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Fußball
Poß-Kracher sorgt für Dieffler Jubelstürme

Fabian Poß besorgte für den FV Diefflen das entscheidende Tor im Auswärts-
spiel beim FC Hertha Wiesbach.
Fabian Poß besorgte für den FV Diefflen das entscheidende Tor im Auswärts- spiel beim FC Hertha Wiesbach. FOTO: FNS/Mohr
Wiesbach. Der FV Diefflen hat überraschend das Saarderby der Ober- liga in Wiesbach gewonnen. Fabian Poß erzielte zehn Minuten vor Schluss den entscheidenden Treffer zum 2:1. Von Philipp Semmler

Samstagnachmittag, 17.04 Uhr im Wiesbacher Wallenbornstadion: Im Oberliga-Derby zwischen dem gastgebenden FC Hertha und dem FV Diefflen steht es nach 77 Minuten 1:1. Doch so richtig zufrieden geben will sich damit keine der beiden Mannschaften. Sowohl die Gastgeber wie auch die Gäste spielen auf Sieg.


FV-Trainer Thomas Hofer macht dies mit der Einwechslung von Chris Haase deutlich. Er schickt den Stürmer für Mittelfeldspieler Kevin Folz aufs Feld. Haase, normalerweise Stammkraft, hatte auf der Bank Platz nehmen müssen, weil er zuletzt wegen einer Grippe nicht trainieren konnte.

Und seine Einwechslung zahlt sich aus: Nur drei Minuten danach kommt Haase im Wiesbacher Strafraum an den Ball und legt das Leder auf außen. Dort steht Sturmpartner Fabian Poß – und der zieht wuchtig mit links ab und knallt den Ball zum 2:1 für Diefflen ins Eck. Der Siegtreffer für den FV, der damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Pflichtspiel in Wiesbach gewinnt.



„Genau für diese eine Aktion habe ich Chris gebracht“, erklärt Hofer nach dem Schlusspfiff grinsend. Und Poß ergänzt strahlend: „Das war ein klassisches Haase-Poß-Tor. Ich wusste ganz genau wo Chris den Ball hinlegt. Dass ich das Ding dann so treffe, da gehört natürlich auch ein wenig Glück dazu.“ Für Diefflen war der Sieg doppelt wichtig: Nicht nur, dass es der Premieren-Sieg in Wiesbach war. Mit diem Sieg verschaffte sich Diefflen zum Jahresauftakt auch Luft im Abstiegskampf. Bei bis zu sechs möglichen Absteigern beträgt der Vorsprung auf die rote Linie jetzt sieben Punkte.

Unverdient war der Sieg nicht. Bereits vom Anpfiff weg hatte Diefflen besser ins Spiel gefunden. In der 16. Minute gingen die Gäste in Führung. Nach einem Ballverlust der Hausherren schaltete der FV blitzschnell um. Poß legte den Ball an der Strafraumkante für Folz auf. Folz nahm Maß und beförderte die Kugel flach und unhaltbar zum 0:1 ins Netz.

Mitte der ersten Hälfte wurde dann aber Wiesbach stärker. „Wir hatten da auch ein wenig Glück, dass wir vor der Pause nicht den Ausgleich kassiert haben“, gab Hofer nach dem Schlusspfiff zu. Das 1:1 fing sich seine Elf dann aber in der 59. Minute. Nach einer präzisen Ecke von Giovanni Runco köpfte Samed Karatas am zweiten Pfosten zum 1:1 ein.

Karatas war neun Minuten vor der Pause für Wiesbachs Torjäger Björn Recktenwald in die Partie gekommen. Der musste nach einem Zusammenprall mit Diefflens Torwart Enver Marina raus. „Ich habe Schmerzen im Hüft- und Leistenbereich. Der Zusammenprall war nicht das Schlimme, sondern der Aufprall“, erklärte der 25-Jährige nach der Partie.

Nach dem 1:1 hatte die Hertha sogar eine Riesenchance zum Führungstreffer. In der 71. Minute landete eine Hereingabe von Patrick Ackermann bei Runco, der verzog jedoch aus aussichtsreicher Distanz. „Wenn wir den machen, gewinnen wir. Da bin ich mir sicher“, erklärte Hertha-Trainer Michael Petry. Zuvor hatte aber auch Diefflen schon eine Riesenmöglichkeit vergeben: Niclas Judith scheiterte mit einem Flachschuss am glänzend parierenden FC-Torhüter Julian Wamsbach.

Diefflens Trainer Thomas Hofer hatte in Wiesbach mit Mathäus Gornik, Marvin Guss und Yacine Baizidi drei seiner fünf Winterneuzugänge von Beginn an aufgeboten. Mit Jan Issa wurde ein Vierter eingewechselt.

Sowohl für Diefflen als auch für Wiesbach stehen am kommenden Samstag erneut Saarderbys auf dem Programm: Diefflen empfängt um 14 Uhr Spitzenreiter FC Homburg, dessen Auftaktpartie zu Hause gegen Salmrohr aus Witterungsgründen ausfiel. Wiesbach ist um 15.30 Uhr beim FSV Jägersburg zu Gast, der am Wochenende eine bittere 1:4-Niederlabe bei Eintracht Trier kassiert hat.