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Schüleraustausch
Aus La Réunion ans TGBBZ Dillingen

Kevin Büdinger (links) und Romain Carime sind zwei der 22 deutschen und französischen Schüler, die vier Wochen lang ihre Ausbildung teilen.
Kevin Büdinger (links) und Romain Carime sind zwei der 22 deutschen und französischen Schüler, die vier Wochen lang ihre Ausbildung teilen. FOTO: Axel Künkeler
Dillingen. Spaß am Auto verbindet: auch Schüler von der Insel La Réunion im Indischen Ozean und Kfz-Azubis an der Berufsschule TGBBZ Dillingen. Von Axel Künkeler

Das Technisch-Gewerbliche Berufsbildungszentrum (TGBBZ) Dillingen hat Besuch von einer fernen Insel: Zwei Partnerschulen aus La Réunion sind für vier Wochen zum Erfahrungsaustausch an der Dillinger Berufsschule zu Gast. Die Insel La Réunion liegt im Indischen Ozean, zwischen Madagaskar und Mauritius, und gehört zur EU.


Von Montag bis Mittwoch informierten sich die Schulleitung des Lycée Stella und des Lycée Roland Garros in Gesprächen mit ihren deutschen Kollegen über das deutsche Ausbildungssystem, außerdem in zwei Ausbildungsbetrieben und bei der Kfz-Innung sowie der Agentur ProTandem. „Wir wollen das duale System besser kennenlernen“, erklärte die Leiterin des Lycée Stella, Brigitte Bertil. Ein Dekret verpflichte die französischen Schulen, sich stärker daran zu orientieren. Begleitet wurde Bertil von ihrem Chef de Travaux André Bénèch, der dort für die praktische Ausbildung zuständig ist, sowie Rudy Chimiak, Chef de Travaux am Lycée Roland Garros.

Während TGBBZ-Schulleiter Werner Thiel am Montag die Gäste begrüßte, hatten Lehrer Matthias Pohl und sein französischer Kollege Yohan Maillot bereits den Unterricht für je elf deutsche und französische Schüler aus dem Kfz-Bereich begonnen. Unterstützt wurden sie dabei von Tandem-Lehrer Kai-Uwe Lipp aus Hamburg. Thiel erklärte den Schülern: „Ziel für Euch ist, berufliche Auslandserfahrungen zu sammeln.“



Während der Schulwoche sind die französischen Schüler in einem Hotel in Saarlouis untergebracht. Danach wohnen sie in den Familien ihrer deutschen Partnerschüler, mit denen sie weitere drei Wochen in die jeweiligen Ausbildungsbetriebe gehen. Zu den deutsch-französischen Paaren gehören der 20-jährige Kevin Büdinger aus Freudenberg (bei Saarburg) und der 18-jährige Romain Carime aus St. Paul auf La Réunion. Während Kevin bei den Saarlouiser Ford-Werken eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker macht, absolviert Romain neben der Schule 16 Wochen Praktika in einer Renault-Werkstatt. Die beiden haben sich gleich gut verstanden: „Wir haben viel miteinander gesprochen und schnell gemerkt, dass die Chemie zwischen uns stimmt“, erzählt Kevin.

„So lerne ich das Leben in Deutschland besser kennen“, schildert Romain seine Erwartungen. Allgemein gefällt es ihm hier sehr gut, nur an die Kälte hat er sich noch nicht gewöhnt. Auf La Réunion liegen die Temperaturen derzeit bei dreißig Grad. „Die Schule ist hier viel größer“, nennt er einen weiteren Unterschied. Wichtig sei aber, die Sprache besser zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Genau das nennt auch sein Lehrer Yohan Maillot als Ziel des Austausches: „Nehmt alles mit, was ihr über Schule, Leben, Kultur in Deutschland an Wissen vermittelt bekommt“, rät er seinen Schülern.

Nun geht Romain mit Kevin in dessen Familie, „meine Mutter spricht perfekt französisch“, sagt Kevin. Und er fährt täglich mit ihm in den Ausbildungsbetrieb nach Saarlouis. Im Februar 2019 steht dann der Gegenbesuch für Kevin im französischen Übersee-Departement an.

Zuvor werden aber noch die Schüler aus dem Elektro-Bereich Mitte November für vier Wochen ins Saarland kommen. Der rege deutsch-französische Austausch an der Dillinger Schule geht also weiter.