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Simply Unplugged wird zehn Jahre

Fremersdorf. Der Proberaum ist in freundlichen Gelb gestrichen, es duftet nach Kaffee. Gitarren und Verstärker bestimmen das Bild. Hier treffen sich Eddie Gimler, Horst Friedrich und Peter Spang zum Proben Von SZ-Mitarbeiterin Sarah Fischer

Fremersdorf. Der Proberaum ist in freundlichen Gelb gestrichen, es duftet nach Kaffee. Gitarren und Verstärker bestimmen das Bild. Hier treffen sich Eddie Gimler, Horst Friedrich und Peter Spang zum Proben. Und das zeigt Erfolg: Seit zehn Jahren gibt es ihre Formation Simply Unplugged, und zum Geburtstag haben sich die Drei etwas ganz Besonderes ausgedacht: das Jubiläumskonzert am Samstag, 28. März, zusammen mit dem Acoustic Rock Orchestra unter der Leitung von Thomas Bernardy im Lokschuppen in Dillingen. Erfolg haben sie ganz offensichtlich: Das Konzert sei ausverkauft, meldeten sie am Freitag. Fast 1000 Menschen: Simply Unplugged hat Kultstatus in der Region erreicht. Eddie Gimler begann als Autodidakt im Alter von 14 Jahren, ein halbes Jahr später stieg er bei der Band seines Bruders als Gitarrist ein. Er begann ein Studium am Münchener Gitarreninstitut und schloss dieses Mitte der 80er mit einem hervorragenden Ergebnis ab.Horst Friedrich war bereits mit zehn Jahren fester Gitarrist einer Band, Mitte der 70er Jahre gründete er selbst eine: Sunset. Friedrich ist auch als Komponist tätig, schrieb die Titelmusik zur Fernsehserie "Familie Heinz Becker" und viele regionale Werbemelodien.Auch Peter Spang entdeckte schon früh die Musik für sich, lernte mit neun Jahren Trompete spielen und entdeckte kurze Zeit später sein Interesse für die Gitarre. Desweiteren war er als Chor- und Orchesterdirigent tätig und arbeitete bereits mit Howard Carpendale und Roberto Blanco zusammen.Kennen gelernt haben sich die drei Musiker am 11. August 1999. An diesem Tag war die Sonnenfinsternis, und aus diesem Anlass verkürzte das Duo "Eddie und Peter" die Wartezeit mit akustischer Musik, während Friedrichs Auftritt für den Nachmittag geplant war. Zufall oder Schicksal, nach einer Stunde saßen sie gemeinsam auf der Bühne. "Und die Chemie hat einfach sofort gestimmt", sagen die drei. Die ersten Auftritte gab es in Kneipen, doch damit haben die Drei bald aufgehört. "Darin ist es einfach zu laut", die Musik kam einfach nicht richtig an. Dann folgten Auftritte auf Straßenfesten, kleinere Konzerte. Der Erfolg liegt auch an der Art der Musik: Klassiker der Eagles, von Sting, Eric Clapton, den Beatles und vielen anderen. Songs, die jeder kennt und auf die sich sehr viele Zuhörer immer wieder freuen. Lampenfieber vor einem solchen Auftritt? Die Musiker geben sich lässig. "Nach so langer Zeit eigentlich nicht mehr, wir gehen einfach raus und spielen." Doch dann spottet Gimler: "außer Peter, der hat kurz vor den Auftritten immer Angst wie ein Schwein. Das kannst du ruhig so schreiben." Dass die Drei eine Einheit sind, müssen sie gar nicht erwähnen, dass merkt man während des Gesprächs sofort. Und auch die Tatsache, dass sie sich einfach zum Musik machen berufen fühlen, spürt man spätestens, wenn man eines der Konzerte besucht hat. "Wir wollen die Leute mit unserer Musik berühren. Dazu kommt, dass wir denken, wir ,schulden' dem Publikum etwas - schließlich haben unsere Zuhörer Geld bezahlt, um uns zu sehen." Diese Erwartungen haben die Musiker bisher erfüllt. "Wenn man auf der Bühne steht, öffnet man sich vor dem Publikum, gibt auch einen Teil seiner Seele preis. Das muss man natürlich auch wollen - aber wir brauchen das."