Stadt Dillingen hat ersten Inklusionsbeirat im Saarland

Inklusion : Dillingen hat jetzt einen Beirat für Inklusion

Der Beirat für Inklusion soll Belange behinderter Menschen in den Blick rücken. Es ist der erste dieser Art im Saarland.

Die Stadt Dillingen hat als erste Kommune im Saarland einen Inklusionsbeirat einberufen. Der Stadtrat billigte in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Besetzung des Beirates mit elf gewählten Vertretern. Dies sind: Arno Theobald, Jürgen Holl, Vera Leinenbach, Paul Bugard, Silke Huß, Stefan Müller, Marcus Gramlich, Stefan Kreis, Cäcilia Putze, Nadine Berwanger-Alt und Annette Pauli. Dem Gremium gehören außerdem der städtische Behindertenbeauftragte Winfried Hoffmann und Melanie Meiser vom Allgemeinen Sozialen Dienst der Stadtverwaltung an.

Mit dem Beirat wolle die Stadt „ein besonderes Zeichen setzen, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderung bei uns einen hohen Stellenwert hat“, begründete Bürgermeister Franz-Josef Berg bei der Planung des neuen Gremiums im Sommer. Die Idee dazu war im Rahmen des Projektes „Gemeinsam aktiv und inklusiv im Landkreis Saarlouis“ aufgekommen, das die Awo Saarland unter anderem mit dem Kreis Saarlouis und der Stadt Dillingen als Partner betreibt.

Das „Netzwerk Inklusion“ hat über ein Jahr lang in mehreren Treffen an einem Konzept für den Beirat gearbeitet; federführend waren dabei Marcus Gramlich vom Awo-Verbund für Inklusion und Bildung (VIB) und Melanie Meiser von der Stadt Dillingen. Erstes Ergebnis der Zusammenarbeit war eine Präambel für den Beirat, die der Stadtrat bereits einstimmig gebilligt hat (die SZ berichtete).

Der Beirat soll Ideen und Anregungen, aber auch Probleme von Menschen mit Behinderungen aller Art bei der Stadtverwaltung, den politischen Entscheidungsträgern sowie in der Öffentlichkeit ins Blicklicht rücken. Menschen mit Behinderung sollen sich aktiv an der Weiterentwicklung der Stadt beteiligen. Die Zusammenarbeit mit Vereinen, aber auch Kirchen und Parteien soll ebenfalls verbessert werden.

Der Beirat hat 13 Mitglieder, darunter sieben stimmberechtigte und fünf beratende, zudem einen Moderator aus der Stadtverwaltung. Besetzt wurde er über ein öffentliches Ausschreibungsverfahren; die Bewerber wurden vorgeschlagen, aus gesellschaftlichen Vereinen und Verbänden, aber auch als Einzelpersonen.

Beworben hatten sich bis Ende August 14 Personen, erklärte Berg. Weil man sich über das Interesse an einer Mitarbeit im Beirat freue, aber dennoch eine Auswahl treffen musste, schlug er vor, die nicht berücksichtigten Bewerber als Experten bei Entscheidungen einzuladen.

In Dillingen gibt es bereits seit Jahren Beiräte für Jugend, Senioren und Umwelt. Der Inklusionsbeirat ist der vierte in der Stadt und der erste bei einer Kommune im Saarland.

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