Santa-Lauf in Dillingen mit Redkordbeiligung

Santa-Lauf : Wo Rentiere, Elfen und Kamine laufen

Der 12. Dillinger Santa-Lauf verzeichnet eine Rekordbeteiligung. 541 Läufer hatten jede Menge Spaß.

Traditionell am Vorabend von Nikolaus findet in der Hüttenstadt der Santa-Lauf statt. Start und Ziel war erneut am Odilienplatz unmittelbar neben dem am Vortag eröffneten Dillinger Weihnachtsmarkt. Alle Jahre wieder kommen Nikoläuse und Nikolinas, Elfen und Feen, Schneemänner und Schneemädels aus dem gesamten Saarland zu diesem Lauf, bei dem der Spaßfaktor eindeutig im Vordergrund steht. Zur zwölften Auflage waren es 541 Läufer und damit „so viele wie noch nie“ freute sich Veranstalter Ralf Niedermeier.

Darüber freuen konnten sich auch die Vorsitzende der Dillinger Tafel, Heidemarie Zech, und der Träger der Einrichtung, Gerd Thewes vom Caritas-Verband Saar-Hochwald. Aus der Hand von Bürgermeister Franz-Josef Berg („das war erneut eine sehr gelungene Veranstaltung“) gab es einen Scheck über 541 Euro, ein Euro von jedem Teilnehmer des Santa-Laufes. „Damit können wir viele Lebensmittel für bedürftige Menschen kaufen“, sagte Zech. So hat der reine Spaßlauf in der Vorweihnachtszeit doch auch dem eigentlich Sinn dieser Zeit entsprechend wieder viel Gutes getan, betonten die Offiziellen.

Währenddessen feierten die zahlreichen Teilnehmer bei Glühwein und fetziger Musik von der Band „Poètes Musicales“ bereits die große Santa-Party. Da wurde vor der Bühne getanzt, als ob man sich über die fünf Kilometer durch die Dillinger Innenstadt nicht schon ausgepowert hätte. Dabei hatten etwa die „Rentiere“ eines Güdinger Einkaufszentrums ihren Schlitten mit dem Nikolaus zu ziehen. „Die Frauen haben sich mich extra ausgesucht“, flachste Nikolaus Kai. „Wir sind fast geflogen, aber überall gab es Tempo-30-Zonen“, scherzte Silke.

Letztendlich waren die „laufenden Kamine“, 17 Läufer eines Riegelsberger Sporthauses, aber doch schneller unterwegs. War es Glühwein-Doping? „Nein, das ist unser Aufwärmprogramm“, entgegnete Ute Stephan, während Thomas Stein aus Völklingen schon vor dem Lauf warnte: „Du weescht, fünf Kilometer können sauhart sinn.“ Doch am Ende waren die „laufenden Kamine“ nicht nur schneller, sondern gewannen auch den Preis fürs beste Kostüm vor den „Rentieren“.

In der Sonderwertung für das beste Schneemann-Kostüm setzten sich die „Schneemädels“ durch. Claudia Krämer aus Dudweiler („Ich bin schon seit Jahren dabei“) und die Freundinnen aus der Pfalz, Elke Strauß und Nadja El-Masri, haben schon in den letzten fünf Jahren immer wieder bei den Kostüm-Prämierungen gut abgeschnitten. Schon Wochen im Voraus überlegen sie, was sie diesmal anziehen könnten und schneidern sich ihr winterliches Kostüm selbst. Natürlich fanden die Drei den Santa-Lauf „wieder super“. Die Stadt sei so schön geschmückt und „die Leute so nett“, lobten sie das Dillinger Publikum. „Eigentlich ist es ja verrückt, aber deshalb machen wir es ja“, lachten sie selbstironisch über ihr eigenes Treiben. Über „viele, nette Leute an der Strecke“ freuten sich auch Anette (Gersheim) und Claudia (Klarenthal). Sogar einen Kirschschnaps („oh Mann“) habe sie bekommen, erzählt Claudia, verabschiedet sich gleich nach dem Lauf: „Jetzt trinken wir noch einen Glühwein und feiern Party.“

Die „gute Stimmung“ vor, während und nach dem Santa-Lauf erfreute auch Ann-Kathrin Jülch. Sie kam als schnellste Frau ins Ziel und hatte Spaß dabei, obwohl sie sonst doch eher sportlich ambitioniert unterwegs ist. Die Athletin von Saar 05 Saarbrücken hat immerhin eine Bestzeit im Marathon von 3:13 Stunden zu Buche stehen. Und bei den Männern gewann Thomas Speicher, der im nächsten Jahr vom LTF Theeltal zum LV Merzig wechselt. Obwohl beim Santa-Lauf keine Zeitmessung erfolgt, freute sich Speicher, dass er für die fünf Kilometer weniger als 18 Minuten brauchte. Aber auch ihm gefielen vor allem „das schöne Ambiente und die vielen Zuschauer“.

Spaß beim Kraftakt: Ganz schön schwer hatten es die Güdinger „Rentiere“, die den Santa auf seinem Schlitten zogen. Foto: Axel Künkeler

Zahlreich vertreten war diesmal der SSV Pachten, der gleich 43 vor allem jugendliche Läufer an den Start brachte und damit den Preis der teilnehmerstärksten Gruppe gewann.