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| 21:11 Uhr

Schließung
Sozialcafé in Dillingen schließt am Freitag

Dillingen. Verein Elternselbsthilfe kann Betrieb nicht mehr tragen — Auch an Heiligabend ist kein offener Treff. Von Nicole Bastong

Kurz vor Weihnachten steht das Sozialcafé der Elternselbsthilfe Dillingen vor dem Aus. Die Anlaufstelle für Eltern aus dem Verein, Süchtige, Bedürftige, Obdachlose und Einsame öffnet am Freitag zum letzten Mal. Der Treffpunkt in der De-Lenoncourt-Straße 9, gegenüber der Post, war stets sehr gut besucht, berichtet Hans Rückert, Kassierer im Verein Elternselbsthilfe Dillingen e.V. Seine Frau Rosi ist Vorsitzende des Vereins für Eltern von süchtigen Jugendliche und jungen Erwachsenen, sie gehören zu den Gründungsmitgliedern. „Aber es ist finanziell für uns einfach nicht mehr machbar.“

2008 eröffnete der gemeinnützige Verein das Café. Unterstützt wird er insbesondere von der Stadt Dillingen mit einem Zuschuss zu den Mietkosten; ansonsten wird die Einrichtung über Spenden finanziert. Doch diese werden immer seltener, meint Rückert: „Dieses Jahr haben wir nur eine einzige Spende über 200 Euro von privat bekommen. Das war früher anders.“

Auch von den Krankenkassen hat der Verein jährlich einen Zuschuss bekommen, der weggefallen ist. Ebenso gab es Strafgelder, die Verurteilte beim Amtsgericht an gemeinnützige Einrichtungen zahlen mussten. „Hier haben wir seit 2013 schon nichts mehr bekommen“, sagt er. Zudem musste die Stadt aus Sparzwängen ihren Zuschuss kürzen; aber dies sei ausdrücklich nicht der Grund für die Schließung, beteuert Rückert, der auch schon privat Geld in den Treff gesteckt hat. Rund 700 Euro koste der Betrieb im Monat. „Ohne laufende Unterstützung, nur mit sporadischen Spenden geht es einfach nicht mehr“, bedauert Rückert.

Ein Kaffee für 30 Cent – das deckt natürlich nicht die Kosten, sondern ist eher ein symbolischer Preis für sozial Schwache. Zwei Mal wöchentlich, Dienstag und Freitag von 9 bis 17 Uhr, war das Sozialcafè geöffnet – seit fast zehn Jahren. „Insbesondere an den Freitagen, wenn die benachbarte Tafel Ausgabe hat, haben wir zwischen 50 und 60 Besucher am Tag“, sagt Rückert. „Viele davon sind Stammkunden. Sie kommen einfach mal kurz rein auf einen Kaffee oder um sich zu unterhalten. Aber auch um umsonst den Computer zu benutzen, ein Fax zu schicken, die Zeitung zu lesen. Waschmaschine und Trockner standen ebenfalls zur Verfügung. „Manche brauchten auch Hilfe bei einem Antrag oder um einen Brief zu schreiben“, berichtet Rückert.

An Heiligabend kamen früher über 50 Gäste zum gemeinsamen Beisammensein, bei Gebäck, Tee und Würstchen, in den vergangenen Jahren waren es weniger, um die 30. Die offene Begegnung muss in diesem Jahr zum ersten Mal ausfallen; der Verein kann es allein nicht mehr stemmen.

Auch an den anderen Tagen seien es immer 20 bis 25 Besucher gewesen. Sieben Ehrenamtler haben im Sozialcafè ausgeholfen, Kaffee gekocht, bewirtet, geputzt, „gegen eine kleine Ehrenamtspauschale“, wie Rückert erklärt. „Die werden nun auch nicht mehr gebraucht.“

Der Verein müsse leider den Schlussstrich ziegen, bedauert er. „Uns tut das fürchterlich leid, auch weil wir wissen, dass es in Dillingen keine Alternative gibt. Wir hätten sehr gern weitergemacht.“ Die Elternselbsthilfe selbst bleibt vorerst in den Räumlichkeiten. „Aber wir können nur noch Beratung anbieten.“ Rückert hofft, dass die Entscheidung nicht endgültig ist. „Vielleicht findet sich doch eine Möglichkeit, wieder zu öffnen.“

Kontakt zur Elternselbsthilfe Dillingen: per E-Mail an elternselbsthilfedillingen@gmx.de.