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Sanierung am jüdischen Friedhof ist beendet

Diefflen. Etwa 400 historische Grabsteine befinden sich an einem Hang am Ortseingang von Diefflen. Im oberen Teil liegen schmale Grabplatten, die an Zwangsarbeiter aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges erinnern. Der jüdische Friedhof im Dillinger Stadtteil Diefflen ist der zweitgrößte im Saarland Von SZ-Mitarbeiter Johannes A. Bodwing

Diefflen. Etwa 400 historische Grabsteine befinden sich an einem Hang am Ortseingang von Diefflen. Im oberen Teil liegen schmale Grabplatten, die an Zwangsarbeiter aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges erinnern. Der jüdische Friedhof im Dillinger Stadtteil Diefflen ist der zweitgrößte im Saarland. Zum Erhalt der gesamten Anlage nahm die Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen (GSE) des Arbeitersamariterbundes umfassende Sanierungsarbeiten vor. Am Freitag fand der offizielle Abschluss statt, mit Vertretern von Stadt, GSE, Landkreis und der Synagogengemeinde des Saarlandes. Komplett erneuert ist das Dach der Eingangshalle, erläuterte Architekt Michael Veith. Mit Regenrinnen, Entwässerung und Putz. Lücken in der rund 380 Meter langen Friedhofsmauer wurden geschlossen; der Bewuchs auf Grabeinfassungen und Wegen entfernt.Schon 250 Jahre alt Probleme mache der kleinen jüdischen Gemeinde im Saarland der Erhalt ihrer 17 Friedhöfe, erläuterte Kooperationspartner Richard Bermann, der Vorstandsvorsitzende der Synagogengemeinde des Saarlandes. "Ein Friedhof ist für die Ewigkeit", betonte er die Bedeutung dieser Stätten im jüdischen Glauben.Mehr als 250 Jahre diente der Friedhof jüdischen Bürgern des Umkreises als Begräbnisstätte, erinnerte Dillingens Bürgermeister Franz-Josef Berg. In der NS-Diktatur wurde der Friedhof Ziel "von Schändung und Zerstörung". Auch deshalb beteiligte sich die Stadt an der Sanierung. Das habe mit dazu beigetragen, so Berg, dass Dillingen 2009 den Vaterländischen Denkmalpflegepreis erhalten habe. Ab 2010 sollen Tafeln in der Eingangshalle über die Geschichte des Friedhofs, der jüdischen Gemeinde und Synagoge informieren.