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Gegen angebliches Opfer wird ermittelt
Sexualdelikt am Bahnhof Dillingen mutmaßlich vorgetäuscht

Aufgrund des bisherigen Ermittlungsergebnisses wurde gegen die 20-Jährige ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet.
Aufgrund des bisherigen Ermittlungsergebnisses wurde gegen die 20-Jährige ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. FOTO: Friso Gentsch / dpa
Saarbrücken . Nachdem eine 20-jährige Frau aus dem Regionalverband Saarbrücken am Sonntag vor einer Woche (14.01.2018) bei der Polizei einen sexuellen Übergriff durch drei Migranten auf ihre Person auf dem Bahnhof Dillingen anzeigte, steht sie nun selbst im Fokus polizeilicher Ermittlungen. Das hat die Polizei mitgeteilt. red

Die 20-jährige Frau erstattete am 14.01.2018 bei der Polizei in Dillingen/Saarlouis eine Anzeige. Wie die Polizei weiter mitteilt, ging sie nach ihren Schilderungen gegen sechs Uhr nach einem Diskothekenbesuch in Dillingen zu Fuß in Richtung Bahnhof. Hierbei sei sie von drei Männern, es soll sich um Migranten gehandelt haben, verfolgt worden. Einer der drei 20 bis 25 Jahre alten Männer habe sie auf dem Bahnhofsgelände massiv bedrängt und anschließend vergewaltigt. Die beiden anderen hätten zugeschaut. Als ein Zug in den Bahnhof eingefahren sei, habe der Täter von ihr abgelassen und alle drei seien geflüchtet.


Das Dezernat für Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung beim Landespolizeipräsidium hat nach umfangreichen und sehr zeitintensiven Ermittlungen erhebliche Zweifel an dem behaupteten Sachverhalt. So konnten die Ermittler zwei Zeugen ausfindig machen, die die Frau von der Diskothek zum Bahnhof begleiteten. Andere Personen im Bereich des Bahnhofs konnten von den Zeugen nicht bemerkt werden.

Daneben konnte ermittelt werden, dass die Videoüberwachungsanlage am Bahnhof, entgegen anders lautender Informationen, in einem Probebetrieb aktiv war. Die Auswertung der Aufnahmen bestätigte die Aussagen der Zeugen. Demnach befand sich die Anzeigerin mit den Zeugen am Bahnhof und wurde nicht verfolgt.

Aufgrund des bisherigen Ermittlungsergebnisses wurde gegen die 20-Jährige ein Verfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Die Beschuldigte ließ sich in der Folge nicht mehr zum Sachverhalt ein. Die Ermittlungen dauern an.