1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Dillingen

Regionale Sprache kennt keine Grenzen

Regionale Sprache kennt keine Grenzen

Kreis Saarlouis. Am 21. Februar ist der "Internationale Tag der Mundart". Im Saarland erinnert er daran, dass das "Moselfränkische" und das "Rheinfränkische" zu den uralten Mundarten gehören, die von der Unesco als bedroht eingestuft sind. Sie werden auf der roten Liste der gefährdeten Sprachen geführt

Kreis Saarlouis. Am 21. Februar ist der "Internationale Tag der Mundart". Im Saarland erinnert er daran, dass das "Moselfränkische" und das "Rheinfränkische" zu den uralten Mundarten gehören, die von der Unesco als bedroht eingestuft sind. Sie werden auf der roten Liste der gefährdeten Sprachen geführt. Seit 1986 bemüht sich die in Bouzonville (Busendroff) angesiedelte Mundartvereinigung "Gau un Griis" deshalb um die Erhaltung und die Förderung der fränkischen Mundart.

Es war eine Gruppe junger Filstroffer, die vor 26 Jahren die Vereinigung gründeten. Sie sorgten sich vor allem um die kulturelle und sprachliche Identität des moselfränkischen Raumes. Da die regionale Sprache keine politischen Grenzen kennt, stieß man anfangs bei den französischen Behörden auf Ablehnung. Schließlich war die Schulsprache Französisch. Man muss sich einmal vorstellen, dass noch Anfang der 1970er Jahre Staatspräsident George Pompidou erklärte, dass es in einem Frankreich, das Europa prägen wolle, "keinen Platz für Regionalsprachen" gebe. In den meisten lothringischen Familien blieb man der alten Mundart, unserem "Platt", aber treu.

"Gau un Griis" lässt sich in etwa mit "Lehm und Sand", die geologischen Bezeichnungen für den grenzüberschreitenden Raum, in welchem man Moselfränkisch spricht, übersetzen. Die Vereinigung "Gau un Griis", zu der neben Lothringern auch viele Saarländer gehören, hat längst einen besonderen Status in der gemeinsamen Kultur. Der gebürtige Filstroffer Jean-Louis Kieffer ist seit der Gründung Vorsitzender. Er ist Verfasser vieler Mundartschriften "en Platt", ist Mitglied der Bosener Gruppe, Vortragsredner und bekannt durch den Saarländischen Rundfunk.

 Eine Ausstellung von "Gau un Griis" zeigt das sehr große literarische Angebot aus Lothringen und aus dem Saarland. Rechts im Bild Jean-Louis Kieffer. Foto: Erhard Grein
Eine Ausstellung von "Gau un Griis" zeigt das sehr große literarische Angebot aus Lothringen und aus dem Saarland. Rechts im Bild Jean-Louis Kieffer. Foto: Erhard Grein

Eine große Leserschaft hat "Gau un Griis" durch den jährlich erscheinenden "Muselfränkischen Kalenner" und die Literaturzeitschrift "Paraple" erworben. Besonderer Wert wird auf die Mitwirkung saarländischer Autoren und Theatergruppen gelegt. In der moselfränkischen Musikszene sind vor allem Marcel Adam und Hans-Walter Lorang bekannt. "Us Spròòch éss schén, Platt schwätzen éss gesond for't Herz!" sollte auch über den "Internationalen Tag der Muttersprache" hinaus Bestandteil kultureller Eigenheit sein.