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Spielplätze in Dillingen sind verboten, Geschäfte zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Schließungen : Spielplätze sind verboten, Geschäfte zu

Der Kampf gegen das Coronavirus legt das Land langsam lahm. An diesem Mittwoch mussten die meisten Läden schließen. Die SZ hat sich im Kreis umgeschaut.

Seit Mittwoch 18. März, 0 Uhr, gelten neue Beschränkungen für Gaststätten, Geschäfte und Freizeiteinrichtungen im Saarland, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Nach Anordnung der Landesregierung sind unter anderem auch alle kommunalen Spielplätze geschlossen.

In Dillingen weisen Schilder auf den rund 40 Spielplätzen im Stadtgebiet darauf hin, dass Spiel- und Bolzplätze bis auf Weiteres gesperrt sind. „Das widerrechtliche Betreten wird strafrechtlich verfolgt“, heißt es. Doch streng bestraft wird das Zuwiderhandeln erstmal nicht, erklärt Heike Theobald, Sprecherin der Stadt Dillingen: Zwar werden die Spielplätze von der Ortspolizeibehörde (OPB) regelmäßig kontrolliert. Die Mitarbeiter weisen aber Eltern und Kinder, die sich trotz des Verbotes dort aufhalten, nur „höflich darauf hin, dass eben gesperrt ist“. Verbunden mit der Aufforderung, den Platz zu verlassen. „Wir setzen im ersten Schritt auf die Einsicht“, sagt Theobald. Schließlich gehe es um die Gesundheit aller.

Ob irgendwann härtere Maßnahmen folgen, und wann, werde derzeit noch intern abgestimmt. Am Mittwochvormittag ist auf den verschiedenen Spielplätzen jedenfalls niemand unterwegs. Kontrolliert wird nach Angaben der Stadt Dillingen zwischen 8.30 und 18.30 Uhr regelmäßig, mit Trupps aus der OPB, in zwei Schichten.

Die OPB kontrolliert außerdem, zusammen mit dem Gewerbeamt, dass sich die Gewerbetreibenden und Gastronomen in der Stadt, die von der angeordneten Schließung betroffen sind, daran halten. „Schon am Mittwoch gab es Kontrollen in der Innenstadt“, berichtet Theobald; dabei seien auch die Betreiber zweier Eis-Cafés darauf hingewiesen worden, dass sie ihre Außenterrassen räumen und den Service dort einstellen müssen. Derzeit ist nur der Abverkauf von Eis am Tresen erlaubt.

Am Vormittag sah am Odilienplatz noch alles recht normal aus: Gut zehn bis zwölf Menschen saßen vor einem Café beim Kaffee, manche in Gruppen an einem Tisch. Auf dem Wochenmarkt vor dem Saardom war ebenfalls Betrieb, allerdings war zu beobachten, dass die Menschen Abstand voneinander hielten. Vor den Schaufenstern einer Bäckerei und den Apotheken bildeten sich deswegen zwischenzeitlich Schlangen.

In der Stummstraße waren einige Menschen unterwegs, nicht mehr oder weniger als sonst an einem Vormittag. An fast allen Ladentüren hingen Hinweise: „Leider bis auf Weiteres geschlossen“ an Cafés, Kleiderläden, auch an einer Bäckerei; „bitte Abstand halten“ oder „Wir sind weiter für Sie da“ im Reformhaus, bei Frisören und auch beim Optiker.

Gleiches in Saarlouis: Die Einhaltung der Allgemeinverfügung wird von der OPB kontrolliert, dazu werden Teams aus derzeit rund 20 Mitarbeitern zusammengestellt, teilt Sascha Schmidt, Pressesprecher der Stadt mit. Auch die Benutzung der Spielplätze wird kontrolliert. Ein Verbots-Hinweis wurde am Dienstag bereits „an allen öffentlichen Spielplätzen bestmöglich sichtbar angebracht“, erklärt Schmidt.

Verbots-Hinweise und schärfere Maßnahmen werden fällig, wenn sich wiederholt, was sich einzelne Café-Betreiber in der Fußgängerzone von Saarlouis am Mittwoch (noch) geleistet haben: Betrieb wie üblich an eng besetzten Tischen. Ein Mädchen wandert von Person zu Person und wird herzlich ge­knuddelt. Als wollten Wirt, Bedienung und Gäste allen anderen zeigen, wie blöd sie doch sind, dass sie auf Gebote etwas geben.

Aber überwiegend nähert sich Saarlouis einem gegenüber sonstigen sonnigen Tagen fast schon entvölkerten Zustand. Viele Geschäfte weisen freundlich darauf hin, dass sie im Sinne der Gesundheit geschlossen haben, einige bieten Service nach telefonischer Vereinbarung oder auch Online-Dienste an. Parksuchverkehr auf dem Großen Markt findet nicht statt. Eine Passantin findet: „Irgendwie wird das fast schon gespenstisch.“ Dann wendet sie den Blick zur Galerie am kleinen Markt, davor das gut besuchte Open-air-Café. „Naja, oder auch nicht“, fügt sie hinzu.

Regelgerecht geht aber auch: Das Kaufhaus Pieper in Saarlouis hat nur noch den Lebensmittelbereich und die Gastronomie-Abteilung geöffnet. Das Restaurant öffnet von 11 bis 17 Uhr seine Türen, der Lebensmittelbereich ist weiterhin von 9 bis 19 Uhr offen, teilt die Geschäftsleitung mit. Der Haupteingang bleibt daher bis auf Weiteres geschlossen. Die Besucher können den Nebeneingang zur Schlächterstraße benutzen.

Corona und die Folgen: Tanken nur noch per Kartenzahlung. Das ist die Bitte an dieser Tankstelle in Wadgassen. Foto: Ruppenthal
Gibt‘s sonst nicht: freie Parkplätze auf dem Großen Markt. Foto: Mathias Winters
So leer wird Saarlouis jetzt wohl längere Zeit sein. Fotos: Mathias Winters. Foto: Mathias Winters

Was auffällt: Die Schließung der Geschäfte trifft viele Menschen dann doch überraschend. In Lebach etwa fährt am Morgen um kurz nach 9 Uhr ein Auto nach dem anderen auf den Parkplatz des Elektromarktes EuronicsXXL – und dreht vor den verschlossenen Türen ab. „Es haben viele Kunden angerufen und ganz erstaunt gefragt, ob wir tatsächlich auch zu denen gehören, die schließen müssen“, sagt Geschäftsführer Christian Schäfer. Nur die Reparatur-Annahme ist geöffnet. „Für Beratung und Verkauf sind wir telefonisch und online erreichbar – und liefern dann zum Kunden nach Hause.“ Besonders gefragt waren an Tag 1 übrigens Laptops, Drucker und Webcams. „Dinge, die man zum Skypen braucht oder fürs Homeoffice. Und Druckerpatronen – um die Schulaufgaben für die Kinder auszudrucken“, sagt Schäfer.