Rezension des Weihnachtskonzertes des anderen chores in Dillingen

Konzerte : Gelungener Abschluss für die Weihnachtstage

Im voll besetzten Dillinger Saardom gab der Andere Chor mit Thomas Bernardy traditionell ein nachweihnachtliches Konzert.

Die Gesangskultur des Anderen Chors Dillingen erstaunt immer aufs Neue. Kontinuität in der festen Besetzung der Sänger und Sängerinnen gewährt die klangliche Geschlossenheit, die dem Ensemble seine Charakteristik gibt – erarbeitet in nunmehr 30 Jahren unter der bewährten Leitung von Dekanatskantor Thomas Bernardy. Der Chor steht für brillante Stimmkunst, Klangsinnlichkeit und packende Ausdruckskraft gleichermaßen.

Wieder einmal beweisen die Choristen in allen Tonlagen Leichtigkeit und Perfektion ihres Vortrags. Auf dem Programm stehen Werke unterschiedlicher Stilrichtungen aus Skandinavien, England, Polen und keltischen Regionen – unterstützt von Mitgliedern der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern (DRP), die in kleiner Besetzung einen wohltönenden, geschmeidigen und homogenen Klang zuwege bringt. Der Dirigent sitzt wie immer am Klavier und begleitet den Gesang hin und wieder, wobei er ebenfalls leise Töne anschlägt. Das Publikum erlebt ein Konzert der eher leisen Töne, geprägt von wechselnder Dynamik bis hin zur Klangmalerei. Besonders deutlich macht dies ein Satz von Eric Whitacre, das „Lux aurumque“ (Licht und Gold), eine Orgie sphärischer Klänge. Er schrieb das Werk 2000 auf ein lateinisches Gedicht für gemischten Chor a cappella. Den feierlichen Einstieg gestaltet der Chor, ebenfalls a cappella, mit „Bethlehem down“ von Peter Warlock, einem Jubel- und Lobgesang der geistlichen englischen Musik, den er, hinter den Altar geschart, feierlich und mit Andacht vorträgt.

Sehr schöne Stimmen weisen Anne Becker, Christine Bernardy und Michaela Dörr aus dem Chor auf: Sie begeistern solistisch mit der keltischen Weise „Let all that are to mirt“ von Loreena McKennit, einmal aus dem Altarraum, Christine Bernardy von der Empore. Auch das irische Weihnachtslied „Codail a linbh“, das sie singt, findet großen Gefallen. Weitere Solisten, die ewähnt werden sollten, sind die Oboistin Marina Günkinger sowie die Trompeter Robert Hofmann und Joachim Schröder, denen Bach in seinem „Magnificat“ sehr viel abverlangt, da es gilt, sehr schnell hohe Töne zu formen. Das Werk, aus dem vier Sätze vorgetragen werden, lebt von Klangkaskaden und Koloraturen, die auch eine Herausforderung an die menschliche Stimme sind. Sie werden vom Chor leidenschaftlich und zupackend interpretiert.

Der enthusiastisch beklatschte Konzertabend geht mit dem gemeinsam gesungenen „Oh du fröhliche“ und dem „We wish you a happy christmas“ in der Version der Kings Singers zu Ende.

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