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Spaziergang mit böser Überraschung

Spaziergang mit böser Überraschung

Diefflen. Herbert Schmidt (Name von der Redaktion geändert) wollte seinen Augen kaum trauen. Als er am Dienstag mit seinem Hund auf dem Wiesengelände zwischen der L 143 und der Nalbacher Straße in Diefflen einen Spaziergang machte, stöberte die Mischlingsdame unter einem Baum etwas Fressbares auf und knabberte daran herum

Diefflen. Herbert Schmidt (Name von der Redaktion geändert) wollte seinen Augen kaum trauen. Als er am Dienstag mit seinem Hund auf dem Wiesengelände zwischen der L 143 und der Nalbacher Straße in Diefflen einen Spaziergang machte, stöberte die Mischlingsdame unter einem Baum etwas Fressbares auf und knabberte daran herum. Bei genauerem Hinsehen stellte Schmidt fest, dass es sich um ein Stück Mettwurst handelte.

Als er es dem Tier aus dem Maul entfernen wollte, sah er mit Entsetzen, dass die Wurstscheibe mit einem Nagel präpariert war. Hund und Herrchen konnten von Glück sagen, dass die Hündin das Stück nicht sofort verschlungen hatte: "Bis man da gemerkt hätte, was passiert ist, wäre es schon längst zu spät gewesen", sagt Schmidt. Einen Teil musste die Hündin aber schon gefressen haben, denn der Hundebesitzer berichtete davon, dass sie später ein Stück davon erbrochen habe und er darin eine Nähnadel gefunden hat.

"Ein verwerfliches Tun"

"Ich kann nicht verstehen, wie jemand so etwas tun kann", zeigte sich der Hundehalter fassungslos - und erstattete Anzeige bei der Polizei, der er den gefundenen Köder auch vorlegte. Die ermittelt nun, da "offenbar eine klare Absicht des Wurstauslegers zu erkennen war", wie es in einer Mitteilung der Polizei Dillingen heißt. Sie beschreibt die Tat als ein "vorsätzliches verwerfliches Tun" und empfiehlt Hundebesitzern, genau darauf zu achten, wo ihr Hund stöbert und was er dabei fressen will. Gegebenenfalls sollte der Hund auch beim Gassigehen angeleint bleiben. Wer beobachtet, wie jemand solche Köder auslegt, soll sich unverzüglich an die nächste Polizeidienststelle wenden.

Zuletzt häufen sich im Saarland die Fälle, in denen offensichtliche Hundehasser präparierte Köder auslegen und damit vorsätzlich Tiere verletzen wollen beziehungsweise den qualvollen Tod des Tieres in Kauf nehmen. Anfang des Monats fand ein Hundebesitzer aus Ensdorf einen präparierten Köder sogar in seinem Garten. Im Februar verendete ein Hund am Nalbacher Weiher, weil er einen mit Strychnin vergifteten Köder gefressen hatte. Ein Zweiter konnte nur mit Mühe gerettet werden. Hundehalter in Hassel, Homburg-Einöd oder Michelbach meldeten in den vergangenen sechs Monaten ähnliche Fälle. "Ich habe diese Fälle verfolgt und bin erschüttert, in welcher Häufigkeit das mittlerweile auftritt", empört sich Schmidt.

Geldbuße oder Haftstrafe

 So sieht der Köder aus, der auf einer Wiese in Diefflen ausgelegt worden war. Foto: König
So sieht der Köder aus, der auf einer Wiese in Diefflen ausgelegt worden war. Foto: König

Wird ein solcher Tierquäler erwischt, wird er wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz belangt. Das Strafmaß kann von einer Geldbuße bis hin zu einer Haftstrafe bis zu drei Jahren reichen.