neue Gebührensatzung wurde diskutiert.



Die Notwendigkeit einer neuen Satzung erklärte Bürgermeister Franz-Josef Berg: Der Anteil von Urnenbestattungen liegt in Dillingen zwischenzeitlich bei mehr als 80 Prozent, ist damit deutlich gestiegen und wird wohl auch weiter steigen. Gleichzeitig sind die Leichenhallen nicht mehr sehr gefragt. „Dieser Wandel muss dazu führen, dass die Gebühren so steigen, dass die Kosten gedeckt werden.“

Die neue Satzung, die die Arbeitsgruppe AG Friedhof erarbeitet hat, sieht vor, dass bei vier Bestattungsarten die Kosten steigen, bei einer jedoch sinken sie sogar. Derzeit gebe die Stadt die Kosten für die Friedhöfe zu 65 Prozent an die Gebührenzahler weiter, die übrigen 35 Prozent trage sie selber, führte Berg weiter aus.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Kleber erklärte, seine Fraktion tue sich schwer mit einer Erhöhung, die letzte sei 2015 schon erfolgt. Er verstehe, dass man die Kosten decken müsse, doch könnte dies über Fixkosten, etwa beim Personal, geschehen. Die SPD wolle dennoch zustimmen, meinte Kleber, „unter der Bedingung, dass ein neues Friedhofskonzept erstellt wird, dass die Struktur insgesamt hinterfragt.“

Auf diese Aussage reagierten die anderen Fraktionen verschnupft. Zunächst bemerkte Bürgermeister Berg, es gebe bereits seit drei Jahren eine Arbeitsgruppe, die sich mit einem Friedhofskonzept befasse. „Wir haben die Herausforderungen thematisiert und erkannt, das ist der Kernpunkt. Wir müssen keine neuen Konzepte entwickeln, es ist schon eins da.“



Reiner Klaß, CDU, erklärte, der Wandel in der Bestattungskultur habe zu einer finanziellen Schieflage geführt. „Die Gebührengestaltung kann so nicht bleiben. Im Vergleich mit den Nachbarstädten stehen wir  bei den Gebühren einigermaßen gut da. Das ist ein Beweis, dass unsere Berechnungen stimmig sind.“

Die AG hatte die große Aufgabe, so erklärte Hans-Albert Zimmer, ÖBL, „ein Ungleichgewicht zu beheben.“ Nach seiner Einschätzung habe man eine sehr realistische Aufteilung vorgenommen: „Wir haben eine Grundgebühr, dann differenziert es sich nach der Bestattungsart und nach Serviceleistungen.“

Auch Horst Schumacher, Linke, meinte: „Das ist der richtige Schritt in die Zukunft. Die AG hat ordentliche Arbeit geleistet.“

Eine „gerechte Berechnung“ sei die neue Satzung, erklärte CDU-Fraktionsvorsitzende Dagmar Heib. Und zur SPD: „Die AG hat sich von Beginn an um ein Konzept gekümmert. Da kann man nun schauen: Wo kann man noch steuern? Welche Flächen werden wofür verwendet?“

Kleber setzte jedoch nach, das Konzept müsse „an Fachleute vergeben werden“, man verliere so nur Zeit. Berg machte darauf aufmerksam, dass die AG seinerzeit vom Stadtrat beschlossen wurde. „Und das Konzept wurde intensiv beraten, keine AG tagt so häufig!“ Zudem würden auch Mitglieder der SPD der AG angehören.

Zimmer, ÖBL, ergänzte, die Arbeit in der AG sei sehr sachbetont und habe zu entsprechenden Ergebnissen geführt. „Da muss man nicht fremde Kompetenz für teures Geld einkaufen. Diese Kosten müssten wir auch an die Gebührenzahler weitergeben.“ Berg schlug abschließend vor, in der nächsten Ausschusssitzung in Ruhe zu besprechen, wie die AG weiterarbeiten soll. Die neue Gebührensatzung wurde mit neun Enthaltungen der SPD mehrheitlich beschlossen.