Musikfestspiele Saar: Spannender Song-Contest inklusive Inklusion

Musikfestspiele Saar : Spannender Song-Contest inklusive Inklusion

800 Gäste im restlos ausverkauften Lokschuppen in Dillingen verfoilgten den Gesangs-Wettbewerb „EINklang“ von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung.

Der Lokschuppen war am Samstagabend restlos ausverkauft. Rund 800 Personen verfolgten den dritten Songcontest „EINklang“, einen Gesangs-Wettbewerb von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. In den Kategorien „Duo/Trio/Quartett“ sowie „Gruppen ab fünf Personen“ gab es insgesamt 14 Bewerber, die sich in Castings und Workshops vorab qualifiziert hatten.

 Das Ziel des Miteinanders von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zog sich wie ein roter Faden durch „einen emotionalen und spannenden Abend voller Gänsehaut-Momente“, wie Landrat Patrik Lauer versprach. Inklusion war auch das Thema der Grußworte von Lauer („für uns ist es ein Ritterschlag, Auftakt der Musikfestspiele zu sein“) und des Dillinger Bürgermeisters Franz-Josef Berg („als erste Stadt im Saarland haben wir einen Inklusions-Beirat beschlossen“). Die Inklusion wurde aber nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten umgesetzt.

Als inklusives Moderations-Duo fungierten Anna Gitzinger und Kerstin Mark, professionelle SR1-Moderatorin. Für Anna Gitzinger, im Alltag Montagearbeiterin in den Behinderten-Werkstätten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Dillingen, war es „ein aufregender und toller Abend“. Unterstützt wurden die Beiden bei der Moderation von einer Gebärdendolmetscherin, von einer Schriftübersetzerin sowie durch spezielle Kopfhörer für Zuschauer mit Hörschädigung. Denn auch im Publikum gab es viele Menschen mit und ohne Beeinträchtigung, die miteinander sangen und feierten.

Das musikalische Intro der Band um Kolja Koglin und Horst Friedrich sowie das rhythmische Klatschen der 800 Zuschauer im Saal vor jedem der 14 Auftritte begleitete die Akteure auf die Bühne. „Super aufgeregt“, wie die kleine Leadsängerin von „Rundadinella & Tornados“, waren aber trotzdem viele der Akteure zwischen acht und 68 Jahren. Die 36 Kinder und Jugendlichen von „Rundadinella & Tornados“ sorgten mit dem Titel „Over the rainbow“ für den Eisbrecher des Abends. Es folgten Hits aus den aktuellen Charts („Je ne parle pas français“), bekannte Oldies („The lion sleeps tonight“), alte deutsche Schlager („Wunder gibt es immer wieder“) sowie polnische Songs wie „Kup rozowe okylary“ (Durch die rosa Brille).

Während die Gruppe „Tak nagle“ mit diesem lustigen Lied bewies, dass auch bei schlechtem Wetter gute Laune herrschen kann, traten ihre Landsleute „Gabriella & Norbert“ mit einer romantischen Ballade an. „Lubie wracac tam gdzie bylem“ („Ich komme gern dahin, wo ich schon mal war“) handelt vom Erinnern in einer schnelllebigen Zeit und brachte den beiden 17- und 18-Jährigen den ersten Platz in der Kategorie „Duo/Trio/Quartett“.

Ebenfalls einen ersten Platz in dieser Kategorie vergab die Jury („die Entscheidungen waren alle ganz eng“, so Jury-Mitglied Daniel Simarro) an Tim, Anna & Alina. Mit dem Hit „Seite an Seite“ von Kristina Stürmer sorgten sie für einen der emotionalen Momente des Abends. „Alina und ich sind verheiratet“, erklärte Tim, „wir gehen auch Seite an Seite durchs Leben“. Begleitet wurden die beiden Sulzbacher von Anna, der 22-jährigen Tochter des Musikers Horst Friedrich.

In der Kategorie „Gruppen“ ging der Sieg an Sophia, Marc, Frederik & Isabelle für das Lied „Schokolade“. Den YouTube-Hit „Oma, gib mir Schokolade“ hat die Gruppe ausgewählt, „weil ich so gerne Schokolade esse“, erzählte der 18-jährige Frederik. Nicht nur die Sieger, sondern alle 14 Bewerber konnten Publikum und Jury überzeugen. Stellvertretend für die Idee des Abends könnte auch das Lied „Eine Sprache“ stehen, vorgetragen von den „Voices of Saarlouis 2018“. Die Gruppe hatte damit beim Wettbewerb in Bochnia Platz eins belegt.

Gabriella und Norbert aus Polen, waren weitere Sieger in der Kategorie „Duo/Trio/Quartett“. Foto: Künkeler
Sophia (an der Orgel), Marc (dahinter) sowie Isabelle (links) und Frederik (rechts) siegten in der „Gruppe“. Foto: Axel Künkeler

Zum Ende der mehr als dreistündigen Veranstaltung kamen alle Akteure nochmals auf die Bühne des Dillinger Lokschuppens und sangen mit den 800 im Saal „Oh happy day.“